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Fettwegspritze (Injektionslipolyse)

Lipostabil® N ist für die Behandlung von Fettembolien zugelassen. Zu diesem Zweck wird Lipostabil® N in eine Körpervene eingespritzt. Seit 2006 ist Lipostabil® N verschreibungspflichtig. Die Wirkstoffe von Lipostabil N® sind Phosphatidylcholin (fünf Prozent) und Desoxycholsäure (2,5 Prozent). Fünf Milliliter Injektionslösung (eine Ampulle) Lipostabil N® enthalten 232,5 Milligramm Phosphatidylcholin und 126,5 Milligramm Desoxycholsäure. Lipostabil N® wurde erstmals 1966 von Kroupa zur Behandlung der Fettembolie eingesetzt. Maggiori setzte Lipostabil N® 1988 erstmals zur Behandlung von Fetteinlagerung unter der Haut (sogenannte Xanthelasmen) ein. 1995 hat die Brasilianerin Rittes Lipostabil N® erstmals zur Behandlung von Tränensäcken eingespritzt. Das brasilianische Gesundheitsministerium hat 2011 jedoch die Injektion von Lipostabil® N zu ästhetischen Zwecken verboten. Nach der Einspritzung in des Fettgewebe führt Lipostabil N® zu einer Zerstörung von Fettzellen und zu einer örtlichen Entzündungsreaktion.

Phosphatidylcholin ist das am häufigsten vorkommende Phospholipid. Phospholipide sind Fette mit einer wasserlöslichen und einer wasserabweisenden Seite. Die Hülle jeder Zelle jedes Lebewesen (Menschen, Tieren, Pflanzen und Algen) besteht zur Hälfte aus Phosphatidylcholin. Phosphatidylcholin hilft bei der Verstoffwechselung von Cholesterin. Phosphatidylcholin unterstützt die Verdauung von Fetten und schützt vor Gallen- und Nierensteinen. Eine vorbeugende Wirkung von Phosphatidylcholin bei der Alzheimer Erkrankung, der Gefäßverkalkung und der Fettleber wird noch erforscht. Mit der Nahrung nehmen wird täglich vier bis acht Gramm Phosphatidylcholin auf (zum Beispiel Eigelb, Sojaprodukte, Milch, Mais, Blumenkohl). Ein Milligram pro Milliliter Phosphatidylcholin stimuliert Fettzellen zur Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (TNFα und IL-1β). Diese Botenstoffe leiten den programmierten Zelltod der Fettzellen ein. Phosphatidylcholin verschont jedoch Muskelzellen, Endothelzellen und Fibroblastenzellen.

Die Desoxycholsäure ist eine Gallensäure. Gallensäuren wirken wie ein Lösungsmittel, durch das Vermengen von Fett und Wasser. Es wird davon ausgegangen, dass Desoxycholsäure die Hüllen von Zellen unspezifisch zerstört. Desoxycholsäure kann den Zelltod von Muskelzellen, Bindegewebszellen und Nervenzellen bewirken. Die schädigende Wirkung von Desoxycholsäure führt zum Zelltod und einer Entzündung.

In den USA wurde Desoxycholsäure zur Behandlung des Doppelkinns 2015 von der US-amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) zugelassen. Das Präparat wird unter dem Namen Kybella® (Allergan USA, Inc., Irvine, CA 92612) geführt und in zwei Milliliter Ampullen verkauft. Eine Ampulle Kybella®enthält zwanzig Milligramm Desoxycholsäure.

Bei einer Behandlung werden jeweils 0,2 Milliliter im Abstand von einem Zentimeter eingespritzt. Pro Behandlung sollten maximal zehn Milliliter verabreicht werden. Eine Behandlung kann maximal sechs Mal im Abstand von vier Wochen wiederholt werden.

Gelegentlich treten stechende Schmerzen, Schwellung oder eine Rötung der Haut auf. Diese Beschwerden sind in der Regel nach bis zwei bis drei Tagen rückläufig. Die Verabreichung einer zu großen Dosis oder die Einspritzung in schlecht durchblutetes oder vernarbtes Gewebe erhöhen die Gefahr einer Hautnekrose. Eine oberflächliche Unterspritzung kann zu einer Schädigung der Haut führen. Bei der Anwendung von Kybella® am Hals kann es zu Haarausfall kommen. Allergische Reaktionen sind gegebenenfalls auf den Zusatzstoff Benzylalkohol zurückzuführen. Schwere allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock) wurden noch nicht beschrieben.

Bei Sojaallergie, Schwangerschaft oder Blutungsneigungen ist die Fettwegspritze kontraindiziert.

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Ihr Centerplast-Team um PD Dr. Stéphane Stahl und Dr. Adelana Santos Stahl berät Sie gern.

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