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    Was kann Frau Dr. Santos Stahl gegen Haarausfall tun?

    „Die zweimalige Unterspritzung von körpereigenem Blut ist bei Männern und Frauen gleichermaßen sicher und wirksam.“ [1].

    „Es ist eine sichere und einfache Methode zur Behandlung von Haarausfall und hat nur wenige unerwünschte Wirkungen.“ [2].

    „Die Behandlung mit eigenem Blut zeigt eine hohe Wirksamkeit bei der Behandlung des hormonell-erblich bedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie) bei der Frau.“ [3].

    Die Zufriedenheit unserer Patienten/innen wird durch die Ergebnisse wissenschaftlicher Veröffentlichungen unterstrichen. Bei der ersten Beratung erstellt Frau Dr. Santos Stahl einen Behandlungsplan entsprechend der Art und Schwere des Haarausfalls. Bei einer Therapie mit körpereigenem Blut empfehlen wir drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen.

    Die Anwendung in der Form konzentrierter Blutplättchen spielt seit vielen Jahren eine immer größere Rolle in der regenerativen Medizin. Unter den vielen Anwendungsgebieten (Unterstützung der Wundheilung, die Verbesserung der Narbenbildung, Hautverjüngung) mehren sich besonders die wissenschaftlichen Belege für die Wirkung dieser Behandlungsform zur Bekämpfung des Haarausfalls.

    Die zellerneuernde Wirkung des aufbereiteten körpereigenen Blutes beruht auf der Ausschüttung von Botenstoffen aus den körpereigenen Blutplättchen. Zu diesen Botenstoffen zählen unter anderem ein Wachstumsfaktor aus Blutplättchen (PDGF), ein transformierender Wachstumsfaktor (TGF), ein Wachstumsfaktor für die Neubildung von Blutgefäßen (VEGF), insulinähnlicher Wachstumsfaktor (IGF) und Interleukin 1 (IL-1) [4]. Die Botenstoffe beeinflussen die Zellwanderung, die Zellvermehrung und die Neubildung von Blutgefäßen [5].

    Was kann ich gegen Haarausfall tun?

    Eine Behandlung des Haarausfalls sollte damit beginnen, schädliche Einwirkungen auf das Haarwachstum zu vermeiden. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

    • Stellen Sie das Zigarettenrauchen ein. Raucher haben nachweislich dünnere Haare als Nichtraucher [6]. Das Rauchen vermindert die Durchblutung der Haarwurzel, schädigt die Erbsubstanz der Haarwurzel, fördert die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe und verändert den Hormonhaushalt [7].
    • Regelmäßiger Sport ist gesundheitsfördernd und beugt Haarausfall vor [8]. Hierfür gibt es mehrere Erklärungsansätze. Einerseits werden über das Schwitzen Giftstoffe und Abfallstoffe ausgeschieden [9]. Sportliche Betätigung fördert andererseits den Stressabbau und steigert die Hautdurchblutung. Sport reguliert den Hormonhaushalt, verbessert den Zuckerstoffwechsel und den Blutdruck [10].
    • Essen Sie mindestens dreimal wöchentlich rohes Gemüse (Blattsalat, rohe Karotten und Tomaten) und frische Kräuter (Rosmarin, Salbei, Petersilie, Basilikum). Eine mediterrane Küche schützt vor Haarausfall [11]. Die Beobachtung wird durch die antioxidative und entzündungshemmende Wirkung sekundärer Pflanzenstoffe erklärt. Die zahlreichen Hinweise für den gesundheitsfördernden Einfluss der Mittelmeerküche unterstreichen diese Beobachtung [12].
    • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht. Übergewicht führt zu dünneren Haaren. Dies lässt sich dadurch erklären, dass fettreiche Nahrung zur Freisetzung von Entzündungssignalen in den Stammzellen der Haarwurzeln führt [13].
    • Vermeiden Sie Stress und achten Sie auf ausreichend Schlaf. Ein Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) setzt bei Stress vermehrt ein bestimmtes Hormon frei (Corticotropin-Releasing-Hormon). Dieses Hormon bewirkt die Ausschüttung von Histamin aus Abwehrzellen an der Basis der Haarfollikel. Histamin leitet schließlich die Rückbildungsphase (Katagenphase) der Haarfollikel ein [14].
    • Schützen Sie Ihre Haare vor übermäßiger Sonneneinstrahlung. Sonneneinstrahlung (UV-A Strahlung) verursacht einen Rückgang der Stammzellen und der Pigmentzellen in den Haarwurzeln [15]. Bestimmte Abbauprodukte normaler Hautkeime (Propionibakterien) können unter Sonneneinstrahlung zellschädigend sein (lichtaktiviertes Porphyrin) [16]. Durch die Sonne erzeugte freie Radikale führen zu einer Verminderung der Haarpigmente. Hellere Haare bieten einen geringeren Schutz vor UV-Licht [17].
    • Gehen Sie gezielt gegen Schuppen vor. Verschiedene Microorganismen besiedeln die Kopfhaut und bilden ein natürliches Schützschild (Propionibakterien, Staphylococcus-Bakterien und Malassezia-Hefen). Der Hefepilz Malassezia macht beim gesunden Menschen 45 Prozent der Hautkeime aus. Bei fettiger Haut kann sich der Hefepilze stärker vermehren, eine Entzündungsreaktion auslösen und einen Haarverlust begünstigen [18]. Bei Menschen mit Schuppen steigt der Anteil von Hefepilz in der Hautflora auf 75 Prozent [19]. Sowohl bei der seborrhoischen Dermatitis, der Psoriasis als auch der atopischen Dermatitis ist der Hefepilz Malassezia am Krankheitsgeschehen beteiligt. Shampoos mit den Wirkstoffen Zinkpyrithion (zum Beispiel Head & Shoulders®), Ciclopirox olamin (zum Beispiel Stieproxal®) oder Ketoconazol (zum Beispiel Ketozolin®) reduzieren die Malassezia Besiedlung [20].

    Was sind die verschiedenen Ursachen für Haarausfall?

    Zu den häufigsten diskutierten Ursachen gehören:

    • Der erbliche Haarausfall durch männliche Hormone (androgenetische Alopezie)
    • Hormonschwankungen durch Schwangerschaft, Entbindung oder Wechseljahre
    • Schilddrüsenüber- oder unterfunktion
    • Stress [21]
    • Übergewicht [22]
    • Extreme Diäten [23]
    • Zigarettenrauchen [24]
    • Mangel an Vitaminen und Spurenelementen (ausführliche Informationen zu den jeweiligen Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie anbei)
    • Luft- oder Wasserverschmutzung (weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite)
    • Schädliche Haarpflegeprodukte
    • Bestimmte Frisuren (Boxerbraids, Rastazöpfe)
    • Schwere lebensgefährliche Erkrankungen [25]
    • Schwere Funktionsstörung der Leber oder der Nieren
    • Verschiedene Medikamente (eingehende Informationen finden Sie anbei)

    Bei einigen Einflüssen ist die Ursache-Wirkungsbeziehung nicht zweifelsfrei belegt. Die Vielzahl der diskutierten Ursachen und die Verzögerung, mit der es zu einem Haarausfall kommt, erschweren den wissenschaftlichen Nachweis. Mehr hierzu erfahren Sie in unserem Lexikon der Schönheitschirurgie unter dem Eintrag Ursache.

    Haarausfall nach COVID-19-Infektion?

    Eine COVID-19-Infektion geht auch bei mildem Verlauf, meist auf Grund der reduzierten sozialen Kontakte, mit erheblichem Stress einher. Es wird angenommen, dass der Stress einen akuten diffusen Haarausfall auslösen kann [26]. Prinzipiell können jedoch auch die während einer Infektion eingenommenen Medikamente einen Haarausfall auslösen. Im Durchschnitt weisen zehn Prozent der COVID-19 infizierten Patienten einen diffusen Haarausfall auf. Der Haarausfall tritt 50 bis 60 Tage nach einem positiven COVID-19 Test auf. Zu den möglichen Behandlungen zählt das Mittel Minoxidil Lösung sowie die Unterspritzung von eigenem Blut [27].

    Haarausfall durch Umweltschadstoffe

    Schadstoffe und Umweltgifte werden immer häufiger. Schadstoffe können in sehr unterschiedlichen Konzentrationen über die Atemluft oder Nahrungsmittel aufgenommen werden. Plötzliche (akute) Vergiftungen gehen in der Regel mit heftigen teilweise lebensbedrohlichen Symptomen kurze Zeit nach der Einnahme einer größeren Schadstoffmenge einher. Eine chronische Vergiftung (Langzeitvergiftung) ist häufig schwer zu diagnostizieren. Unspezifische und leichte Beschwerden lange Zeit nach Beginn der Giftaufnahme über einen langen Zeitraum erschweren den Verdacht. Ein Haarausfall kann in sehr seltenen Fällen ein Anzeichen einer chronischen Vergiftung sein. In begründeten Verdachtsfällen können je nach Gift Spuren im Blut, Urin oder in den Haaren nachgewiesen werden.

    • Quecksilber (Schwermetall): Schadstoffquellen in der Umwelt: Kohlekraftwerke, Goldwäsche, Schmelzöfen, Zementherstellung. Die Verwendung in Batterien, Lampen oder Thermometern ist nicht mehr zulässig. Schadstoffquellen für den Menschen: Zahnamalgam, kontaminierter Fisch, Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz. Eine Amalgam Zahnfüllung setzt 2 bis 28 Mikrogramm Quecksilber pro Tag frei [28]. Grenzwerte: Nach WHO zwei Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Köpergewicht pro Tag (IPCS (2003) Concise International Chemical Assessment Document, World Health Organization). Anzeichen einer Vergiftung: Müdigkeit, Depression, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Gedächtnisverlust, Haarausfall [29].
    • Cadmium (Schwermetall): Schadstoffquellen in der Umwelt: Legierungen, Lacke, Lötzin. Schadstoffquellen für den Menschen: Zigarettenrauch, Einsatz kontaminierter Düngemittel, Schalentiere, Krebstiere, Innereien, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse und Leinsamen [30]. Grenzwerte: Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit beträgt die duldbare wöchentliche Aufnahmemenge von Cadmium 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Anzeichen einer Vergiftung: Cadmium schädigt die Nieren, die Knochen, die Blutbildung, den Hormonhaushalt und kann zum Haarausfall führen [31]. Cadmium wird über Jahrzehnte in Leber und Nieren angereichert.
    • Arsen: Schadstoffquellen in der Umwelt: Verbrennung von fossilen Brennstoffen, Bleilegierungen, Leuchtdioden, Bekämpfung von Schädlingen, Holzschutzmittel, Glasherstellung. Schadstoffquellen für den Menschen: kontaminiertes Getreide, Reis, Bier und Trinkwasser. Grenzwerte: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat einen gesundheitsgefährdenden Grenzbereich von 0,3 bis 8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgelegt (Datenerhebungsberichte – EFSA – 2015). Anzeichen einer Vergiftung: Eine akute Vergiftung geht mit Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einher. Chronische Arsenvergiftungen zeichnen sich durch eine Gewichtsabnahme, Haarausfall an Kopfhaut, Augenbrauen und Wimpern, eine Verdickung der Fingerendglieder und eine Vergrößerung des Nagelbetts aus.
    • Thallium (Schwermetall): Schadstoffquellen in der Umwelt: Schädlingsbekämpfung gegen Nager, Ameisen und Schaben, Herstellung von Halbleitern und Legierungen. Grenzwerte: Die U.S. Environmental Protection Agency geht von einem schädlichen Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag aus. Anzeichen einer Vergiftung: Es ist geschmacklos, geruchlos und farblos. In geringen Mengen führt Thallium zu einem Haarausfall, bei größeren Mengen kommt es zu Gefühlsstörungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Ein Haarausfall setzt zwei bis drei Wochen nach einer Thallium Vergiftung ein [32]. Häufig ist ein Ausfall der Augenbrauenhaare zu beobachten [33].
    • Selen: Das Spurenelement Selen ist ein wichtiger Bestandteil vieler Eiweiße des Körpers, insbesondere von Enzymen des Schilddrüsenhormon-Stoffwechsels, Enzymen zur Abwehr gegen freie Radikale und von weißen Blutkörperchen. Schadstoffquellen für den Menschen: Meersalz, Innereien, Hefe, Brot, Pilze, Spargel, Raps, Brokkoli, Kohl, Knoblauch, Zwiebel und Lauch [34]. Da Selen in Tierfutter angereichert wird, können Eier und Milchprodukte ebenfalls viel Selen enthalten. Besonders viel Selen enthalten Paranüsse – je nach Anbauregion bis zu 400 Mikrogramm Selen [35]. Auch gewisse Anti-Schuppen-Haarshampoos enthalten Selen. Vergiftungen entstehen auch durch Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Selen [36]. Grenzwerte: Bei Kleinkindern wird die Aufnahme von 15 Mikrogramm Selen pro Tag und bei Erwachsenen 70 Mikrogramm pro Tag empfohlen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt eine Höchstgrenze von 300 Mikrogramm pro Tag. Anzeichen einer Vergiftung: Herzrasen, Schüttelfrost, Konzentrationsstörungen, Magen-Darm Beschwerden sowie Haarausfall und Nagelwachstumsstörungen.

    Welche Medikamente können einen Haarausfall bedingen?

    Medikamente können einen Haarausfall verursachen. Bei vielen medikamentösen Behandlungen ist der Mechanismus, der zu einem Haarausfall führt, noch nicht verstanden. Um einer Haftung wegen Verletzung der Informationspflicht nach § 84 AMG zu entgehen, führen Arzneimittelhersteller alle auch nur entfernt möglichen und unspezifischen Nebenwirkungen auf. Daher wird “Haarausfall” auf vielen Packungsbeilagen als mögliche Nebenwirkung aufgeführt. Zu den häufigeren relevanten Medikamenten gehören die Heparin-Spritzen und die Pille. Ein Haarausfall macht sich oft zwei bis vier Monate nach Behandlungsbeginn bemerkbar. Anbei finden Sie exemplarisch einige Wirkstoffe, bei denen ein vermehrter Haarausfall beobachtet wurde.

    Anwendungsgebiete der WirkstoffeWirkstoff
    AufmerksamkeitsdefizitstörungAmphetamine
    Behandlung einer MalariaChloroquin
    BluthochdruckPropranolol (Beta-Blocker)
    BluthochdruckMetoprolol (Beta-Blocker)
    BluthochdruckCaptopril
    BluthochdruckEnalapril
    BlutverdünnungHeparin
    BlutverdünnungPhenprocoumon
    BrustkrebsTamoxifen
    DepressionenLithium
    DepressionenFluoxetin
    EpilepsiePhenytoin
    GichtAllopurinol
    GichtColchicine
    HerzrhytmusstörungenAmiodoron
    HIVIndinavir
    Hormonelles VerhütungsmittelPille
    KrebsCyclophosphamid
    KrebsDoxorubicin
    Parkinson-KrankheitLevadopa
    RheumaSulfasalazin
    RheumaPenicillamin
    RheumaGold
    SchilddrüsenüberfunktionCarbimazole
    SchilddrüsenüberfunktionPropylthiouracil
    SchilddrüsenunterfunktionL-Thyroxin
    SchizophrenieRisperidon
    Testosteron MangelTestosteron
    Unterdrückung der AbwehrkräfteTacrolimus
    Unterdrückung der AbwehrkräfteAzathioprin
    Unterdrückung der AbwehrkräfteMethotrexat
    Viren, Krebs oder Autoimmun-ErkrankungenInterferone
    Vitamin A MangelRetinol
    Vitamin E MangelTocopherol
    Vorbeugung einer MalariaProguanil
    WassereinlagerungSpironolacton
    ZuckerkrankheitGlibenclamide
    Quellen: Sinclair R., 1999, International Journal of Dermatology und Piraccini B.M., Iorizzo M., et al., Current Drug Safety, 2006.

    Kein Haar gleicht dem anderen

    Kopfhaare sind so verschieden wie das menschliche Wesen. Darum ist die Haarpracht oft Ausdruck unserer Persönlichkeit. Haare sind ein Teil unseres Körpers, und ihr Zustand spiegelt unsere allgemeine Gesundheit wider. Das Haar hat eine wichtige Rolle bei der Wärmeregulation, dem Tastsinn, dem Schutz vor der ultravioletten (UV-) Strahlung der Sonne und der Wundheilung. Über die Länge oder die Farbe der Haare hinaus, können Haare sehr viele unterschiedliche Merkmale haben:

    • Struktur der Haare: Die Form der Haare lässt sich in Kategorien einteilen: ganz glatt, fast glatt, gewellt, große Locken, Afro Locken, sehr kleine Afro Locken. Locken oder glatte Haare werden in der Regel erblich veranlagt. In selten Fällen können Locken die Nebenwirkung bestimmter Medikamente (Indinavir, Retinoide) sein [37].
    • Anzahl der Haare: Blonde haben durchschnittlich 140.000 Haare, Dunkelhaarige 105.000 und Rothaarige 90.000 Haare [38].
    • Die Dichte der Haare wird in Haarfasern pro Quadratzentimeter gemessen. Die Dichte beträgt bei Amerikanern hispanischer Abstammung etwa 170 Haare pro Quadratzentimeter, bei Personen afrikanischer Abstammung 155 Haare pro Quadratzentimeter, bei Europäern 220 Haare pro Quadratzentimeter [39].
    • Dicke der Haare: Der Durchmesser eines Haares beträgt bei Europäern circa 65 Mikrometer, bei Asiaten 90 Mikrometer und bei Afrikanern 75 Mikrometer [40].
    • Form des Querschnitts: Der Querschnitt eines Haares ist bei europäischem und afrikanischem Haar oval, bei asiatischem Haar rund [41].
    • Oberflächenrauheit: Die Rauheit eines Haares wird unter anderem als Höhenunterschied zwischen einem Gipfel und einem Tal an der Oberfläche der Haare gemessen. Bei europäischem und afrikanischem Haar beträgt der Höhenunterschied 12 Nanometer, bei asiatisches Haar 10 Nanometer [42].
    • Spannkraft: Wissenschaftler sprechen von der Zugfestigkeit der Haare. Ein Haar kann im Durchschnitt einer maximalen Spannung von 80 Gramm pro Millimeter Stand halten, bevor es bricht.
    • Die Elastizität beschreibt das Ausmaß, in dem ein Haar nach Belastung wieder in die ursprüngliche Form zurückzukehren kann. Ein Haar lässt sich um 20 bis 30 Prozent seiner Länge dehnen (Elastizitätsmodul 4,2 Gigapascal) [43].
    • Das Haarwachstum: In der Kopfhaut wächst jedes Haar gleichmäßig, rund 0,3 Millimeter pro Tag beziehungsweise ein Zentimeter pro Monat kontinuierlich über zwei bis sieben Jahre.
    • Der Haarausfall: Der Anteil wachsender Haare im Vergleich zu den ausfallenden Haaren wird Anagen-Telogen-Verhältnis genannt. Bei gesunden jungen Menschen befinden sich ungefähr 90 Prozent der Haare in der Wachstumsphase (Anagenphase) und fünf bis zehn Prozent in der Ruhephase (Telogenphase).
    • Vellushaar (Flaumhaar): Vellushaare sind Haare mit einem Durchmesser kleiner als 30 Mikrometer. Der Anteil an Vellushaaren variiert je nach Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und Kopfhautregion um 15 Prozent [44].

    Aufbau eines Haares und eines Haarorgans

    Der Follikel (Haarbalg) ist das Zellgebilde, in dem ein Haar entsteht und wächst. Follikel erstrecken sich von dem Haartrichter bis zu der Haarwurzel. Im Zentrum des Follikels liegt das Haar, das von der Haarwurzelscheide umhüllt wird. Die Basis des Follikels, auch Haarzwiebel oder Bulbus genannt, liegt vier Millimeter tief unter der Hautoberfläche. Aus den Stammzellen der Haarzwiebel gehen die Hornzellen der Haare hervor. Darüber hinaus unterstützen die Stammzellen eines Haarbalgs die Wundheilung. Jeder Haarbalg ist mit einem Haaraufrichter-Muskel, einer Talgdrüse und häufig auch einer Schweißdrüse verbunden [45]. Haare können einzeln oder in Gruppen von zwei bis drei oder sogar von vier bis fünf Haarbalgen wachsen.

    Der Haarschaft besteht aus drei Schichten: eine äußere Schuppenschicht (Kutikula), die äußere Rindenschicht (Kortex) und dem Haarmark (Medulla). Die Haarfaser besteht aus abgestorbenen Hornzellen, die sogenannten Keratinozyten. Diese spezialisierten Zellen bilden das Eiweiß Keratin und nehmen Farbpigmente von den Pigmentzellen der Haut auf [46].

    Die Zusammensetzung und die komplexe Struktur der Haare bestimmen ihre Eigenschaften. Haare bestehen je nach Feuchtigkeit zu 65 bis 95 Prozent des Gewichts aus Keratin und bis zu 32 Prozent aus Wasser. Zu einem geringen Prozentsatz bestehen Haare auch aus Fetten [47]. Das spiralförmige α-Keratin ist auch ein wichtiger Bestandteil der Haut und der Nägel. Vier Keratin-Ketten bilden zusammen ein Protofilamente. Acht Protofilamente bilden wiederum ein Intermediärfilament. Diese bündeln sich zu Makrofibrillen, die sich zu Cortexzellen vereinen. Mehrere Cortexzellen, umgeben von einer äußeren Schuppenschicht, bilden ein Haarschaft. Jede Schuppe hat eine durchschnittliche Länge von 60 Mikrometer und eine Dicke von etwa 0,5 Mikrometer [48].

    Lichtes Haar und Geheimratsecken

    Alopezie ist der Fachbegriff für eine verminderte Haardichte, umgangssprachlich Haarausfall. Das Wort “Alopezie” stammt von dem altgriechischen Wort für „Fuchs“ άλώπηξ (alōpēx) ab. Der Haarwechsel oder ein krankheitsbedingter Haarverlust der Füchse erklären möglicherweise die Herkunft des Wortes. Altersbedingte Veränderungen der Haare treten bereits ab dem 30. Lebensjahr in Erscheinung [49]. Im Alter werden die Haare dünner, die Dichte der Haare nimmt ab, die Pigmente der Haare werden weniger und die Kopfhaut sowie die Haare werden trockener. Erste graue Haare treten bei Europäern im Durchschnitt ab dem 35. und bei Afrikanern ab dem 44. Lebensjahr auf. Hormone beeinflussen die Verteilung, die Widerstandsfähigkeit und die Farbe der Haare. Von Nicht-Betroffenen wird der erblich bedingte Haarausfall oft verharmlost [50]. Da Haare ein Ausdruck von Jugendlichkeit, Gesundheit und Attraktivität sind, haben die Veränderungen einen Einfluss auf unser Selbstbild. Eine erbliche Veranlagung oder Krankheiten können zu einer verminderten Haardichte (medizinischer Fachbegriff Alopezie) und somit lichter werdendem Haar führen. Ausschlaggebend hierfür ist das Verhältnis der nachwachsenden Haare zu den ausfallenden Haaren. Lichtes Haupthaar wird häufig als psychische Belastung empfunden und kann die Lebensqualität beeinträchtigen [51]. Tatsächlich werden kahlköpfige Männer von Frauen als älter, weniger attraktiv, weniger erfolgreich am Arbeitsplatz und in der Partnersuche eingeschätzt [52]. Es zeigt sich, dass sowohl Männer wie auch Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall vermehrt unter Ängsten und Depressionen leiden [53].

    Was ist ein Haarzyklus?

    Der Haarfollikel durchläuft im Laufe des Lebens regelmäßige Zyklen des Wachstums, der Rückbildung und der Ruhe. In jedem Zyklus wird ein neues Haar gebildet und das alte Haar wird abgestoßen. Der Haarzyklus besteht aus folgenden drei Phasen:

    • Wachstumsphase (Anagenphase): Die Phase beginnt mit Zellen die sich im Bereich der Haarwurzel zu einem Zellhaufen (dermale Papille) vermehren. Aus den Stammzellen gehen spezialisierte hornbildende Zellen (Keratinozyten) hervor. Die sich weiterentwickelnden hornbildenden Zellen bringen ein neues Haar hervor. Um das neue Haar bildet sich auch eine neue Haarwurzelscheide. Das alte Haar wird von dem nachwachsenden, neuen Haar verdrängt, bis es schließlich abfällt. Das neue Haar wächst zwei bis sieben Jahre lang mit einer Geschwindigkeit von rund einem Zentimeter pro Monat je nach Individuum und Alter.
    • Rückbildungsphase (Katagenphase): Die Phase beginnt mit der Loslösung des Zellhaufens (dermale Papille) unterhalb der Haarzwiebel (Bulbus). Das Haar löst sich von seiner Blutversorgung. Die Zellen im unteren zwei Drittel des Haarfollikels erleiden einen planmäßigen programmierten Zelltod. Die Haarzwiebel und der innere Anteil der Haarwurzelscheide bilden sich zurück. Die Zellgebilde verlagern sich in oberflächlichere Hautschichten. Die Rückbildungsphase dauert in der Regel etwa zwei Wochen. Während dieser Zeit verbleibt das alte Haar in dem Kanal durch das auch das neue Haar austreten wird.
    • Ruhesphase (Telogenphase): In dieser Phase kommt es zum Ausfallen des Haars (medizinischer Fachbegriff Effluvium). Der erneuernde Zellhaufen (dermale Papille) und die Haarzwiebel (Bulbus) nähern sich einander. Es kommt zur Aktivierung von Stammzellen und der Einleitung eines neuen Zyklus. Mit jedem weiteren Zyklus verlängert sich die Dauer der Ruhephase wodurch sich die Haarerneuerung insgesamt verlangsamt. Die Ruhephase dauert bis zu vier Monate.

    Zu jedem Zeitpunkt befinden sich ungefähr 90 Prozent der Haare in der Wachstumsphase (Anagenphase), ein bis drei Prozent in der Rückbildungsphase (Katagenphase) und fünf bis zehn Prozent in der Ruhephase (Telogenphase). Bei der Bestimmung des Anagen-Telogen-Verhältnisses werden die Haare in der Katagenphase zu den Haaren in der Telogenphase zusammengezählt.

    Welche Arten des Haarausfalls gibt es?

    Etwa fünf bis zehn Prozent der Haare der Kopfhaut befinden sich in der Ruhephase (Telogenphase). In dem Stadium des Haarzyklus fallen die Haare über einen Zeitraum von vier Monaten aus. Täglich, meist bei jeder Haarwäsche, gehen etwa 80 Haare verloren [54]. Bei einem Haarverlust, auch Effluvium genannt, fallen mehr Haare aus als nachwachsen. Ein Haarausfall lässt sich nach mehreren Gesichtspunkten beschreiben bzw. einordnen:

    • Die Ursache: Hormone, Entzündungen oder Verletzungen der Haarwurzel können zu einem Haarverlust führen.
    • Die Dauer: Ein Haarausfall kann sich schleichend über Jahre (chronisch) oder plötzlich über wenige Wochen (akut) erstrecken. Bei einer Dauer von mehr als sechs Monaten spricht man von einem chronischen Haarausfall.
    • Die betroffene Region: Ein Haarausfall kann die gesamte Kopfhaut (Alopecia totalis), den gesamten Körper (Alopecia universalis) oder nur örtlich begrenzte Stellen betreffen.
    • Der betroffene Haarzyklus: Wird das Haar in der Wachstumsphase, zum Beispiel durch eine Chemotherapie, eine Strahlentherapie oder wiederholtes Auszupfen geschädigt, spricht man von einem anagenen Effluvium. Stellen Sie viele ausgefallene Haare fest – treten also viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase ein, zum Beispiel auf Grund extremer Diäten (Crash-Diäten) oder emotionalem Stress, spricht man von einem telogenen Effluvium.
    • Die Erholung der Haarfollikel: Es wird zwischen nicht-vernarbendem und vernarbendem Haarausfall (narbige Alopezie) unterschieden. Bei einer vernarbenden Alopezie kommt es zu einer bleibenden Schädigung der Haarfollikel, zum Beispiel im Rahmen einer schweren Entzündung oder einer Verbrennung. Infolgedessen wachsen an der betroffenen Stelle keine Haare mehr nach.

    Die häufigsten Formen des Haarausfalls sind der anlagebedingte Haarausfall (androgenetischer Haarausfall), gefolgt von dem kreisförmigen Haarausfall (Alopecia areata) und dem diffusen Haarausfall (telogenes Effluvium). Zu den seltenen Formen des Haarausfalls gehören der Haarausfall durch Druck oder Zug (traumatische Alopezie) und die Pilzerkrankung der Kopfhaut (Tinea capitis).

    Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

    • Diese ist die häufigste Form des Haarausfalls und wird von den Genen und Hormonen beeinflusst.
    • Ursache: Die Aktivierung des Hormonrezeptors verkürzt die Wachstumsphase des Haarzyklus.
    • Verbreitung: Bei europäischen Männern sind dreißig Prozent im Alter von 30 Jahren, 50 Prozent im Alter von 50 Jahren und 80 Prozent im Alter von 70 Jahren betroffen [55]. Etwa 15 bis 20 Prozent der europäischen Frauen im Alter zwischen 30 und 50 leiden unter dieser erblich-hormonellen Form des Haarausfalls. Bis zu 30 Prozent der Frauen nach der Menopause leiden unter androgenetischer Alopezie [56]. Asiaten und Afrikaner sind seltener betroffen als Europäer.
    • Symptome: Die Haare werden dünner und kürzer und dringen schließlich kaum noch durch die Haut. Bei Männern kommt es zu einer Ausdünnung der Haare im Schläfenbereich, die sich mit den Jahren bis zum Scheitelbereich ausbreitet. Bei Frauen kommt es zu einer diffusen Alopezie (diffuser Haarausfall) im Scheitelbereich.
    • Diagnose: Die Diagnose wird durch Inaugenscheinnahme (klinische Untersuchung) der Haare und der Kopfhaut gestellt. Die lichten Stellen und das feine Haar sind charakteristisch, sodass die häufigste Ursache einfacher erkannt wird. Das Verhältnis von normalen Haaren zu Flaumhaaren ist kleiner als 4:1 (Normwert 7:1). Beim Durchstreifen der Haare (Sabouraud-Manöver) oder beim Haarzugtest (Pull Test) ist ein vermehrtes Ausfallen der Haare (starker Haarausfall) meist nicht zu beobachten. Wenn ein diffuser Haarausfall, brüchige Haare und Nägel beobachtet werden sowie vermehrte Müdigkeit beklagt wird, kann eine Blutuntersuchung der Schilddrüsenhormone angezeigt sein. Mit der Lupenvergrößerung lassen sich bei der körperlichen Untersuchung an den lichten Stellen Flaumhaare (Vellushaare) erkennen. Eine computergestützte Untersuchung des Wachstumsverhaltens (TrichoScan) oder die Untersuchung der epilierten Haare (Trichogramm) oder ausgeschnittenen Haarwurzeln (Kopfhautbiopsie) unter dem Mikroskop sind in der Regel nicht erforderlich.
    • Behandlung: Erblich-bedingter Haarausfall wird in der Regel mit Needling, einer Lösung des Wirkstoffs Minoxidil, aufbereitetem körpereigenen Blut und Finasterid Tabletten behandelt.
    • Vorbeugung: Richtige Haarpflege, ausgewogene Ernährung, Vermeidung von Stress, normales Körpergewicht (BMI: zwischen 18,5 und 24,9), Verzicht auf Tabakkonsum.
    • Prognose: Das Risiko von erblich bedingtem verstärktem Haarausfall ist deutlich erhöht, wenn der Vater, die Mutter oder der Großvater unter Haarausfall gelitten haben [57]. Die Geschwindigkeit des Fortschreitens ist nicht vorhersehbar. Einige Männer bekommen in weniger als fünf Jahren eine vollständige Glatze, aber die meisten brauchen 15 bis 25 Jahre.

    Kreisförmiger Haarausfall (Alopecia areata)

    • Ursache: Untersuchungen deuten auf eine autoimmune Erkrankung, bei der die eigenen weißen Blutkörperchen (T-Zellen) die körpereigenen Haarwurzeln angreifen.
    • Verbreitung: Der kreisrunde Haarausfall kommt bei 0,2 Prozent der Bevölkerung, unabhängig von Geschlecht, Alter und ethnischer Herkunft vor. Etwa zwei Prozent der Allgemeinbevölkerung leidet zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben an dieser Form des Haarausfalls [58]. Patienten mit einer Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung sind häufiger betroffen.
    • Symptome: Die Haare können schubweise an umschriebenen Stellen am gesamten Körper ausfallen. Meistens ist die Kopfhaut oder der Bart betroffen.
    • Diagnose: Die Diagnose lässt sich auf der Grundlage des Musters des Haarausfalls stellen. Gelegentlich bilden sich punktförmige Eindellungen oder Rillen an den Nägeln. Am Rand der haarlosen Stellen, lassen sich die Haare leicht auszupfen. Mit Lupenbrillenvergrößerung sind typische Anzeichen des kreisförmigen Haarausfalls zu erkennen. Der Durchmesser des Haarschafts verjüngt sich nahe des Haarausführungsgangs. Wegen der veränderten Form spricht man von Kolbenhaaren oder Kommahaaren. Schwarze Punkte können ein Zeichen dafür sein, dass das Haar unmittelbar auf Hautniveau abgebrochen ist. An den lichten Stellen wachsen gelegentlich weiße Haare. Wegen dem charakteristischen Erscheinungsbild, ist nur selten eine Biopsie erforderlich.
    • Behandlung: Eine Kortison Unterspritzung (Triamcinolon, fünf bis zehn Milligramm pro Milliliter) alle zwei bis sechs Wochen stimuliert in 60 bis 67 Prozent der Fälle das Nachwachsen der Haare [59]. Nebenwirkungen der Kortisonbehandlung sind Ausdünnung der Haut, Gefäßzeichnungen und weiße Flecken [60]. Die Unterspritzung körpereigenen Blutes ist eine sichere und wirksame Methode mit Erfolgsraten von bis zu 76 Prozent [61]. In vergleichenden Untersuchungen konnte die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Behandlungsmethode mit eigenem Blut bestätigt werden [62].
    • Vorbeugung: Da Stress einen Haarausfall-Schub auslösen kann, sollte eine ausgeglichene Lebensführung angestrebt werden.
    • Prognose: Nach einem ersten Haarausfall wachsen die Haare in 50 bis 60 Prozent der Fälle von alleine wieder nach. Wenn ein kreisförmiger Haarausfall in der Familie vorliegt, kehren die Schübe von Haarausfall häufig wieder [63].

    Diffuser Haarausfall (telogenes Effluvium)

    • Ursache: Die Haarfollikel treten vorzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) ein. In etwa einem Drittel der Fälle lässt sich kein Auslöser finden. Zu den bekannten Auslösern gehören: Medikamente wie die Verhütungspille (Anti-Baby-Pille), Vitamin A (Retinoide), Blutdruckmedikamente (Betablocker, ACE-Hemmer), Antidepressiva und Gerinnungshemmer (Heparin), Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Nieren oder Leberversagen, Entbindung, Körperlicher Stress wie schwere Erkrankungen, Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Operationen, eine radikale Diät, emotionaler Stress.
    • Verbreitung: Genaue Zahlen über die Häufigkeit des diffusen Haarausfalls sind nicht bekannt. Sowohl Männer wie auch Frauen sind betroffen.
    • Symptome: Der Haarausfall kann plötzlich oder schleichend auftreten. Der Haarausfall tritt in der Regel etwa zwei bis drei Monate nach einem auslösenden Ereignis auf. Es kommt zu einer Ausdünnung der Haare und einem diffusen Haarverlust an der gesamten Kopfhaut. Der Verlust beträgt normalerweise nicht mehr als 50 Prozent der Kopfhaare.
    • Diagnose: Die Diagnose lässt sich anhand der charakteristischen Beschwerden und des Untersuchungsbefundes stellen. Der schleichende diffuse Haarausfall und der erblich bedingte Haarausfall können sehr ähnlich anmuten. Im Unterschied zum diffusen Haarausfall betrifft der erblich bedingte Haarausfall bei der Frau überwiegend die Scheitelregion und bringt mehr Flaumhaare hervor. Das Verhältnis von normalen Haaren zu Flaumhaaren ist größer als 8:1 (Normalerweise 7:1). Im Zweifelsfall lässt sich die Diagnose über eine Gewebeprobe der Kopfhaut bestätigen. Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen veranlasst werden, wie zum Beispiel eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Schilddrüsenwerte, der Vitamin B12 und Vitamin D3-Spiegel sowie die Eisen-Werte und Zink-Werte.
    • Behandlung: Bei plötzlichem diffusem Haarausfall setzt nach Beseitigung des Auslösers das normale Haarwachstum wieder ein. Ist eine Autoimmunerkrankung der Auslöser des chronischen diffusen Haarausfalls, ist eine örtliche Kortisonanwendung sinnvoll. Die Behandlung ist sicher, wird gut vertragen und kann bei chronischem diffusem Haarverlust hilfreich sein. Bei chronischem Verlauf kann eine Minoxidil-Lösung angewendet werden [64].
    • Vorbeugung: Das Risiko für einen diffusen Haarausfall wird durch eine schonende Haarpflege, eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensführung vermindert.
    • Prognose: Setzt der diffuse Haarausfall plötzlich ein und lässt sich ein Auslöser identifizieren, so kann davon ausgegangen werden, dass die Haare wieder komplett nachwachsen.

    Was erwartet Sie bei einer Untersuchung

    Im Gespräch (Anamnese) werden bereits richtungsweise Informationen gesammelt, zu der Art des Haarausfalls und den möglichen Ursachen. Fr. Dr. Santos Stahl wird Ihnen daher einige Fragen stellen, wie zum Beispiel:

    • Wann ist der Haarausfall erstmals aufgetreten?
    • Welche Nahrungsmittel nehmen Sie zu sich?
    • Wie oft waschen Sie Ihre Haare, mit welchen Produkten?
    • Leiden Familienangehörige unter Haarausfall?
    • Sind Sie besonderen Stresssituationen ausgesetzt?
    • Nehmen Sie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ein? Rauchen Sie?

    Anschließend werden die vom Haarausfall betroffenen Stellen untersucht. Mit einer Lupenvergrößerung wird die Haarfarbe, die Haardichte und die Haardicke in Augenschein genommen. Die Kopfhaut wird auf Schuppen, Rötungen und Narben untersucht. Fr. Dr. Santos Stahl untersucht die Zugfestigkeit der Haare und die Festigkeit der Nägel. Im Zweifelsfall werden weitere Untersuchungen veranlasst, um die Haarausfall Ursachen zu klären. Schließlich wird ein Behandlungsplan erstellt. Um die Entwicklung beurteilen zu können, wird die Kopfhaut fotografiert. Die Erfolgsaussichten und die Kosten verschiedener Behandlungsmöglichkeiten (Finasterid, Minoxidil, Therapie mit körpereigenem Blut, Microneedling, Unterspritzung mit muskelentspannenden Mitteln) werden mit Ihnen besprochen. Gerne kann im Anschluss an das Gespräch ein Termin zur Haarausfall-Behandlung vereinbart werden.

    Welche Untersuchungen bei Haarausfall?

    In den weit überwiegenden Fällen von Haarausfall lässt sich im Gespräch und bei der körperlichen Untersuchung die Art des Haarausfalls feststellen. In Zweifelsfällen können folgende weitere Untersuchungen veranlasst werden.

    Zupf-Test

    Beim Zupf-Test (Pull-Test) wird an verschiedenen Stellen der Kopfhaut vorsichtig überprüft, wie fest die Haare verankert sind. Der Test wird als positiv bewertet, wenn mehr als zehn Prozent der Haare sich unter leichtem Zug lösen. Ein positiver Test bedeutet, dass die Haarfollikel vorzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) eingetreten sind (telogenes Effluvium). Der Test ist allerdings nur auswertbar, wenn Sie mindestens 24 Stunden vorher nicht die Haare gewaschen haben.

    Blutuntersuchung

    Spezielle Untersuchungen einer Blutprobe geben Hinweise auf Erkrankungen, die einen Haarverlust verursachen können. Ein Eisenmangel wird durch die Untersuchung der roten Blutkörperchen, der Menge an sauerstofftransportierendem Hämoglobin und der Menge an eisenspeicherndem Ferritin bestimmt. Schilddrüsenhormone werden bestimmt, wenn eine Erkrankung der Schilddrüse vermutet wird. Wenn Anlass besteht eine Störung der Geschlechtshormone zu vermuten, wird das männliche Hormon Testosteron und die Hormone der Hirnanhangsdrüse, das luteinisierendes Hormon und das follikelstimulierende Hormon bestimmt. Wenn es Hinweise gibt, dass eine übertragbare Geschlechtskrankheit (Syphilis/Lues) den Haarausfall ausgelöst hat, wird ein Suchtest nach Antikörpern veranlasst. Bei einem ungeklärten Haarverlust an ungewöhnlichen Stellen können weitere spezifische Tests, wie der Nachweis einer Schadstoffbelastung angefordert werden.

    Erregernachweis

    Das Auftreten von kreisrunden Rötungen, Krusten, Schuppen und brüchigen Haaren, besonders im Kindesalter, kann ein Anzeichen eines Pilzbefalls sein. Wenn ein Pilzbefall der Kopfhaut vermutet wird (Tinea capitis), werden Proben von Hautschuppen oder Haaren unter dem Mikroskop auf Pilzspuren untersucht. Die Abgrenzung von anderen Hauterkrankungen (Psoriasis, das seborrhoische und das atopische Ekzem) sollte durch einem Hautarzt erfolgen.

    Standard Fotodokumentation der Kopfhaut-Übersicht

    Ziel der Dokumentation ist es, den Ausgangszustand der Kopfbehaarung und den Behandlungserfolg festzuhalten. Der paarweise Vergleich von vorher nachher Fotos gibt Auskunft über die Haardichte und Veränderungen des Haaransatzes. Für einen aussagekräftigen Vergleich muss eine einheitliche und wiederholbare Position des Kopfes, Kameraeinstellung und Belichtung geachtet werden. Eine Änderung der Frisur oder der Haarfarbe erschweren die Gegenüberstellung. Zu den vier üblichen Bildern gehören die Tonsur (Vertex), der Mittelscheitel, der Haaransatz oberhalb der Stirn (Stirn-Haar-Grenze) und der Haaransatz oberhalb der Schläfen (Geheimratsecken). Üblicherweise wird der Ausgangszustand und der Befund nach drei, sechs und 12 Monaten fotografiert.

    Untersuchung epilierter Haare unter dem Mikroskop (Trichogramm)

    Mit dieser Methode wird der Haardurchmesser und das Wachstumsverhalten (Anagen/Telogen-Verhältnis) von 60 bis 80 Kopfhaaren bestimmt. Das Epilieren der Kopfhaare zu Untersuchungszwecken kommt kaum noch zur Anwendung. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe: der Epilationsvorgang kann Haarschäden verursachen und ist schmerzhaft. Dünne Flaumhaare und kurze Haare lassen sich mit dem Verfahren nicht untersuchen. Andere Untersuchungsverfahren (TrichoScan®) sind einfacher, schneller und genauer.

    Computergestützte Untersuchung des Wachstumsverhalten (TrichoScan®)

    Die Untersuchung erfolgt mit einer stark vergrößernden Kamera (20-fache Vergrößerung) und einer automatischen Bildanalyse. Die TrichoScan® Untersuchung ist schnell und unkompliziert. Die Genauigkeit und Fehleranfälligkeit der Software werden jedoch in wissenschaftlichen Veröffentlichungen kritisch diskutiert [65]. Zur Untersuchung wird eine Stelle von einem Quadratzentimeter auf der Kopfhaut markiert und rasiert. Um die Verlässlichkeit der automatischen Bildanalyse zu verbessern, werden die Haare dunkel eingefärbt und nach 48 bis 72 Stunden fotografiert. Die Untersuchung dient der Auswertung von Behandlungsmethoden, meist im Rahmen klinischer Studien. Folgende Parameter werden mit dem TrichoScan® bestimmt:

    • die Haardichte (Anzahl der Haare pro Quadratzentimeter, Normwert bei Europäern: 220 Haare pro Quadratzentimeter),
    • die Dicke der Haare (Mikrometer, Normwert bei Europäern circa 65 Mikrometer),
    • die Wachstumsrate (Millimeter pro Tag, Normwert 0,3 Millimeter pro Tag),
    • die Anzahl der Flaumhaare (Haare mit einem Durchmesser kleiner 30 Mikrometer, Verhältnis von normalen Haaren zu Vellushaaren normalerweise 7:1),
    • die Wachstumsphasen (Zyklen) der Haarfollikel (Anagen-Telogen-Verhältnis: 9:1).

    Gewebeprobe der Kopfhaut (Biopsie)

    Die Gewebeprobe dient in erster Linie der Beurteilung der Haarfollikel aber auch der Talgdrüsen. Unter dem Mikroskop betrachtet, kann zwischen einem vernarbenden und einem nicht-vernarbenden und Haarausfall unterschieden werden. In örtlicher Betäubung werden vier Millimeter große Proben der Kopfhaut ausgestanzt. Um die Haarfollikel zu erfassen, muss die Probe eine Schichtdicke von mindesten vier Millimetern haben. Bei einer Probe werden normalerweise 35 bis 40 Haarfollikel erfasst. Das Gewebe wird in mehreren Schichten untersucht. Die Zubereitung und die Auswertung der Gewebeproben erfordert viel Erfahrung und ist zeitaufwendig. Folgende Größen können bei einer Gewebeprobe bestimmt werden:

    • die Anzahl der Haare,
    • die Dicke der Haare (Mikrometer, Normwert bei Europäern circa 65 Mikrometer),
    • die Wachstumsphasen (Zyklen) der Haarfollikel (Anagen-Telogen-Verhältnis: 9:1).
    • die Anzahl der Flaumhaare (Haare mit einem Durchmesser kleiner 30 Mikrometer, Verhältnis von normalen Haaren zu Vellushaaren normalerweise 7:1),
    • Anzeichen einer Entzündung der Haarfollikel.

    Haaranalyse (Haarmineralanalyse)

    Die Haaranalyse wird in der Regel für kriminalistische Aufklärung (forensische Untersuchungen), die Erkennung von Vergiftungen oder den Nachweis von Doping-Substanzen eingesetzt. Untersuchungen des Bluts oder des Urins geben Aufschluss über kurzfristige aktuelle Veränderungen des Stoffwechsels. Die Haaranalyse lässt Rückschlüsse über Veränderung zu, die vor Wochen oder Monaten stattgefunden haben. Körperfremde Substanzen sammeln sich im Haar erst nach einem längeren Zeitraum an. Die Nachweisgrenzen sind je nach Substanz und Haarstoffwechsel unterschiedlich. Für natürlich vorkommende Stoffe (zum Beispiel Spurenelemente) schwanken die Normwerte (Referenzbereiche) stark [66]. Daher ist die Deutung der Konzentrationen natürlich vorkommender Stoffe schwierig. Zu den nachweisbaren Stoffen gehören:

    • Schadstoffe (Nikotin Quecksilber, Arsen, Blei)
    • Betäubungsmittel (Cannabionoide, Kokain, Amphetamine)
    • Dopingmitteln (männliches Sexualhormon Testosteron, Nandrolon).

    Muster des Haarausfalls

    Der hormonell-erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) betrifft Männer wie Frauen. Wie der Name schon verrät, hängt der Haarausfall in diesem Fall mit der hormonellen Umstellung und den Genen zusammen. Die Regionen des Haarausfalls unterscheiden sich jedoch zwischen beiden Geschlechtern. Bei Männern kommt es zum Haarverlust an den Schläfen und der Stirn während bei Frauen die Haare sich im Scheitelbereich lichten. Verschiedene Einteilungen geben eine Orientierung über das Muster und die Schwere des Haarausfalls. Einfache Klassifikationen sind häufig ungenau, während komplexe Klassifikationen auch Übergangsformen und Abstufungen einbeziehen. Komplexe Klassifikationen sind jedoch weniger zuverlässig (reliabel). Das Bedeutet, dass bei der Anwendung der gleichen Klassifikation im gleichen Fall, unterschiedliche Anwender zu unterschiedlichen Einteilungen kommen können. Auf Grund ihrer Anwenderfreundlichkeit sind bei männlichem Haarausfall die Norwood-Hamilton- und bei Haarausfall bei Frauen die Ludwig-Klassifikation weit verbreitet. Klassifikationen sind von praktischem Nutzen, wenn sich aus dem Stadium des Haarausfalls ein einheitliche Behandlungsempfehlungen ableiten lässt. Jedoch fehlen aktuell noch die wissenschaftlichen Nachweise für die Vorteile eines stadiengerechtes Behandlungskonzeptes.

    Schema des männlichen Haarausfalls (Hamilton-Norwood-Einteilung)

    James B. Hamilton hat 1951 den Haarausfall von 300 Männern in acht Stufen eingeteilt [67]. Der amerikanische Arzt O’Tar Norwood hat die Klassifikation von Hamilton 1975 mit seltenen Mustern ergänzt, bei denen der Haarausfall an den Schläfen und der Stirn gleichzeitig voranschreitet [68]. Bei dem klassischen Haarausfallmuster sind zunächst die Schläfen und später die Kopfkrone betroffen, bis die kahle Fläche die gesamte Schädeldecke umfasst und nur am Hinterkopf Haare erhalten bleiben. Dieses Muster des Haarausfalls kann selten auch bei Frauen vorkommen.

    • Typ 1: Der Haaransatz an den Schläfen hat sich minimal zurückgebildet.
    • Typ 2: Das Haar lichtet sich oberhalb der Schläfen. Es entstehen die sogenannten Geheimratsecken.
    • Typ 3: Es entwickeln sich seitengleiche Vertiefungen an den Schläfen. Beim Scheiteltyp III Vertex entsteht schon früh eine kahle Stelle am Hinterkopf, auch Kopfkrone oder Tonsur („Platte“) genannt.
    • Typ 4: Die Vertiefungen sind ausgeprägt. Im Scheitelbereich sind nur wenige Haare vorhanden. Die behaarte Zone im Scheitelbereich ist breiter als im Stadium V.
    • Typ 5: Die behaarte Zone im Scheitelbereich wird schmaler und die Haardichte hat weiter abgenommen. Die Haargrenze der Schläfen und der Stirn hat sich weiter in Richtung Hinterkopf verschoben.
    • Typ 6: Die kahle Fläche überspannt die Schläfenregionen und den Scheitel.
    • Typ 7: Dies ist die schwerste Form des Haarausfalls. Es bleibt nur ein schmales, hufeisenförmiges Haarband an den Seiten und auf der Rückseite der Kopfhaut. Auch am Hinterkopf ist das Haar dünn und die Haardichte ist gering.

    Schema des Haarausfalls bei der Frau (Ludwig und Sinclair Einteilung)

    Bei Frauen führt der hormonell-erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) zur Verringerung des Haarvolumens im Bereich des Oberkopfes. Die Ausdünnung beginnt am Scheitel und breitet sich mit der Zeit zu allen Seiten aus. Wie bei Männern auch, werden die Haare an den betroffenen Stellen dünner und kürzer bis schließlich Flaumhaare (Vellushaare) entstehen. Das Schema des Haarverlustes bei der Frau wurde erstmals 1977 von den Arzt Erich Ludwig aus Hamburg in drei Stadien unterteilt [69].

    • Grad 1: Am Oberkopf ist das Haar dünner. Die betroffene Zone befindet sich ein bis drei Zentimetern hinter dem Haaransatz der Stirn.
    • Grad 2: Die Haardichte ist am Oberkopf deutlich vermindert und lässt die Kopfhaut durchschimmern.
    • Grad 3: Bei dieser schwersten Ausprägung ist der Oberkopf kahl.

    Der australische Arzt Rodney Sinclair hat die Ausprägung und das Muster des Haarverlustes in vier Stufen unterteilt [70].

    • Grad 1: Haardichte und Haardurchmesser bei gesunden Frauen.
    • Grad 2: Der Scheitel weitet sich leicht.
    • Grad 3: Jenseits des Scheitels lichtes sich das Haar und wird dünner.
    • Grad 4: Am gesamten Oberkopf ist die Dichte und der Durchmesser der Haare verringert.
    • Grad 5: Der Haarausfall ist weit fortgeschritten und lässt die Kopfhaut deutlich durchschimmern.

    Pflegetipps die ihr Haar jünger aussehen lassen

    Dünnes Haar:

    Vermeiden Sie lange Frisuren. Lange Haare werden durch ihr Eigengewicht glattgezogen. Dauerwellen können das Haar dicker wirken lassen und ihm mehr Volumen verleihen.

    Graues Haar:

    Graues Haar, das dünner geworden ist, fühlt sich mit Haarfarbe dicker an. Eine andere Technik ist ein Stufenschnitt. Bei dieser Technik werden die Haare am Oberkopf kürzer geschnitten als die Haare am Unterkopf. Bei Frauen kann dies den Anschein von langem Haar erwecken, obwohl der obere Teil des Haares recht kurz ist.

    Brüchiges Haar:

    Verwenden Sie Shampoos und Spülungen, die natürliche Öle (Kokosöl, Olivenöl, Jojobaöl) enthalten, um die Haare zu glätten. Vermeiden Sie die Schädigung Ihres Haars durch Glättungsbehandlungen, heiße Werkzeuge und häufiges Färben. Conditioner bilden eine schützende Schicht um die Haare. Gebrochene Haare oder Haarspliss können aber nicht repariert werden. Panthenol wird in den Haarschaft aufgenommen und wirkt Feuchtigkeit spendend. Conditioner und Shampoos können dem Haar mehr Feuchtigkeit und Fülle verleihen [71].

    Die Auswahl der richtigen Shampoos

    Die Kosmetikindustrie empfiehlt für jede Bedürfnisse ein passendes Shampoo. Hier muss unterschieden werden, ob der Hersteller eine Wirkung an der Haarwurzel oder am Haarschaft verspricht. Ein Shampoo, welches das Haarwachstum mit Coffein anregen soll, gibt eine Wirkung an der Haarwurzel vor. Unabhängige wissenschaftliche Belege für eine haarwachstumsfördernde Wirkung von Shampoos gibt es nicht. Von der Wirksamkeit der Wirkstoffe abgesehen, ist zu bezweifeln, dass die Stoffe bei der Haarwäsche in ausreichender Konzentration und ausreichend lange einwirken können. Dennoch können hochwertige Shampoos die Widerstandskraft der Haare und das Erscheinungsbild von geschädigtem Haar durch die Ausbildung einer Schutzschicht verbessern [72].

    Ein Shampoo enthält waschaktive Substanzen (Tenside), Wasser, Pflegestoffe und Zusatzstoffe (Konservierungsmittel, Duftstoffe, Farbstoffe, Verdickungsmittel). Ein Haarwaschmittel setzt sich durchschnittlich aus 10 bis 30 Inhaltsstoffen zusammen [73]. Die Tenside lösen die Fette im Wasser und bildet den Schaum. Waschaktive Substanzen werden nach ihrem wasserbindenden geladenen Anteil in vier Gruppen unterschieden:

    1. Nicht geladene nichtionische Tenside
      Vertreter: Fettalkoholalkoxylate, Sorbitanester, Alkylpolyglucoside
      Eigenschaften: Gute Reinigungseigenschaften, schäumen aber schlecht.
    2. Negativ geladene anionische Tenside
      Vertreter: Natriumlaurylsulfat, Alkylethersulfate, Alkylethercarboxylate, Sulfosuccinate, Olefinsulfonate, Pflanzliche Seifen
      Eigenschaften: Gutes Reinigungsvermögen, erzeugen einen reichhaltigen Schaum.
    3. Positiv geladene kationische Tenside
      Vertreter: Stearalkonium chloride, Behentrimonium Methosulfate, Cetrimonium chloride
      Eigenschaften: Wirken antistatisch, reinigen schlecht und schäumen nicht gut. Einsatz daher eher in Haarspülungen und Haarkuren.
    4. Negativ und positiv geladene amphotere Tenside (zwitterionische Tenside)
      Vertreter: Betain, amphoteriches Acetate und Diacetate
      Eigenschaften: Gute Hautverträglichkeit.

    Im Durchschnitt kommen in einem Shampoo drei verschiedene Tenside zum Einsatz. Am häufigsten finden sich Natriumlaurylethersulfat, Kokosbetain (Cocamidopropyl Betaine) und Glykoldistearat. Sogenannte „Baby Shampoos“ und normale Shampoos unterscheiden sich diesbezüglich nicht [74].

    Kokosbetain (Cocamidopropyl Betaine) ist gut hautverträglich und wird aus Kokosnussöl und Dimethylaminopropylamin hergestellt. Hautallergien, die bei der äußerlichen Anwendung von Kokosbetain auftreten können, sind auf Verunreinigungen mit Reaktionszwischenprodukte (Amidopropylamine) zurückzuführen [75].

    Shampoo-Inhaltsstoffe auf die Sie verzichten sollten

    Die waschaktiven Substanzen Ammonium Lauryl Sulfate und Natriumlaurylsulfat (Sodium Laureth Sulfate) gelten als Hautreizend und sollten vermieden werden [76].

    Gewisse Zusatzstoffe von Shampoos können Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Diese Stoffe werden auch als Allergene bezeichnet. Besonders häufig eingesetzte Allergene sind die Duftstoffe Linalool, Limonene, Citronellol, Hexylzimtaldehyd, Benzyl Salicylate und Benzylalkohol. Zu den häufigsten Konservierungsstoffen in Shampoos gehören Sodium Benzoate, Phenoxyethanol und Benzoesäure. Interessanterweise unterscheiden sich auch die meisten „Baby Shampoos“ und normalen Shampoos nicht in Bezug die eingesetzten Konservierungsstoffe [77].

    Zusatzstoffe aus der Gruppe der Ethanolamines werden in Shampoos zur Einstellung des pH-Wertes eingesetzt. Zu dieser Stoffgruppe gehören Monoethanolamine (MEA), Diethanolamine (DEA) und Triethanolamine (TEA). Die Substanzen können Allergien, Hautreizungen und asthmaähnliche Symptome auslösen und stehen im Verdacht eine krebserzeugende Wirkung zu haben [78]. Geringe aber messbare Nebenwirkungen lassen sich in einer hundertfach höheren Konzentration als der Einsatz in Kosmetika feststellen (Lim D.S., Roh T.H., Kim M.K., et al., 2018, J Toxicol Environ Health A.). Dennoch empfehlen wir auf Shampoos mit MEA, DEA oder TEA zu verzichten.

    Phthalate werden in Haarpflegeprodukte eingesetzt, um die Haare geschmeidiger zu machen. Zu den Vertretern dieser Gruppe gehören: Benzyl Butyl Phthalate (BBP), Diethylhexyl Phthalate (DEHP), Diethylhexyl Terephthalate (DEHTP), Dimethyl Phthalate (DMP), Di-Isobutyl Phthalate (DiBP), Di-n-Butyl Phthalate (DBP), Di-Isononyl Phthalate (DiNP). Phthalate gelten als fortpflanzungsgefährdend und können Allergien und Asthma bei Kindern auslösen [79].

    Bisphenole insbesondere Bisphenol A (BPA) wird bei Herstellung von Kunststoffen eingesetzt und kann von der Verpackung auf den Verpackungsinhalt übergehen [80]. Bisphenol A entfaltet im menschlichen Körper hormonähnliche Wirkungen. Der Kontakt mit Bisphenol A kann die Fruchtbarkeit beim Mann beeinträchtigen, die Schilddrüsenfunktion stören, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, und Fettleibigkeit und Brustkrebs verursachen [81].

    Die Nachhaltigkeit von Shampoos sollte ebenfalls ein Auswahlkriterium sein, Angesichts der Tatsache, dass ein Europäer im Durchschnitt 2kg Shampoo pro Jahr verbraucht. Über die Inhaltsstoffe hinaus, haben die Verpackung, die Herstellung und der Transport einen Einfluss auf den CO2 Ausstoß und die Wasserverschmutzung [82]. Die waschaktiven Substanzen (Tenside) in herkömmlichen Shampoos werden in der Regel auf Erdölbasis hergestellt (Ammonium Lauryl Sulfate und Natriumlaurylsulfat). Besser biologisch abbaubar sind Seifen auf pflanzlicher Basis.

    Silikone machen das Haar glatt, geschmeidig und besser kämmbar. Zu den Silikonen gehören unter anderen Dimethicone, Dimethiconol, Cyclomethicone, Phenyltrimethicone, Octamethylcyclotetrasiloxan (D4), Decamethylcyclopentasiloxan (D5) und Dodecamethylcyclohexasiloxan (D6) und Amidomethicone. Silikone sind langlebig und können sich in der Umwelt anreichern. Alternative Inhaltsstoffe sind Coco-Caprylate, Lauryl Glucoside, Coco glucoside, Glyceryl Oleate und PEG-(Polyethylenglykol-)Derivate.

    Gerüchte über Haare, wahr oder falsch?

    1. Zu häufiges Haarewaschen führt zum Haarausfall.
      Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, die diese Aussage stützen. Allerdings gibt es bei der Auswahl des richtigen Shampoos Vieles zu beachten. Mehr darüber erfahren Sie unter „Die Auswahl der richtigen Haarpflegeprodukte“.
    2. Häufiges Schneiden lässt Ihr Haar schneller wachsen.
      Beim Schneiden der Haarspitzen wird Haarspliss beseitigt. Hohe Temperaturen beim Föhnen oder der Anwendung eines Lockenstabs sowie eine chemische Haarglättung können zu brüchigen Haarschafts und eine Splitterung der Haarspitzen führen. Das Haarwachstum findet in den Haarwurzeln statt und wird durch das Schneiden der Haarspitzen nicht beeinflusst.
    3. Häufiges Haarewaschen verursacht fettige Haare.
      In den Talgdrüsen der Haare werden Fette produziert und auf die Hautoberfläche abgesondert. Die Talgproduktion der Drüsen wird unter anderen durch Hormone gesteuert. Eine Neigung zu trockener oder fettiger Haut ist häufig genetisch veranlagt. Beim Haarewaschen werden Hautschuppen und Öl von der Kopfhaut entfernt, was die Hautporen vor Verstopfung und somit vor Entzündungen schützt. Die Talgproduktion wird nicht durch das Haarewaschen weder gesteigert noch vermindert.
    4. Häufiges Bürsten regt die Durchblutung der Kopfhaut and und fördert das Haarwachstum.
      Für diese Behauptung gibt es keine Belege. Zu schnelles Bürsten oder Kämmen kann zu Knoten in den Haaren führen. Zu festes Kämmen kann zum Ausreißen der Haare oder zur Schädigung des Haarschaftes führen. Glattes europäisches Haar ist im trockenen Zustand flauschig. Nasses Haar nimmt eine kompakte Form an, wobei die einzelnen Haare über weite Teile ihrer Länge stark aneinanderhaften. Die Entwirrung durch den sich bewegenden Kamm ist aufgrund der geringeren Steifigkeit der Fasern schwierig. Die erhöhte Reibung zwischen den Fasern und dem Kamm erschwert das Kämmen zusätzlich. Im Gegensatz zu glattem europäischem Haar, das nass schwieriger zu kämmen ist als trocken, ist das Nasskämmen von afrikanischem Haar einfacher als das Trockenkämmen [83].
    5. Koffein Shampoos lassen Haare nachwachsen.
      Eine wachstumsfördernde Wirkung von koffeinhaltigen Shampoos ist nicht belegt. Die Verdünnung mit Wasser und die kurze Einwirkzeit während des Haarewaschens unterstreichen die Zweifel an den Werbeversprechen.
    6. Chemisches Glätten oder Hitze verursachen Haarausfall.
      Das Ausmaß der Schädigung hängt von der Art und der Häufigkeit der Haarbehandlung ab. Die Empfindlichkeit hängt auch vom Alter und vom Haartyp ab. Die Verwendung von chemischen Haarglättungsmitteln kann krauses Haar, Schuppen, Haarausfall, graue Haare, Haarbruch und Spliss verursachen [84].
    7. Männer bevorzugen Frauen mit längerem Haar.
      Studien zufolge werden Frauen mit langen Haaren als weiblicher, jünger, gesünder und attraktiver eingeschätzt als Frauen mit kurzen oder hochgesteckten Frisuren [85]. Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Männer Frauen mit langen Haaren weiblicher, entschlossener, intelligenter, unabhängiger und gesünder einschätzen. Frauen mit kurzen Haaren wurden als ehrlicher, fürsorglicher und emotionaler wahrgenommen [86]. Da wäre noch ein Studienergebnis, dass wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:
      Die Frisur von Frauen hat einen Einfluss auf die Hilfsbereitschaft von Männern. Eine Frau, die einen Handschuh in der Fußgängerzone zu Boden fallen lässt, bekommt diesen häufiger von männlichen Passanten aufgehoben, wenn sie ihr Haar offen trägt, als wenn sie das Haar zu einem Pony oder einem Dutt bindet [87].
    8. Männer bevorzugen blonde Frauen.
      Mehrere Studien berichteten, dass Männer, nicht aber Frauen, eine Frau mit blondem Haar attraktiver bewerteten [88] [89]. Weitere Studien faden heraus, dass Autofahrer häufiger für blonde Anhalterinnen als für Dunkelhaarige halten [90], und dass blonde Bedienungen mehr Trinkgeld als Dunkelhaarige bekommen [91].

    Erfahrungsbericht zur Haarausfall Behandlung

    Zahlreiche Patienten, die an Haarausfall leiden und sich wieder ein volles Haar wünschen, haben bei CenterPlast bereits die vielfältigen Behandlungsmethoden in Anspruch genommen und ihre Erfahrungen dazu geteilt. Die Patientenstimmen sowie Bewertungen finden Sie in den bekannten Online Portalen zur Benotung von Ärzten. Zudem finden Sie auf unserer Webseite eine eigene Kategorie zum Thema. Darüber hinaus haben sich mehrere Patienten, die Behandlungen bei CenterPlast in Anspruch genommen haben, bereit erklärt, Interessenten von ihren Erfahrungen zu berichten. Sprechen sie uns gerne im Rahmen des persönlichen Beratungsgesprächs auf diese Möglichkeit an.

    Vorher-Nachher Bilder zur Haarausfall Behandlung

    Es ist gesetzlich nicht erlaubt, Vorher-Nachher Fotos von Haarausfall Behandlungen im Internet zu veröffentlichen. Gerne können Sie solche Bilder jedoch beim Beratungsgespräch einsehen, um einen Eindruck vom zu erwartenden Ergebnis zu bekommen. In unserer Menükategorie Service finden Sie unter dem Punkt Vorher-Nachher Bilder weiterführende Informationen zu dem Thema.

    Kosten der Haarausfall Behandlung bei der CenterPlast Praxis in Saarbrücken

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    Zum Autor

    Frau Dr. Adelana Santos Stahl

    „Unser Ziel ist es, auf der Basis unseres umfangreichen Fachwissens im Bereich der plastischen Chirurgie, eine optimale, diskrete und präzise Behandlung zu bieten. „

    Frau Dr. Adelana Santos Stahl zeichnet eine einzigartige internationale Perspektive mit einem weiblichen Blick auf die plastische Chirurgie aus. Ihr individueller und detaillierter Ansatz ist der Schlüssel zu den schönen und natürlichen Ergebnissen, die sie erzielt. Aufgrund ihrer Ausbildung in Brasilien, einem der größten und bekanntesten Länder für ästhetische und rekonstruktive plastische Chirurgie, versteht sie den Wunsch ihrer Patienten, sich so gut wie möglich zu fühlen und auszusehen.Ihr Medizinstudium sowie Ihre Ausbildung zur Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie hat Sie in Brasilien absolviert. 2009 hat sie zudem die deutschen Äquivalenzprüfungen für das Medizin-Staatsexamen erfolgreich abgelegt. Zwei Jahre später, im Jahr 2011 hat sie die deutsche und 2012 die EU-Facharztanerkennung (EBOPRAS) für Plastische Chirurgie erhalten.Von 2009 bis 2013 hat sie ihre Kenntnisse in der ästhetischen und rekonstruktiven Gesichtschirurgie bei weltweit renommierten Vertretern der plastischen Chirurgie wie Herrn Professor Gubisch am Marienhospital und Madame Firmin in Paris vertieft.Ein VDÄPC-Fellowship (weiterführendes Stipendium für graduierte Studierende) in der Schweiz, Frankreich und den USA hat Ihre Berufserfahrung weiter sehr bereichert.Dr. Santos Stahl ist in verschiedenen renommierten Fachgesellschaften aktiv. Neben der DGPRÄC und DGBT, ist Sie ebenso Mitglied der Brasilianischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie – SBCP.Sie ist darüber hinaus Autorin von mehreren wissenschaftlichen Artikeln und widmet sich zusammen mit ihrem Mann der Forschung und klinischen Studien im Bereich der plastischen Chirurgie.

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