Brustvergrößerung mit Implantaten

Sie sind unzufrieden mit dem Aussehen Ihres eigenen Körpers und wünschen sich eine fülligere, größere Brust, die zu Ihnen passt? Die Brustvergrößerung mittels Implantat gehört zu den klassischen medizinischen Eingriffen der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie, die es Ihnen ermöglicht, die gewünschte Größe zu erreichen. Oftmals möchten Frauen nach Schwangerschaften oder einer starken Gewichtsabnahme das verlorene Volumen Ihrer Brust und Ihre vorherige Körbchengröße zurückgewinnen. Für den Fall, dass gleichzeitig eine Korrektur der Brustform gewünscht wird, kann eine Brustvergrößerung auch mit einer Bruststraffung kombiniert werden.

Auf dieser Seite finden Sie ausführliche Informationen zu OP-Methoden zur Brustvergrößerung mit Implantat und erhalten Entscheidungshilfe zur Auswahl des richtigen Implantats für Ihre Bedürfnisse. Zusätzlich werden häufige Fragen beantwortet und Sie erhalten viele weitere Informationen und Details, die Ihnen bekannt sein sollten, wenn Sie sich eine sichere Brustvergrößerung mit natürlichem Aussehen wünschen. Für die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, mit uns für ein erstes Beratungsgespräch in Kontakt zu treten.

Wissenswertes über Brustimplantate

Implantate werden einerseits nach ihrer Form, also ob anatomisch (tropfenförmig) oder rund und darüber hinaus anhand der Größe, Außenwand und des Füllmaterials ausgesucht. CE- und FDA-Zertifizierungen zeugen von der Einhaltung europäischer bzw. amerikanischer Qualitätsnormen. Für die Auswahl des richtigen Implantates sollten Ihre Veränderungswünsche und Ihre individuellen anatomischen Verhältnisse des Körpers berücksichtigt werden.

Brustimplantate werden in der Regel über einen wenige Zentimeter großen Zugang (Hautschnitt) im Bereich der geplanten Unterbrustfalte eingebracht. Alternative Zugänge sind die Achselhöhle oder am Rand des Warzenhofes. Sie können unter oder über den großen Muskel (Brustmuskel) bzw. unter die Brustdrüsen platziert werden.

Was sind die Kosten für eine Brustvergrößerung mit Implantat?

Die Kosten für eine Brustvergrößerung mit Implantat werden im Rahemn des persönlichen Beratungsgesprächs ermittelt. Sollte Sie sich vorab ein Bild über den preislichen Rahmen machen wollen, besuchen Sie unsere Kostenseite.

Auswahl des richtigen Brustimplantats

Bei der Auswahl des richtigen Implantates sind Entscheidungen bezüglich der Form (runde oder tropfenförmige), der Projektion (Implantatdicke), der Oberfläche (Außenwand), des Füllmaterials (inneres Material), des Festigkeitsgrades, des Herstellers und der Größe zu treffen. Wir beraten Sie gerne dazu, wie das optische Resultat einer natürlichen Brust in der gewünschten Größe ermöglicht werden kann. Werfen Sie hier einen Blick darauf, welche Implantate zur Brustvergrösserung verwendet werden können.

Verschiedene Formen (verschiedene Arten) des Implantates

  • Anatomische Brustimplantate oder Implantate in Tropfenform: natürliche Form, mögliches Risiko des Verdrehens des Implantates. Anatomische Brustimplantate haben daher eine raue Oberfläche.
  • Runde Brustimplantate: fülliges Dekolleté. Runde Implantate können entsprechend eine glatte Oberfläche haben.

Implantatdicke

  • Mittlere Projektion: natürlichsten Ergebnisse.
  • Hohe Projektion: tendenziell eine volle Form.

Außenwand des Implantates

  • Silikonhülle mit glatter Oberfläche: tendenziell kleinerer Zugang, Risiko einer Kapselkontraktur erhöht.
  • Silikonhülle mit rauer Oberfläche: haftet besser am Gewebe (Voraussetzung dafür, dass anatomische Implantate verwendet werden), Risiko eines ALCL erhöht.

Füllmaterial des Implantates

  • Silikon: in der Regel formstabiles Material, Risiko von Faltenbildung geringer.
  • Physiologische Kochsalzlösung: gering formstabil, Risiko von Faltenbildung erhöht.

Festigkeitsgrade des Implantates

  • Geringe Festigkeit: natürlichere Form, geringere Projektion.
  • Hohe Festigkeit: unnatürliche Form besonders im Liegen, hohe Projektion.

Hersteller des Implantates

Allergan, Inc. (USA, Gründung 1948), Establishment Labs S.A. (USA, Gründung 2004, Motiva®), Mentor (USA, Gründung 1969), GC Aesthetics PLC (Deutschland, Gründung 2015 mit Übernahme von Nagor Ltd. (UK, Gründung 1979) sowie Eurosilicone (Frankreich, Gründung 1995), Polytech Health & Aesthetics (Deutschland, Gründung 1986, B-Lite®), Sebbin (Frankreich, Gründung 1986).

Größe des Implantates

Abhängig vom Alter, Größe und Gewicht, Brustkorbumfang und Form des Brustkorbes. Grob orientierend entsprechen 130 bis 150ml einer Brustvergrößerung von einer Körbchengröße (Cup). In den USA werden am häufigsten 300 bis 350ml und in Deutschland 250 bis 300ml verwendet. Durchschnittliche Körbchen-Größen unterscheiden sich von Land zu Land wobei im Allgemeinen mit zunehmendem Körpergewicht auch die Größe des Körbchens zunimmt.

Flüssigimplantat Los Deline©

Der Gewebefüller Los Deline© wurde 2005 entwickelt und zunächst unter dem Namen Aquafilling© vertrieben (Biomedica, Prag, Tschechische Republik). Das farblose, durchsichtige Gel besteht aus 98 % Kochsalzlösung und 2% einer Mehrfachbindung von Acrylamid und N,N′-Methylenebisacrylamid. Möglicherweise gibt es minimale Unterschiede in den Bindungsstrukturen zwischen der Struktur von Los Deline© und anderen Polymethylmethacrylat (PMMA) Gewebefüllern. Die Gesamtzusammensetzung dieser Gewebefüller scheint jedoch sehr ähnlich zu sein (Namgoong S, et al., 2020, Aesthetic Plast Surg). Bei anderen PMMA Gewebefüllern (zum Beispiel Aquamid®) zeigten sich Komplikationen wie Entzündungen, Schmerzen und Knotenbildungen in über 18 Prozent der Fälle (Cheng N, et al. 2002, Aesthet Plast Surg). Die Komplikationen bei Aquafilling© treten nachher, im Zeitrahmen von 5 Monaten bis zu 12 Jahren nach der Unterspritzung auf (durchschnittlich 3 Jahre). Die Komplikationen müssen gelegentlich durch eine OP behandelt werden. Die Gründe für eine Operation sind in über 80 Prozent Verhärtungen, in über 50 Prozent Schmerzen und in 7 bis 8 Prozent Entzündungen (Cheng N, et al. 2002, Aesthet Plast Surg). Die Vergrößerung einer Brust durch Unterspritzung eines Flüssigimplantates ist verführerisch. Allzu oft werden diese Behandlungen von Ärzten angeboten, die im Gegensatz zu Plastischen Chirurgen, alternative Techniken der Brustvergrößerungen nicht beherrschen. „Nicht-invasive" Verfahren sind weder harmlos noch ohne Risiko. Gewebefüller zur Vergrößerung der Brust wurden daher von der Amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA 2015 verboten (Oam GS, Paddle A. Aesthetic Plast Surg. 2020). Da der Begriff Schönheitschirurg nicht geschützt ist, gibt es auch Anbieter höchst unseriöser Methoden zur Brustvergrößerung, wie eine 24 Stunden Push-Up Vergrößerung mit einer Kochsalzlösung Füllung. Wir empfehlen Ihnen daher nicht nur die Qualität des Implantates zu hinterfragen, sondern auch die Qualifikationen des Arztes zu recherchieren, dem Sie sich anvertrauen. Setzen Sie stets auf hochwertige Implantate der neuesten Generation. Die Kombination aus modernen Implantaten und erfahrenen Fachärzten der ästhetischen Chirurgie sind Grundvoraussetzung für einen Erfolg. Informieren Sie sich umfassend.

Wann ist das Endergebnis zu sehen?

Diese gehört zu einer der am häufigsten gestellten Fragen. Die Größenzunahme der Brust ist sofort nach der OP zu erkennen, sodass Sie bereits ein erstes Bild davon haben. Die in den ersten Tagen unvermeidbare Schwellung bildet sich nach einigen Wochen zurück und die genauen Formen der Kontur sind dann genauer erkennbar. Die Anpassung der Hautspannkraft und die Narbenheilung brauchen jedoch einige Monate Zeit. Die endgültige Form der Brust braucht daher etwas Zeit, um sich abzuzeichnen. Die Narbe ist in den ersten Monaten oft ein wenig gerötet oder erhaben. Die konsequente Massage der Narbe und die Anwendung eines Silikonpflasters drei bis vier Wochen nach dem chirurgischen Eingriff fördern und beschleunigen den Heilungsverlauf und sodass eine unscheinbare Ausheilung der Narbe ermöglicht wird. Alter, Gesundheitszustand und die Größe des ausgewählten Implantats beeinflussen sich auf die Dauer der Heilung. Bei 90 Prozent der Patientinnen ist das Endergebnis drei Monate nach der Brust-Operation zu sehen, dies variiert selbstverständlich in leichtem Maße individuell von Patientin zu Patientin.

Vorher-Nachher Bilder einer Brustvergrößerung mit Implantaten

Bei Schönheits-OPs erwarten Patienten, dass sie sich Vorher-Nachher Bilder (Nachher-Bilder / Vorher-Nachher Fotos) ansehen können. Wenn es um das Thema Brustvergrößerung mit Implantation geht, bestehen Frauen selbstverständlich in besonderem Maße darauf, sich in die Hände eines besonders vertrauenswürdigen Experten der plastisch-ästhetischen Chirurgie zu begeben, um eine ausführliche und kompetente individuelle Beratung zu erhalten. Sie möchten sich durch Nachher-Fotos versichern, dass Sie mit dem Resultat vollends zufrieden sein werden und sich im Vorfeld ein Bild davon machen. Sie erwarten in diesem Rahmen auch, dass ihnen Vorher-Nachher Bilder (Vorher-Nachher Fotos) von etwaig durchgeführten OPs gezeigt werden. Solche Fotos für einen Vorher-Nachher Vergleich können Sie sich bei einem Termin zu einem persönlichen Beratungsgespräch ansehen, selbstverständlich unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Vorgaben.Darüber hinaus wird ein Probe-BH angezogen, damit Sie sich die Zielgröße vorstellen können.
Konsultieren Sie für weitere Informationen unsere Seite zu dem Thema Vorher-Nachher Bilder.

Erfahrungsberichte zu einer Brustvergrößerung mit Implantaten

Wenn Sie die Erfahrungen anderer Patientinnen über ihre Brustvergrößerungs-OP mit Implantat bei Centerplast nachlesen möchten, können Sie sich unsere Seite für Erfahrungsberichte ansehen.

Wie können Sie sich auf eine Brustvergrößerung mit Implantaten vorbereiten?

  • Achten Sie auf die Wahl des richtigen Arztes, der richtigen Klinik / Praxis. Nur erfahrene Fachärzte, also ästhetische Chirurgen sind Experten und sollten einen solchen ästhetisch-plastischen Eingriff vornehmen.
  • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen medizinischen Behandlungen sollten im Vorfeld vom Experten der plastischen Chirurgie beantwortet sein.
  • Schränken Sie für gute körperliche Voraussetzungen den Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein!
  • Die Einnahme hormonhaltiger Medikamente (Pille) ist gegebenenfalls vorübergehend einzustellen.
  • Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS, Thomapyrin®) müssen mindestens 10 Tage vor der Brust OP nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
  • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen mindestens 4 Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
  • Sie sollten sich im Bilde darüber sein, dass Operationen die Flugreisetauglichkeit einschränken. Planen Sie daher in den 6 Wochen nach der Brust OP keine Flugreisen beruflich wie privat!

Wie wird eine Brustvergrößerung mit Implantaten durchgeführt?

  • Vor Beginn wird ein Vorher-Bild (Foto mit spezifischen Einstellungen) festgehalten, damit das Ergebnis optimal verglichen werden kann.
  • Der medizinische Eingriff erfolgt nicht nur unter örtlicher Betäubung, sondern in Vollnarkose im Rahmen eines ambulanten Eingriffs in der Praxis, in einem speziellen OP-Saal.
  • Die Wunde nach der Operation wird überwiegend mit selbstauflösenden Hautfäden genäht.
  • Je nach Befund werden bei Bedarf im Rahmen der Brustvergrößerungs-OP bereits im OP-Saal Drainageschläuche in die Wunde eingelegt, die nach kurzer Dauer wieder entfernt werden können.
  • Die OP-Dauer inklusive Vollnarkose beträgt ca. 60 Minuten.
  • Sie erhalten entsprechend der gesetzlichen Vorgabe einen Implantat-Pass bzw Implantatausweis. Auf diese Art und Weise kann jederzeit die Herkunft der Implantate bis zum Hersteller zurückverfolgt werden.

Zugänge über die Brustimplantate eingebracht werden

Die Stelle an der ein Brustimplantat zwecks Brustvergrösserung platziert wird, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Form der Brust. Es existieren verschiedene Methoden, bzw. Wege der Einführung des Materials. Idealerweise liegt die Zugangsstelle zwischen der zweiten und sechsten Rippe, neun bis elf Zentimeter von der Mittellinie des Brustbeins entfernt. Um den Raum für das Implantat zu schaffen, ist eine gute Planung und eine gute Übersicht notwendig. Es gibt verschiedene Körperregionen, über die Implantate eingesetzt werden können. Ein Zugang bezeichnet die Körperstelle an der der Chirurg das Skalpell ansetzt. Jeder Zugang hat gewisse Vor- und Nachteile. Aus verschiedenen Gründen sind bei einem Viertel der Patientinnen Folgeoperationen in den ersten zehn Jahren erforderlich (Forster NA., et al., 2013, J Plast Reconstr Aesthet Surg.). Die meist anspruchsvollere Zweitoperationen erfordert in der Regel einen kleinen Schnitt (Zugang) im unteren Bereich, in der Unterbrustfalte. Angesichts dieser späteren medizinischen Notwendigkeit sollte der Operateur diese Überlegung bereits bei dem ersten Eingriff im Blick haben. Er muss dies berücksichtigen.

Unterbrustfalte

Vorteile

  • Bietet dem Chirurgen die bestmögliche Übersicht.
  • Platzierung des Implantats unter dem großen Muskel der Brust (Brustmuskel) möglich.
  • Einsatz eines von anatomischen Implantaten möglich.
  • Wechsel des Implantats über denselben Zugang unkompliziert (z.B. für Brustverkleinerung).
  • Stillfähigkeit nach der Schwangerschaft nicht beeinträchtigt.

Nachteil

  • Narbe im Liegen oder bei kleinen Brüsten auch im Stehen zu erkennen.

Rand des Warzenhofes

Vorteil

  • Unscheinbare Narbe.

Nachteile

  • Bei kleinen Brustwarzen oder großen Implantaten nicht möglich.
  • Kann die Stillfähigkeit nach der Schwangerschaft beeinträchtigen.
  • Kann mit einer Gefühlsminderungen der Brustwarze einhergehen.
  • Entfernung des Kapselgewebes erfordert einen Zugang in der Unterbrustfalte.

Achselhöhle

Vorteile

  • Keine Narbe an der Brust selbst.
  • Bei einer Tendenz zu Narbenwucherungen vorteilhaft.
  • Stillfähigkeit nach der Schwangerschaft nicht beeinträchtigt.

Nachteile

  • Schlüssellochtechnik ist eine OP-Technik mit eingeschränkter Übersicht.
  • Präzise Platzierung des Implantats bei dieser Methode erschwert.
  • Risiko asymmetrischer Unterbrustfalten erhöht.
  • Gefahr einer Schädigung von Hautnerven des Armes und von Lymphgefäßen
  • Beeinträchtigt nachher die Untersuchung von Wächterlymphknoten zur Erkennung und Behandlung von Brustkrebs
  • Entfernung des Kapselgewebes erfordert einen Zugang in der Unterbrustfalte.
  • Teure Ausrüstung erforderlich.

Bauchnabel

Vorteile

  • Nachher keine Narbe an der Brust selbst.
  • Stillfähigkeit nach der Schwangerschaft nicht beeinträchtigt.

Nachteile

  • Nur für wassergefüllte Implantate möglich.
  • Schlüssellochtechnik mit eingeschränkter Übersicht.
  • Weitere Narbe bei Wechsel des Implantats in der Unterbrustfalte (z.B. für Brustverkleinerung).

Was müssen Sie nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten beachten?

  • Ihr Wohlbefinden und das Ergebnis der OP werden regelmäßig kontrolliert.
  • Achten Sie aus medizinischen und ästhetischen Gründen auf eine Hochlagerung des Oberkörpers von 30 Grad in den ersten fünf Tagen, auch beim Schlafen. Das sorgt für eine bessere Abschwellung und Wundheilung nach der Schönheits-OP.
  • In den ersten sechs Wochen nach dem OP-Termin in der Praxis sollten Sie auf dem Rücken schlafen. Das vermindert das Risiko, dass die modernen Brustimplantate nachher verrutschen oder sich verdrehen.
  • Ab dem dritten Tag nach dem medizinischen Eingriff können Sie vor der Wundkontrolle in der CenterPlast Saarbrücken duschen.
  • Tragen Sie die zuvor angepassten Stütz-BHs (Kompressions-BH / Spezial-BH) kontinuierlich sechs Wochen lang.
  • Massieren Sie für einen optimalen Heilungsprozess mehrfach täglich für einige Minuten die Narbe ab der dritten postoperativen Woche. Benutzen Sie eine fettende Creme, wie zum Beispiel Bepanthen® Salbe oder Linola® Fett. Achten Sie auf kreisförmige, sowie längs und quer zur Narbe verlaufende Bewegungen. Diese Maßnahmen verhelfen nachher zu einer unscheinbaren Narbe.
  • Vermeiden Sie nach Schönheits-OPs Bücken, Heben schwerer Lasten, Schwimmen, Saunieren, Geschlechtsverkehr und sportliche Betätigungen vier Wochen lang. Wenn noch Schwellungen bestehen, ist eventuell eine längere Schonung ratsam.

Welche Routineuntersuchungen sind nach einer Brustvergrößerung mit Implantat notwendig?

Die FDA empfiehlt nachher, ca. drei Jahre nach der Operation in einer entsprechenden Klinik eine Kernspintomographie Untersuchung und anschließend alle zwei Jahre. Bei dieser medizinischen Untersuchung können Rupturen jeder Art erkannt werden, die auch bei der körperlichen Untersuchung eines Arztes auf den ersten Blick unentdeckt bleiben würden.

Wie lange halten Brustimplantate?

Silikonimplantate haben kein Verfallsdatum. Und dennoch gibt es für mit Silikon-Gel gefüllte Brustimplantate keine lebenslange Garantie. Sie halten nicht ein Leben lang. Trotz stetiger Weiterentwicklung der Hüllen und der Füllung (Silikon), kann die Hülle eines Implantats nachher einen Riss entwickeln. Als Faustregel beziffert die Amerikanische Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (ASAPS) das Risiko auf ein Prozent pro Jahr. Andere Gründe für eine Folgeoperation nach einer Brustvergrößerung sind ein Verrutschen des Implantats (37 Prozent), eine Kapselkontraktur (33 Prozent) oder der Wunsch der Patientin nach einer anderen Implantatgröße (20 Prozent) (Khanna J, et al. Aesthet Surg J. 2019.). Das Risiko des Verrutschens ist größer, wenn das Implantat unter dem Brustmuskel eingebracht wird, als über dem Brustmuskel. Eine Kapselkontraktur ist die Ausbildung von Narbengewebe um das Brustimplantat, das als Verhärtung, Verformung oder Schmerzen der Brust in Erscheinung tritt. Kapselkontrakturen bilden sich bei etwa 10 Prozent der Frauen nach 10 Jahren (Calobrace MB, et al., 2018, Plast Reconstr Surg). Implantatoberfläche, die Platzierung des Implantats sowie bestimmte Vorkehrungen während des operativen Eingriffs beeinflussen das Risiko einer Kapselfibrose.

Die Gefahr einer weiteren Brust OP variiert von zehn Prozent zwei Jahre nach der Brustvergrößerung bis zu 20 Prozent nach sechs bis zehn Jahren (Maxwell GP, et al. 2012. Aesthet Surg; Adams WP Jr, et al, 2012, Plast Reconstr Surg, Stevens WG, et al., 2016, Aesthet Surg J). Die Gründe für das Entfernen von Implantaten können auch die Sorge um ein BIA-ALCL (Brustimplantat-assoziiertem anaplastischem großzelligem Lymphom) oder eine BII (Breast Implant Illness) und somit eine medizinische Indikation sein. Je größer das Implantat ist, desto größer ist nachher die Gefahr des Verrutschens, einer Verletzung der Hülle oder einer Kapselkontraktur. Die zusätzliche Behandlung mit Eigenfett bei der hybriden Brustvergrößerung bietet viele Vorteile. Die zusätzliche Brustvergrößerung mit Eigenfett ermöglicht die Auswahl eines kleineren Implantats. Die Brust fühlt sich in diesem Fall natürlicher an. Bei Bedarf kann der Experte und Arzt für Plastische Chirurgie die Brust individueller formen bzw. korrigieren. Es besteht auch die Möglichkeit, gezielt das Dekolleté zu betonen.

Was ist das Brustimplantat assoziierte anaplastisches Großzelllymphom (BIA-ALCL)?

Das BIA-ALCL ist kein Krebs des Brustgewebes selbst, sondern eine Form von Blutkrebs, die die weißen Blutkörperchen betrifft. Ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des anaplastischen Großzell-Lymphoms (ALCL) und Brustimplantaten gilt als gesichert. Alternative Verfahren (Brustvergrößerung mit Eigenfett) sollten daher in Betracht gezogen werden.

Die meisten Fälle anaplastischer Großzell-Lymphome traten bei Implantaten mit angerauter (texturierter) Oberfläche auf. Aus diesem Grund wurde die CE-Zertifizierung texturierter Implantate des Herstellers Allergan am 17.12.2018 nicht verlängert. Am 5.04.19 wurden in Frankreich texturierte Implantate der folgenden Hersteller verboten: Allergan Inc., Laboratoire Arion, Nagor Ltd., Eurosilicone, Polytech Health & Aesthetics, Sebbin.

BIA-ALCL – Wie hoch ist das Risiko?

Das Risiko kann je nach Außenwand des Implantates wie folgt unterteilt werden:

  • Bei glatter Oberfläche nur in sehr seltenen Fällen: 0,0001% (1:704.000)
  • Bei feiner rauer Oberfläche (mikrotexturierte Implantate, Siltex® und ähnliche): 0,001% (1:82.000)
  • Bei grober rauer Oberfläche (makrotexturierte Implantate, Biocell® und ähnliche): 0,031% (1:3.200)
  • Bei einer Polyurethan Beschichtung: 0,035% (1:2.800) (Hamdi M, et al, 2019, Aesthet Surg J. 2019).

Wie ist das Risiko an BIA-ALCL zu erkranken einzuordnen?

Die nachfolgenden Zahlen können hilfreich sein, das Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten an BIA-ALCL zu erkranken besser einzuordnen.

  • Risiko einer Ruptur eines Implantats über einen Zeitraum von 10 Jahren: 8,7% (1:11.5).
  • Risiko einer Kapselkontraktur über einen Zeitraum von 10 Jahren: 13,5% (1:7.4).
  • Risiko einer Nachoperation über einen Zeitraum von 10 Jahren: 31,6% (1:3).
  • Risiko über das gesamte Leben betrachtet einer Frau an Brustkrebs zu erkranken: 12,5% (1:8).
  • Risiko für das Wiederkehren von Brustkrebs nach Brustamputation bei Brustkrebs: 5% bis 8% (1:12.5-20).
  • Risiko über das gesamte Leben betrachtet bei einem Autounfall tödlich zu verunglücken: 0,15% (1:645).
  • Risiko einer Lebensgefährlichen Komplikation bei einer ästhetischen Operation: 0,002% (1:50.000).
  • Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikon-Gel-Implantaten an einem fortgeschrittenem BIA-ALCL mit Lymphknotenmetastasen zu erkranken: ca. 0,0004% (1:250.000).
  • Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten an einem BIA-ALCL zu erkranken, dass nicht innerhalb von 3 Monaten ausbehandelt ist: 0,0002% (1:500.000) (Calobrace MB, et al. 2017. Aesthet Surg J).

Was sind die Symptome des BIA-ALCL?

Das erste Symptom des BIA-ALCL ist eine Schwellung der Brust, die im Durchschnitt acht Jahre nach dem Einsetzen der Brustimplantate auftritt (Spannweite von zwei bis 28 Jahre nach der Brust OP). Die Schwellung ist auf eine Ansammlung von Flüssigkeit zurückzuführen, die das Implantat umgibt. Diese Flüssigkeit kann dazu führen, dass die Brust nachher, über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen deutlich größer wird. Es können auch Knoten in der Brust oder in der Achselhöhle, eine Festigkeit der Brust oder Schmerzen auftreten. Das BIA-ALCL ist in der Regel gut behandelbar und heilbar, wenn Patientinnen sich unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Symptome behandeln lassen.

Gibt es Todesfälle die auf das BIA-ALCL zurückzuführen sind?

Seitdem die Krankheit vor fast 20 Jahren erstmals gemeldet wurde, gab es weltweit 16 bestätigte Todesfälle. Wenn das BIA-ALCL frühzeitig erkannt wird, bevor es sich zu einem Lymphom entwickelt, ist es gut behandelbar und heilbar, indem das Implantat und die umgebende Narbe oder Kapsel entfernt werden.

Handlungsempfehlungen für Patientinnen mit texturierten Brustimplantaten

Jede Frau sollte ihre Brüste regelmäßig abtasten. Nach dem 30. Lebensjahr sollten die Brüste und Achselhöhlen jährliche durch den Frauenarzt abgetastet werden. Nachher, nach dem 50. Lebensjahr wird eine jährliche Mammographie empfohlen. Ultraschall oder MRT Untersuchungen können notwendig sein, wenn die Mammographie Untersuchung nicht aussagekräftig genug ist. Eine sofortige Untersuchung durch den Plastischen Chirurgen ist erforderlich, wenn sie eine Veränderung der Größe, des Gefühls oder der Form ihrer Brüste feststellen.

Warum werden Implantate mit einer rauen Oberfläche eingesetzt?

Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens deuten Untersuchungen darauf, dass Kapselkontrakturen (Ausbildung von festem Narbengewebe um das Implantat herum) seltener bei rauen Oberflächen im Vergleich zu glatten Oberflächen auftreten. Zweitens haben alle tropfenförmigen Implantate / anatomischen Brustimplantate eine raue Oberfläche, damit Sie nicht verrutschen. Einige Chirurgen sind der Ansicht, dass Implantate in anatomischer Form im Gegensatz zu runden Implantaten zu einer natürlichen Brustform führen.

Wie wird das BIA-ALCL behandelt und wie ist die Prognose?

Wenn das BIA-ALCL früh erkannt wird, ist es gut heilbar. Aktuelle Empfehlungen zur Behandlung des BIA-ALCL sehen eine beidseitige Kapselresektion (Entfernung des gesamten Narbengewebes) und die Entfernung der Brustimplantate vor. Solche Eingriffe werden von plastischen Chirurgen auch durchgeführt, wenn ein Implantat beschädigt ist oder sich eine Kapselkontraktur entwickelt hat. Die Mehrheit der Patientinnen benötigen keine zusätzliche Behandlung. Hat sich das BIA-ALCL jedoch auf die Lymphknoten oder das angrenzende Gewebe im Körper ausgebreitet, kann eine Chemotherapie oder Bestrahlung erforderlich sein.

Sollten Implantate wegen des Risikos eines BIA-ALCL entfernt werden?

Weder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch die Deutsche Fachgesellschaften oder die US-amerikanische Behörde Food and Drug Administration (FDA) empfehlen eine vorbeugende Entfernung der von Implantaten mit rauer Oberfläche. Es gibt jedoch Frauen, die sich nachher aus Sorgen um das BIA-ALCL für die Entfernung ihrer Implantate entscheiden.

Welche Alternativen zu einer Entfernung der Implantate gibt es?

Wenn aus Sorgen um das BIA-ALCL die Implantate entfernt werden sollen, gibt es folgende Möglichkeiten, um nachher eine schöne Brustform zu erhalten:

  • Austausch der vorherigen gegen neue Implantate mit einer glatten Oberfläche.
  • Einen Brustaufbau durch eine Behandlung mit Eigenfett, die in der Regel dreimalig wiederholt werden muss.
  • Eine Bruststraffung.

Sollten Frauen mit Brustimplantaten auf das BIA-ALCL untersucht werden?

Es gibt keinen Bluttest, der ein BIA-ALCL nachweisen könnte. Nach Expertenmeinung benötigen Frauen, die keine Veränderung der weiblichen Brust aufweisen, keine zusätzlichen Untersuchungen. Wenn aber eine Patientin eine Veränderung ihrer Brüste bemerkt hat, wie zum Beispiel eine Schwellung oder einen Knoten - sollte sofort eine Untersuchung, Bildgebung und Beratung (persönlich) bei einem plastischen Chirurgen veranlasst werden. Wenn sich Flüssigkeit um das Implantat herum befindet, sollte die Flüssigkeit unter Ultraschallkontrolle abgesaugt und zur Analyse eingeschickt werden.

Wie entsteht das BIA-ALCL?

Plastische Chirurgen, Wissenschaftlicher und die Hersteller von Implantaten befassen sich intensiv mit dieser Frage. Mögliche Risikofaktoren sind die Implantatoberfläche und chronische Entzündungen (Keime mit dem Namen Ralstonia picketti, pseudomonas, brevundimonas). Da in einigen Regionen der Welt (zum Beispiel Asien) nur sehr wenige Fälle gemeldet wurden, wird auch eine erbliche Veranlagung als begünstigender Faktor diskutiert. Möglicherweise müssen verschiedene Faktoren zusammenkommen, damit ein BIA-ALCL nach einiger Zeit entsteht.

Wird von der Benutzung von Implantaten mit rauen Oberflächen abgeraten?

Die CE-Zertifizierung texturierter Implantate des Herstellers Allergan wurde am 17.12.2018 nicht verlängert. Am 5.04.19 wurden in Frankreich texturierte Implantate der folgenden Hersteller verboten: Allergan Inc., Laboratoire Arion, Nagor Ltd., Eurosilicone, Polytech Health & Aesthetics, Sebbin. Amerikanische und Deutsche Fachgesellschaften raten nicht von der Benutzung solcher Implantate ab. Patientinnen in Deutschland können sich für den Einsatz dieser Implantate nach einer vollumfassenden Aufklärung über Risiken und Alternativen entscheiden.

Was ist die Brustimplantatkrankheit oder “Breast Implant Illness (BII)”?

Schätzungsweise wurden weltweit 2017 1,5 Millionen Brustvergrößerungen mit Implantaten durchgeführt. Dennoch ist die Brustimplantatkrankheit eine seltene und noch ungenügend erforschte Erkrankung. Andere Bezeichnungen für die Brustimplantatkrankheit sind „autoimmune/inflammatory syndrome induced by adjuvants (ASIA)“ oder “Silicone Implant Incompatibility Syndrome (SIIS)”. Ein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und sehr uneinheitlichen Beschwerden wird seit circa dreißig Jahren diskutiert. Zu diesem Beschwerdebild gehören unter anderem Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Brustschmerzen, Haarausfall, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Lichtempfindlichkeit, Verdauungsbeschwerden, Nachtschweiß, Hautausschläge, Gewichtszunahme, Herzrasen, Körpergeruch, Angst, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, neurologische und hormonelle Probleme. Diese Beschwerden werden unabhängig vom Hersteller der Brustimplantate, von der Oberfläche des Implantates (raue Oberfläche oder glatte Oberfläche) und dem Füllmaterial (physiologische Kochsalzlösung oder Silikon) beschrieben. Auf sozialen Medien gibt es dazu zahlreiche Berichte.

Was ist Silikon?

Silikone sind künstlich hergestellte Verbindungen. Die Verbindungen bestehen aus kettenartig aneinandergereihtem Silizium (Si) verbunden mit Sauerstoff (O) und zwei organische Kohlenwasserstoffgruppen. Silizium ist nach Sauerstoff und Eisen das dritthäufigste Element auf der ganzen Erde. In der Natur kommt Silizium in Verbindung mit Sauerstoff als Kieselerde (Siliziumdioxid) vor. Siliziumdioxid, auch E551 genannt, ist als Zusatzstoff auch für Öko-Lebensmittel zugelassen. E551 kommt in Instant-Kaffee, Scheibenkäse, geriebener Käse, Gewürzpulver, Tütensuppen oder Kochsalz vor. Das Einatmen von Siliziumdioxid als Feinstaub kann es zu einer Quarzstaublunge und einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke (Caplan-Syndrom) führen. Es handelt sich hierbei um Berufserkrankungen bei Bergleuten, Steinmetzen oder Gussputzer. Silikon kommt in Deodorants, Haut- und Haarpflegemittel, Salben, Gleitmittel und Backformen vor. In der Medizin kommt Silikon bei Herzschrittmachern, Herzklappen, künstlichen Gelenken und Brustimplantaten vor. Medizinisches Silikon wird bei der Herstellung von Antioxidantien, Farbstoffen und Weichmachern befreit.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Silikon und bestimmten Autoimmunerkrankungen?

In den frühen 90er Jahren gab es mehrere Fallberichte, die Silikonimplantate mit Bindegewebserkrankungen, Krebs und Autoimmunerkrankungen in Verbindung brachten. Der Einsatz von Silikonimplantaten wurde 1992 in den USA gestoppt. Eine US-amerikanische Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation (National Academy of Medicine) hat nach der Auswertung von 1078 wissenschaftlichen Berichten ein Risiko verneint (Bondurant S, Enster V, Herdman R. Safety of Silicone Breast Implants. Washington, DC: National Academy Press; 1999). 2006 hat die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel (Food and Drug Administration, FDA) Silikonimplante wieder zugelassen. Ursächliche Zusammenhänge werden in der Medizin nach den Hill Kriterien untersucht.

Gibt es eine Untersuchung, um eine BII zu bestätigen?

An einem solchem Test wird intensiv geforscht. Es gibt jedoch Laboruntersuchungen, um bestimmte Autoimmunerkrankungen nachzuweisen. Bei Patientinnen mit einer Brustimplantatkrankheit (BII) können sowohl die Untersuchungen auf eine Autoimmunerkrankung wie auch alle anderen Blutuntersuchungen normal sein.

Werden Patientinnen mit BII durch die Entfernung des Implantates geheilt?

Die Verbesserung nach der Entfernung der Brustimplantate können ausbleiben, vorübergehend oder dauerhaft sein. Es gibt keine Studie, die nachweist, dass eine Implantatentfernung mit Kapselentfernung besser wäre als ohne Kapselentfernung.

Was kann getan werden, wenn der Verdacht einer Brustimplantatkrankheit (Breast Implant Illness) besteht?

Es gibt keine Möglichkeit, den Zusammenhang der Beschwerden mit den Brustimplantaten nachher zu beweisen oder zu widerlegen. Wir empfehlen eine Beratung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie. Lässt sich eine Autoimmunerkrankung nachweisen, wird unter Umständen eine medikamentöse Behandlung empfohlen. Eine Entfernung der verwendeten Implantate mit der Kapsel (en-bloc) oder ohne kann jederzeit durchgeführt werden.

Wie groß ist das Risiko für eine Brustimplantatkrankheit (Breast Implant Illness)?

Da der Zusammenhang (noch) nicht als gesichert gilt, kann aktuell nicht von einem Risiko gesprochen werden. Nach bestem Wissen und Gewissen gibt es keinen Hinweis aus hochwertigen Studien über einen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Autoimmunerkrankungen.

Was ist eine Entfernung eines Brustimplantates en-bloc?

Hierbei wird das Implantat in einem Stück mit der Kapsel entfernt. Für die Entfernung en-bloc ist ein größerer Zugang im Bereich der Unterbrustfalte erforderlich. Eine Entfernung des Implantates en-bloc geht mit einem höheren Risiko einer Verletzung der Rippen, der Muskel oder der Lunge einher. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Seite Implantatentfernung en-bloc.

Zusammenhang zwischen Silikonimplantaten und der „Breast Implant Illness“

Seit vielen Jahren wird intensiv diskutiert, dass Silikonimplantate zahlreiche Beschwerden verursachen. Viele dieser Beschwerden werden unter dem Begriff „Breast Implant Illness“ (BII) zusammengefasst. Ursächliche Zusammenhänge werden in der Medizin nach den Bradford Hill Kriterien untersucht. Ein ursächlicher Zusammenhang, wie zum Beispiel die Erkrankung an Gehirntumoren und der Handy-Nutzung, müssen sachlich und fundiert anhand dieser neun Kriterien belegt werden. Die Begriffserklärung, ein anschauliches Beispiel und die Bezugnahme zu der Breast Implant Illness helfen die komplexen Zusammenhänge besser zu verstehen.

1) Assoziationsstärke

  • Begriffserklärung: Je häufiger eine Erkrankung nach einem Ereignis beobachtet wird, desto wahrscheinlicher ist ein ursächlicher Zusammenhang.
  • Beispiel: Alle Schüler einer Klasse bekommen ausgezeichnete Abiturnoten in Mathematik. Sie hatten wahrscheinlich einen guten Lehrer.
  • Breast Implant Illness: Wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Qualität der Studien ist insgesamt noch unzureichend.
  • Quellen: Janowsky EC, et al. 2000. N Engl J Med 342(11):781–790. Balk EM, et al. 2016. Ann Intern Med 164:164-175. Colaris MJL, et al. Immunol Res. 2017 Feb;65(1):120-128.

2) Maß an Übereinstimmung

  • Begriffserklärung: Wenn sich die Schlussfolgerungen von unterschiedlichen Studien, in unterschiedlichen Ländern, zu unterschiedlichen Zeitenpunkten gleichen, ist ein ursächlicher Zusammenhang wahrscheinlich.
  • Beispiel: Klimaforscher auf der ganzen Welt sind sich einig – der CO2-Ausstoß ist für den Klimawandel verantwortlich.
  • Breast Implant Illness: Die Schlussfolgerungen der Untersuchungen widersprechen sich, wobei aktuell die Stimmen überwiegen, die einen Zusammenhang verneinen.
  • Quellen: Perkins LL, et al. 1995. Ann Plast Surg 35:561–570. Hochberg MC, et al. 1996. Curr Top Microbiol Immunol 210:411–417. Wong O. 1996. Regul Toxicol Pharmacol 23:74–85. Whorton D, Wong O (1997) et al. West J Med 167:159–165. Janowsky EC, et al. 2000. N Engl J Med 342:781–790. Rubio-Rivas M, et al. Clin Rheumatol. 2017 Mar;36(3):569-582.

3) Spezifität

  • Begriffserklärung: Wenn es keine anderen Risikofaktoren gibt, ist ein Zusammenhang wahrscheinlich.
  • Beispiel: Wenn eine neue Uhr mit neuer Batterie bei sachgerechtem Umgang nach einem Tag stehen bleibt, handelt es sich wahrscheinlich um ein Verarbeitungsfehler.
  • Breast Implant Illness: Die beschriebenen Beschwerden sind sehr unterschiedlich und treten bei einer Vielzahl von Erkrankungen auf. Die Ursachen und Auslöser von Autoimmunerkrankung sind noch ungenügend erforscht.
  • Quelle: Colaris MJL, et al. Immunol Res. 2017 Feb;65(1):120-128.

4) Zeitlicher Zusammenhang

  • Begriffserklärung: Die Häufung einer Erkrankung zu einer bestimmten Zeit nach einem schädigenden Einfluss, macht einen ursächlichen Zusammenhang wahrscheinlich.
  • Beispiel: Wenn Bauchschmerzen vor oder Wochen nach einem Restaurantbesuch auftreten, ist eine Lebensmittelvergiftung unwahrscheinlich.
  • Breast Implant Illness: Der Dauer bis zu den Beschwerdebildern variiert in den wissenschaftlichen Berichten von ein bis 15 Jahren.
  • Quelle: Pavlov-Dolijanovic S et al. 2017. Rheumatol Int 37(8):1405–1411

5) Biologischer Gradient

  • Begriffserklärung: Wenn ein Zusammenhang besteht, sollte ein schädigender Einfluss über eine lange Zeit, sollte mit einer höheren Erkrankungswahrscheinlichkeit einhergehen.
  • Beispiel: Je mehr Zigaretten jemand raucht, desto stärker steigt das Risiko eines Lungenkrebses.
  • Breast Implant Illness: Unterschiedliche Erkrankungshäufigkeiten bei einseitigen oder beidseitigen Brustimplantaten, Kochsalzimplantaten, Herzschrittmachern oder kleinen Gelenkprothesen konnte nicht festgestellt werden.

6) Plausibilität

  • Begriffserklärung: Das Vorhandensein einer biologischen Erklärung unterstützt eine ursächliche Erklärung.
  • Beispiel: UV-Strahlen können das menschliche Erbgut schädigen und daher auch Hautkrebs verursachen.
  • Breast Implant Illness: Fremdkörper werden im Organismus von den Abwehrzellen erkannt und lösen eine Immunabwehr aus.

7) Kohärenz

  • Begriffserklärung: Übereinstimmende Beobachtungen von Laborversuchen und Beobachtungen bei Patienten sprechen mit höherer Wahrscheinlichkeit für einen ursächlichen Zusammenhang.
  • Beispiel: Die schädliche Wirkung von Feinstaub kann im Tierversuch und in verkehrsintensiven Räumen übereinstimmend beobachtet werden.
  • Breast Implant Illness: Untersuchungsergebnisse am Menschen und Untersuchungen im Labor sind sehr unterschiedlich.

8) Experiment

  • Begriffserklärung: Die Beseitigung des Risikofaktors sollte die Häufigkeit der Krankheit verringern.
  • Beispiel: Wenn ein Raucher aufhört zu rauchen, nimmt die Wahrscheinlich an Lungenkrebs zu erkranken ab.
  • Breast Implant Illness: Eine vorübergehende Besserung der Beschwerden konnte bei 38 Patienten nach Implantatentfernung festgestellt werden.
  • Quelle: Rohrich RJ et al (2000) et al. Plast Reconstr Surg 105(7):2529–2537

9) Analogie

  • Begriffserklärung: Ähnliche Risikofaktoren sollten zu ähnlichen Erkrankungen führen.
  • Beispiel: Da Rauchen zu Lungenkrebs führt, ist ein Einfluss bei der Entwicklung eines Blasenkrebs wahrscheinlich.
  • Silikonimplantate an anderen Körperstellen stehen nicht in dem Verdacht Erkrankungen auszulösen.
  • Breast Implant Illness: Das ALCL ausgenommen, ist bisher keine Erkrankung bekannt, die durch Silikon verursacht wird.

Autorenhinweis

Autor: PD Dr. Stéphane Stahl. Es bestehen keine finanziellen Beziehungen zur Pharma- oder Medizinprodukteindustrien, die den o.g. Text beeinflusst haben könnten. Jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur für den persönlichen Gebrauch erlaubt. Alle auf dieser Internetpräsenz verwendeten Texte sind urheberrechtlich geschützt.

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