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    Hautkrebs

    Was Sie über Hautkrebsentfernung wissen sollten

    Was ist ein Hauttumor?

    Die Zellen der Haut verändern sich im Alter und nach intensiver Sonnen- oder UV-Bestrahlung. Bei bestimmten Veränderungen des Erbgutes kann es zu einer unkontrollierten Vermehrung der Zellen kommen. Das äußere Erscheinungsbild der betreffenden Hautveränderung lässt nicht immer eine genaue Beurteilung zu, ob die Hauterscheinung gut oder bösartig ist. Bei gutartiger Veränderung bleiben die Zellen im Verbund, bei bösartigen Veränderungen streuen die Zellen im Körper und bilden Metastasen. Die feingewebliche (histologische) Untersuchung des entfernten Hautbereichs bietet die größtmögliche Sicherheit der Unterscheidung zwischen gut und bösartigen Hautveränderungen.

    Häufige gutartige Hauttumore sind:

    • Muttermale (Naevuszellnaevus) sind eine Ansammlung von Pigmentzellen der Haut. Bestimmte Eigenschaften können auf eine bösartige Veränderung hindeuten (ABCDE-Regel: A wie Asymmetrie; B wie Begrenzung; C wie colour; D wie Durchmesser; E wie Entwicklung).
    • Blutschwämmchen (Hämangiome) sind Gefäßmissbildung.
    • Feuermale (Naevus flammeus) sind flächige Gefäßmissbildung die bei der Geburt schon vorhanden sind.
    • Xanthelasmen sind polsterartige Fetteinlagerungen im Bereich der Ober- und Unterlider, gelegentlich Ausdruck einer Fettstoffwechselstörung. Sie sind ungefährlich, verursachen keine Beschwerden, werden jedoch als kosmetisch störend empfunden.
    • Stielwarzen (Fibrome) sind eine Wucherung von Zellen des Bindegewebes.
    • Alterswarzen (Seborrhoische Keratose) sind eine Wucherung von Hornbildenden Zellen.
    • Warzen sind Wucherungen von Epithelzellen, die durch Viren verursacht werden können und daher ansteckend sein können.

    Häufige bösartige Hauttumore sind:

    • Weißer Hautkrebs (Basaliom) ist eine bösartige Vermehrung von Hautzellen in der basalen Schicht der Oberhaut. Eine Tumorabsiedlungen (Metastasierung) erfolgt sehr selten (0,0028–0,55 %).
    • Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) ist eine hochgradig bösartige Vermehrung von Pigmentzellen der Haut.
    • Der helle Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom, Spinaliom) entsteht aus Zellen der Oberhaut. Er kann das umgebende Gewebe zerstören und auch Tumorabsiedlungen (Metastasen) bilden.

    Wie wird die Entfernung eines Hauttumors durchgeführt?

    Der Eingriff erfolgt (je nach Bedarf) in örtlicher Betäubung, Vollnarkose oder Dämmerschlaf. Für eine örtliche Betäubung wird entweder die Haut im zu operierenden Gebiet betäubt oder nur der Nerv gezielt betäubt, der das OP-Gebiet versorgt. Beim sogenannten Dämmerschlaf erhalten Sie zusätzlich Beruhigungs- sowie Schmerzmittel über den Blutkreislauf. Für eine optimale, schonende Operationstechnik und Ihren Blutverlust zu minimieren wird eine Adrenalin-Lösung unter die Haut gespritzt. Die sichtbare Hautveränderung wird spindelförmig umschnitten. Mit Hilfe der bipolaren Technik werden kleinere Gefäße anschließend verödet. Gutartige Hautveränderungen, die sich gut abgrenzen lassen, werden dann verschlossen.

    Bei bösartigen Hauttumoren wird auch umliegendes gesundes Gewebe entfernt um die Sicherheit der vollständigen Entfernung zu erhöhen. Der Randsaum, in dem kein sichtbares Tumorgewebe zu erkennen ist, nennt sich Sicherheitsabstand und kann bis zu 2 cm betragen. Bei bestimmten bösartigen Hauttumoren wird ggf. die Entfernung von Wächterlymphknoten empfohlen. Zur Darstellung dieser Lymphknoten wird Methylenblau und/oder radioaktives Technetium verwendet. Entsprechend markierte Lymphknoten werden zur histopathologischen Untersuchung entfernt. Bösartige Hautveränderungen, die sich nicht klar abgrenzen lassen, werden zunächst nur steril verbunden. Die Wunde bleibt unter Umständen so lange offen, bis das endgültige Ergebnis der Gewebeuntersuchung vorliegt. Erst wenn feststeht, dass der Tumor vollständig entfernt wurde, wird in einem zweiten Eingriff die Wunde verschlossen. Idealerweise werden sehr feine Fäden benutzt und unter optischer Vergrößerung genäht. Für ein schnelles Verheilen der Wunde und unscheinbare Narben werden die Wundränder exakt und schonend adaptiert. Die Operation kann je nach Größe und Lage des Tumors ambulant oder stationär erfolgen. Für den Verschluss der Wunde ist häufig eine Lokale Lappenplastik (örtliche Gewebeverschiebung) notwendig.

    1 Hautveränderung 2 Oberhaut (Epidermis) 3 Lederhaut (Corium) 4 Reste des Tumorgewebes müssen vor einem Wundverschluss entfernt werden 5 Hautnerven 6 Unterhautfettgewebe 7 Gefäße 8 Muskelgewebe

    Wie werden Wunden verschlossen?

    Im Rahmen eines normalen Heilungsprozesses weisen Wunden eine Tendenz zur Selbstheilung auf. Es bildet sich Ersatzgewebe, das mit der Zeit in Narbengewebe umgewandelt wird. Das Narbengewebe zieht sich zusammen und kann zu einem kosmetisch und funktionell unbefriedigendem Ergebnis führen. Je nach Ausgangsbefund kann die Wundheilung Monate dauern oder auch ausbleiben. So lange die Wunde nicht verschlossen ist, können Keime die Wunde besiedeln und zu einer Entzündung führen. Ein Wundverschluss soll die Heilung beschleunigen und das Eindringen von Keimen in den Körper erschweren. Wunden unterscheiden sich hinsichtlich der betroffenen Körperregionen, des Heilungsverlaufes, der Größe, der Ursachen und der Entzündungsgefahr. Es gibt daher unterschiedliche Techniken zur Wiederherstellung der Körperoberfläche. Die Auswahl der Methode richtet sich nach den persönlichen Vorstellungen des Patienten, den Eigenschaften der Wunde und dem allgemeinen Gesundheitszustand.  Eine keimfreie bzw. keimarme Wunde ist eine Grundvoraussetzung für einen chirurgischen Wundverschluss. Oberflächliche Wunden mit einem gut durchbluteten Wundgrund eignen sich prinzipiell für eine Hauttransplantation. Es gibt im Wesentlichen zwei Art der Hauttransplantation die sich nach der Schichtdicke des Hauttransplantates unterscheiden. Ein dünnschichtiges Transplantat (Spalthaut) weist eine geringere Belastbarkeit, eine größere Schrumpfungstendenz auf und einem merklich unterschiedlichen Farbton auf. Im Vergleich dazu ist ein dickeres Hauttransplantat (Vollhaut) belastbarer und dehnbarer. Der Farbton hängt unter anderem von der Körperstelle ab, an der die Haut entnommen wurde. Tiefe und große Wunden können durch das Verschieben von angrenzendem Gewebe verschlossen werden (Lappenplastik). Aufgrund der Gewebsdicke und der Nachbarschaft zur Wunde, zeichnet sich eine Lappenplastik durch eine hohe Belastbarkeit und Dehnbarkeit sowie einem günstigen kosmetischen Ergebnis aus. Um das benachbarte Hautweichteilgewebe verschieben zu können, muss es gelöst werden. Zwangsläufig entstehen dadurch weitere Narben und kleinere Gefäße und Nerven werden verletzt.

    1 Wunde 2 Zu lösendes Gewebe (Schnittführung) 3 Gefäßnetz 

    Wie können Sie sich auf den Eingriff vorbereiten?

    • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen Behandlungen sollten im Vorfeld beantwortet sein.
    • Schränken Sie Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein!
    • Die Einnahme hormonhaltiger Medikamenten (Pille) ist gegebenenfalls vorübergehend einzustellen.
    • Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS, Thomapyrin®) müssen mindestens 10 Tage vor der Operation nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
    • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen mindestens 4 Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
    • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den 6 Wochen nach der Operation keine Flugreisen beruflich wie privat!

    Wie wird der Eingriff durchgeführt?

    • Zunächst erfolgt die Entfernung des verdächtigen Gewebes, in der Regel ambulant und in örtlicher Betäubung.
    • Bis die histologische Untersuchung die vollständige Entfernung bestätigt, wird die Wunde mit einem speziellen Verband versorgt.
    • Die Dauer des Wundverschlusses hängt wesentlich der Komplexität der Wunde ab (20 Minuten bis 4 Std).

    Was müssen Sie nach dem Eingriff beachten?

    • Nach der ambulanten Entfernung der Hautveränderung ist wegen eventueller Begleitmedikation Autofahren strikt zu vermeiden.
    • Die Hautfäden werden entsprechend der betroffenen Körperstelle nach 7 bis 14 Tagen entfernt.
    • Duschen ist unmittelbar vor der Wundkontrolle am 3. postoperativen Tag möglich.
    • Narbenpflege (Narbenmassage, Sonnenschutz, Silikonauflage) ab der 3. postoperativen Woche verhilft zu unscheinbaren Narben.
    • Sport, Saunagänge, Schwimmen, schweres Arbeiten und Sonnenbäder sollten für mind. 4 Wochen gemieden werden. 
    • Postoperative klinische Kontrollen empfehlen sich am 3. postoperativen Tag und nach 1, 2 und 6 Wochen.
    • Nach Entfernung eines Hautkrebses wird eine regelmäßige Nachsorge durch den Hautarzt alle 3 bis 6 Monate empfohlen.

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    Zum Autor

    Privatdozent Dr. Stéphane Stahl

    “Wir liefern Ihnen umfangreiches Experten-Wissen, um gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsweg auszuwählen.”

    Privatdozent Dr. med. Stéphane Stahl ist ehemaliger Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Dr. Stahl studierte Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin. 2011 legte er die Europäische und 2012 die Deutsche Facharztprüfung für Plastische und Ästhetische Chirurgie ab. Es folgten weitere Facharztqualifikationen und Zusatzqualifikationen (u.a. Qualitätsmanagement, Medizindidaktik, Physikalische Therapie, Notfallmedizin, Laserschutzbeauftragte, Handchirurgie) sowie Preise und Auszeichnungen. 2015 habilitierte er sich im Fach Plastische und Ästhetische Chirurgie in Tübingen. Er ist ein erfahrener Mikrochirurg, gefragter Gutachter und regelmäßiger Referent auf Fachkongressen. Stéphane Stahl wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren zum Mitglied der American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS), eine der weltweit größten und einflussreichsten Fachgesellschaften für Ästhetische Chirurgie. Zu seinen Autorenschaften gehören u.a. zahlreiche Beiträge in angesehenen peer review Zeitschriften und chirurgischen Standardlehrwerken.

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