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    Implantatentfernung en-bloc

    Jede Patientin, die sich für eine Brustvergrößerung mit Implantaten entscheidet, sollte sich bewus­st sein, dass eine weitere Operation im Laufe des Lebens erforderlich sein wird. Ob ein Implantatwechsel oder eine Entfernung erfolgt, eine zusätzliche Bruststraffung und/oder eine Eigenfettbehandlung durchgeführt wird, sollte zu gegebener Zeit besprochen werden. Dies ist ganz unabhängig davon, ob es der Eingriff aus medizinischen oder ästhetischen Gründen vorgesehen ist. Die vielen Quellen zur Information im Internet können eine Beratung bei einem erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie nicht ersetzen. Wir stehen Ihnen gerne beiseite!

    Wie hoch ist die Lebensdauer von Brustimplantaten?

    Die Haltbarkeit von Brustimplantaten ist begrenzt: Es gibt keine lebenslange Garantie oder lebenslange Haltbarkeit, dies gilt auch für moderne Brustimplantate. Sie wurden jedoch für eine lange Lebensdauer entwickelt. Implantate werden ständig weiterentwickelt, insbesondere die Widerstandsfähigkeit der meist mehrschichtigen Außenhülle und das formstabile Füllmaterial. Eine Ruptur (Synonym für Riss) kann mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa einem Prozent pro Jahr auftreten. Das heißt, dass die Implantate nach etwa zehn Jahren bei zehn Prozent der Frauen einen Defekt aufweisen. Somit müssen die eingesetzten Implantate spätestens nach Ablauf ihrer Lebensdauer aus medizinischen Gründen entfernt oder gewechselt werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen modernen Implantaten erhalten Sie auf der Seite Brustvergrößerung mit Implantaten. Dort erfahren Sie auch mehr zu den Ausführungen. Runde Implantate formen eher eine pralle Brust während ergonomische Brustimplantate für eine natürliche Brust empfohlen sind. Auf der erwähnten Seit wird auch auf die Eigenschaften und die Qualität der Produkte der verschiedenen Hersteller (u.a. B-Lite) eingegangen.

    Was ist eine Implantatentfernung en-bloc?

    Eine En-bloc-Resektion bezeichnet eine Operationstechnik. Die Bedeutung des französischen Begriffs en-bloc ist im Wörterbuch „an einem Stück“. Bei einer Brustimplantat-Entfernung ist laut Definition das Entfernen des kompletten Kapselgewebes gemeint. Daher wird diese OP auf Englisch als „capsulectomy“ bezeichnet („-ektomia“ altgriechisch für herausschneiden). Die Technik stammt aus der Tumorchirurgie. Bei der Entfernung von Tumoren muss der chirurgische Experte mit größter Präzision arbeiten, um nicht bösartige Zellen im Körper zu hinterlassen. Ein ähnliches Vorgehen gibt es bei der operativen Versorgung infizierter Wunden. Auch hier muss der Chirurg sehr sorgfältig befallenes Gewebe und das damit in Verbindung gebrachte Instrumentarium von gesundem Gewebe trennen. Ein gutes Fingerspitzengefühl und Erfahrung ist erforderlich, um die Grenzen zwischen dem veränderten Narbengewebe und dem gesunden Gewebe darzustellen.

    Was sind die Vorteile einer Implantatentfernung en-bloc?

    Durch die Entfernung einer verkalkten Kapsel verbessert sich die Form der Brust der betroffenen Frauen und die Brust fühlt sich weicher an. Wenn der Verdacht auf ein BIA-ALCL vorliegt, sollte die Kapsel wegen der darin vermuteten bösartigen weißen Blutkörperchen entfernt werden [1]. Für viele Patientinnen ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass alles getan wurde, um das Implantat und mögliche Rückstände zu entfernen. Unsere Aufgabe ist es, Sie umfassend mit allen wichtigen Informationen aufzuklären. Wir stehen unseren Patientinnen beratend zur Seite, sowohl bei Fragen zu einer Brustvergrößerung als auch bei Fragen zu einer Entfernung von Brustimplantaten. In jedem Fall prüfen wir selbstverständlich gründlich die fachliche Vertretbarkeit der gemeinsam getroffenen Entscheidung.

    Bei welchen Personen ist eine Implantatentfernung en-bloc sinnvoll?

    Aus medizinischer Sicht wird nach zehn Jahren eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls ein Austausch der Implantate empfohlen. Bei Frauen, die einer Brustkrebsoperation unterzogen wurden, werden die alten Implantate erfahrungsgemäß früher ausgetauscht. Die Implantatentfernung en-bloc sollte gesondert abgewogen werden. Das betrifft insbesondere Patientinnen, bei denen:

    • eine fortgeschrittene Kapselkontraktur oder eine Verkalkung der Kapsel vorliegt,
    • der Verdacht eines BIA-ALCL (Abkürzung für Brustimplantat assoziiertes anaplastische Großzelllymphom) gestellt wurde,
    • die Kernspinuntersuchung ein defektes Brustimplantat vermuten lässt, oder
    • ein starker Leidensdruck bei Verdacht auf Breast Implant Illness (BII) besteht.

    Eine Kapselkontraktur wird durch das Abtasten der Brust festgestellt. Hinweise auf eine Implantatruptur ergeben sich aus Symptomen wie neu aufgetretenen in manchen Fällen gar starken Schmerzen und einer Verformung der Brust. Letztendlich bedarf es zur Erhärtung des Verdachtes auf eine Implantatruptur einer Kernspintomographie. Eine Restunsicherheit bleibt jedoch, trotz einer Kernspintomographie. Der Verdacht auf ein großzelliges Lymphom (BIA-ALCL) ergibt sich aus einer Größenzunahme der Brust, meist mehrere Jahre nach der Brustvergrößerung. Bestätigt wird die Diagnose eines BIA-ALCL durch eine ultraschallgestützte Entnahme von Flüssigkeit, die sich um das Implantat angesammelt hat. An Untersuchungsmethoden zur Feststellung einer Breast Implant Illness (BII) wird intensiv geforscht. Es gibt Laboruntersuchungen, um bestimmte Autoimmunerkrankungen nachzuweisen. Bei Patientinnen mit einer Brustimplantatkrankheit (BII) können sowohl die Untersuchungen auf eine Autoimmunerkrankung wie auch alle anderen Blutuntersuchungen normal sein, da eine medizinische Indikation vorliegt.

    Was kostet eine Implantatentfernung en-bloc in Saarbrücken?

    Wenn Sie sich vorab über den preislichen Rahmen des Eingriffs zur Entfernung von Silikonimplantaten informieren möchten, testen Sie gerne unseren Preisrechner.

    Warum eine Implantatentfernung en-bloc in Saarbrücken?

    Die Techniken der En-Bloc-Resektion hat Privatdozent Dr. Stahl über die Jahre immer weiterentwickelt. Verschiedene Stipendien führten ihn zu hervorragenden Schönheits-Chirurgen in Brasilien, New York, Atlanta und Salt Lake City. PD Dr. Stahl wurde 2015 leitender Oberarzt und ständiger Vertreter des ärztlichen Direktors an der Universitätsklinik Tübingen. Von 2016 bis 2018 wechselte er als Klinikdirektor nach Lüdenscheid. Seine mikrochirurgischen Techniken hat PD Dr. Stahl im Laufe seiner universitären Laufbahn immer weiter verfeinert, so dass er heute in Fachkreisen einen Ruf als besonders schonender und präziser Operateur genießt.

    Weitere Informationen zum Fachwissen und der umfassenden Erfahrung der spezialisierten plastisch-ästhetischen Chirurgen im Bereich Brustoperationen finden Sie hier.

    Wie wird eine Implantatentfernung en-bloc durchgeführt?

    Vor jeder Brust-OP wird akribisch geprüft, ob die größtmögliche Sicherheit der Patienten gewährleistet ist. Erst wenn nach Checkliste alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird mit der Operation entsprechend des geplanten Ablaufs begonnen.

    Vor dem Eingriff werden die Brüste und die Regionen, an denen die Fettzellen entnommen werden, in stehender Haltung markiert. Wenn die Operation im Dämmerschlaf durchgeführt wird, werden Ihnen Medikamente verabreicht, die Ihnen die Angst nehmen und die Schmerzempfindlichkeit verringern. Wenn Sie nicht ohnehin tief schlafen, spüren Sie lediglich schmerzfreie Berührungen an der Körperoberfläche.

    Um schonender zu operieren und der Ausbildung von Blutergüssen vorzubeugen wird im Bereich des geplanten Hautschnittes eine Adrenalinlösung eingespritzt („Tumeszenz-Technik“). Um mit größter Präzision arbeiten zu können, wird die Operation mit einer Lupenbrille durchgeführt. Über einen kleinen Hautschnitt von fünf bis sechs Zentimeter wird die Kapsel dargestellt. Mit dem Skalpell und der Präparierschere wird das Kapselgewebe vom Brustmuskel entfernt, ohne mit dem Implantat in Berührung zu kommen. Ob neue Narben beim Entfernen des Implantats entstehen, hängt von mehreren Faktoren ab. Dies wird im Rahmen des persönlichen Beratungsgesprächs und der Untersuchung geklärt.

    Die nachfolgenden Schritte hängen von den Wünschen der Patienten ab. Abhängig davon kann ein neues Implantat eingesetzt, die Brust gestrafft und/oder eine Eigenfettbehandlung durchgeführt werden. Je nach Befund werden Drainageschläuche in die Wunde eingelegt. Bereits nach kurzer Zeit können diese jedoch wieder entfernt werden. Die Wunde wird mit feinen Fäden verschlossen. Diese lösen sich nach circa drei Wochen wieder selbst auf. Im OP-Saal werden Sie vor Abschluss des Eingriffs in eine sitzende Position gebracht. Dies erfolgt, während Sie noch schlafen und dient dazu zu überprüfen, ob die Form der Brust im Sitzen sowie im Liegen das gewünschte Ergebnis widerspiegelt. Zuletzt wird ein Verband und ein spezieller Stütz-BH angelegt. Die entfernten Implantate und die Kapsel werden fotografiert. Das Implantat bleibt auch nach der Operation Eigentum der Patientin.

    Die OP-Dauer des ambulanten Eingriffs beträgt ca. 60 bis 180 Minuten. Unmittelbar nach der OP werden Sie in einem sogenannten Aufwachraum über längere Zeit und kontinuierlich überwacht. Wenn Sie wieder ganz wach sind, können Sie etwas trinken und wenn gewünscht auch etwas essen. Vor dem Verlassen der Praxis werden Kontrolltermine vereinbart und gemeinsam die Verhaltensmaßnahmen besprochen. Ihnen wird ein umfangreicher schriftlicher Bericht ausgehändigt. Zudem erhalten Sie für den postoperativen Zeitraum eine Telefonnummer, unter der Sie den plastisch-ästhetischen Chirurgen oder die Chirurgin im Notfall 24 Stunden am Tag erreichen können.

    Im Zeitraum der Vorbereitung sowie während und nach der OP können Sie mit einer Virtual-Reality-Brille Kinofilme oder Ihre Lieblingsserien ansehen. Das dient nicht nur Ihrer Unterhaltung, sondern führt durch den ablenkenden Effekt auch nachweislich zu einer geringeren Schmerzempfindlichkeit.

    Kann eine Implantatentfernung en-bloc mit einer Bruststraffung kombiniert werden?

    Die Sorgen um die Gesundheit bewegt viele Frauen sich nach einer en-bloc Entfernung der Implantate zu erkundigen. Wenn sich Brustimplantate wie ein Fremdkörper anfühlen, beschäftigen sich Patientinnen häufig in erster Linie mit der Entfernung. Nicht nur die Implantate, auch die Brüste selbst verändern sich mit der Zeit. Gewichtsschwankungen, Schwangerschaften, hormonelle Veränderungen sowie eine Veränderung der Hautelastizität und des Brustdrüsengewebes können zu einer Hängebrust führen. Ähnlich einem schlaffen Bauch nach der Schwangerschaft, muss nach der Entfernung eines Implantats mit hängender Haut gerechnet werden. Im Unterschied zu einer Schwangerschaft, werden Implantate im Durchschnitt nach acht bis neun Jahren entfernt oder gewechselt [2]. Eine Rückbildung der Haut ist daher unwahrscheinlich. Je größer das verwendete Implantat, umso schwächer ist das Bindegewebe nach der Entfernung. Für viele Frauen sind schöne, volle und zum Teil große Brüste der Grund für eine Brustvergrößerung mit Implantaten. Werden später nur die Implantate entfernt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Patientinnen mit dem Aussehen Ihrer Brust unzufrieden sind. Eine Kombination mit einer Bruststraffung und/oder einer Eigenfettbehandlung ist möglich und empfehlenswert. Wir beraten Sie gerne hierzu.

    Was erwartet Sie bei einem Beratungsgespräch zu einem Implantatentfernung en-bloc?

    Auf unserer Seite Brustoperationen – FAQ finden Sie diese sowie viele weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Brust-OPs. Diese Informationen gelten auch für die vollständige Entfernung von Brustimplantaten en-bloc.

    Was ist vor und nach einer Implantatentfernung en-bloc zu beachten?

    Bitte besuchen Sie unsere Seite Brustoperationen – FAQ , um weitere Details zu erfahren, was in der Regel zur OP-Vorbereitung und Nachsorge zu beachten und zu vermeiden ist. Dort wird u.a. auch auf die Nutzung eines Kompressions-BHs in den ersten Wochen eingegangen.

    Vorher-nachher Bilder von einer Implantatentfernung en-bloc.

    Die Veröffentlichung von Vorher-Nachher-Fotos ästhetischer Behandlungen dürfen laut § 1 Absatz 1 Nr. 2 des Heilmittelwerbegesetzes nicht im Internet veröffentlich werden. Allerdings erwarten Patienten solche Bilder, um mit dem behandelnden Arzt das Wunschergebnis festzulegen. Zudem möchten Patienten durch die Einsicht solcher Fotografien sich von der Kompetenz des Chirurgen überzeugen. Es besteht die Möglichkeit, solche Vorher-Nachher-Fotos im Beratungsgespräch einzusehen, denn viele Patienten erklären sich bereit, die im Rahmen des Eingriffs aufgenommenen Bilder zur Aufklärung anderer Patienten der Praxis freizugeben. Diese werden selbstverständlich entsprechend der Datenschutzbestimmungen lediglich im Beratungsgespräch zu dem oben beschriebenen Zweck gezeigt. Besonders hohe Aussagekraft haben sie, da wir die Vorher-Nachher-Bilder der Implantatentfernung en-bloc selbstverständlich nach spezifischen Kriterien aussuchen: Nur Bilder von Patienten mit gleicher Ausgangslage in Bezug auf Faktoren wie Alter, Hauttyp, Raucher oder Nichtraucher etc. können als besonders relevant eingestuft werden und können Ihnen ein realistisches Bild vom Ergebnis zeigen. Diese Bilder haben also wesentlich mehr Aussagekraft als beliebige Suchergebnisse bei einer Bildersuche in Suchmaschinen ohne Berücksichtigung individueller Faktoren.

    Erfahrungsbericht einer Implantatentfernung en-bloc in der CenterPlast Saarbrücken.

    Sie finden online in der Menükategorie „Über uns“ auf unserer Seite „Erfahrungsberichte“ gebündelte Patientenstimmen und Bewertungen zu unseren hochqualitativen Behandlungen mit hochwertigen Implantaten sowie Erfahrungen in Bezug auf das Entnehmen der alten oder Einsetzen der neuen Brustimplantate.

    Was ist Kapselgewebe?

    Als Kapselgewebe wird das Körpergewebe bezeichnet, das in Berührung mit der Oberfläche der Implantate steht. Das Gewebe reagiert auf das Implantat und verändert sich mit der Zeit. Das Kapselgewebe besteht aus Fresszellen (Makrophagen), Riesenzellen, Zellen des Bindegewebes (Fibroblasten) und weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Bei Implantaten mit rauer Oberfläche (texturierte Implantate mit aufgerauter Oberfläche) konnten im Raum zwischen den Zellen und in den Fresszellen kleine Silikonpartikel nachgewiesen werden. Diese Partikel wurden bei Implantaten mit glatter Oberfläche nicht gefunden [3].

    Was ist Gelbluten?

    Die Ausbreitung feiner Silikonpartikel in das Körpergewebe um ein Brustimplantat wird als Silikonbluten oder Gelbluten bezeichnet. Das Phänomen des Gelblutens wurde bereit 1978 beschrieben [4]. Dabei durchdringen kleinste Mengen Silikon des Inhalts die Außenhülle eines Implantates [5]. Die Verbreitung von Silikonpartikeln wird durch die Beschaffenheit der Hülle und die Vernetzung des Silikons beeinflusst. Bei mehreren Patientinnen konnten in diesem Zusammenhang Silikonpartikel in den Lymphknoten nachgewiesen werden [6]. Silikonpartikel konnten in einem Fallbericht auch in anderen Körperregionen nachgewiesen werden [7]. Auch nach Tätowierungen der Haut tritt dieses Problem auf. Es ist bekannt, dass die Farbpigmente über Blut- und Lymphgefäße transportiert werden und sich in Lymphknoten und anderen Organen ansammeln [8]. Das Gelbluten ist von einer Implantatruptur zu unterscheiden. Bei einer Ruptur des Silikonimplantats bleibt das Silikon im Verbund. Eine Implantatruptur lässt sich mit einer Kernspintomographie nachweisen. Der Nachweis von Gelbluten bedarf der Untersuchung einer Gewebeprobe unter dem Mikroskop [9]. Die gesundheitlichen Risiken, die von der rauen Oberfläche bestimmter Implantate ausgehen, sollten gesondert betrachtet werden. Die raue Oberfläche von Brustimplantaten steht im Verdacht für einen möglichen Zusammenhang mit BIA-ALCL. So wird vermutet, dass dies durch die texturierte Oberfläche ausgelöst wird bzw. die Wahrscheinlichkeit erhöht wird. Auf das BIA-ALCL wird auf dieser Seite ebenfalls eingegangen.

    Was sind die Risiken der Entfernung des Kapselgewebes?

    Die Entfernung des Kapselgewebes macht einen Hautschnitt in der Unterbrustfalte erforderlich. Die Entfernung des Kapselgewebes geht mit einer größeren Narbe einher. Häufig wird die Entfernung oder das Austauschen eines Implantats mit einer Bruststraffung in „T-Schnitt Technik“ kombiniert. In diesen Fällen verursacht die Entfernung des Kapselgewebes keine größere Narbe.

    Bei der Entfernung des Kapselgewebes besteht das Risiko einer Nachblutung, einer Verletzung des Lungenfells, einer Verletzung des Nervengeflechtes und der Gefäße der Achselhöhle. Die Risiken der Entfernung des Kapselgewebes sind größer, wenn das Implantat unter dem Brustmuskel eingebracht wurde. Die Entfernung des Kapselgewebes im Bereich der Rippen kann zu bleibenden Schmerzen führen. Die Entfernung des Kapselgewebes verringert das Brustvolumen.

    Die Risiken einer Brustoperation ohne Entfernung des Kapselgewebes sind gering [10]. Die Operationsdauer ist kürzer. In den Tagen nach der Operation treten geringere Schmerzen auf. Die Patienten kehren oft innerhalb weniger Tage an ihren Arbeitsplatz zurück.

    Grundsätzlich sind die allgemeinen Operationsrisiken wie z.B. einer Entzündung oder Thrombose bei Rauchern erhöht. Nach einer Brustwiederherstellung in Folge von Brustkrebs sind die Risiken insgesamt größer. Grundsätzlich besteht immer die Möglichkeit, die Operation zu erweitern und eine Kapselentfernung vorzunehmen. Eine auffällige Kapsel oder eine Ansammlung von Flüssigkeit wird den Experten der plastischen Chirurgie dazu veranlassen, eine Kapselentfernung vorzunehmen. Die Revision einer Brustvergrößerung ist ein anspruchsvolles Verfahren, und ein optimales Ergebnis wird nie so leicht erreicht wie bei der ersten Operation.

    Schützt die Implantatentfernung en-bloc vor einem BIA-ALCL?

    Ein einzelner Fall ist beschrieben, bei dem nach einer Implantentfernung ohne eine Kapselentfernung ein BIA-ALCL festgestellt wurde. Alles deutet darauf hin, dass bei diesem Einzelfall das BIA-ALCL bei der Implantatentfernung übersehen wurde [11]. Ferner sind vier Fälle bekannt, bei denen nach einem Implantataustausch en-bloc ein BIA-ALCL festgestellt wurde. In diesen Fällen erfolgte das Austauschen der Implantate und die Kapselentfernung wegen einer Kapselkontraktur. Bei diesen Patientinnen wurden die Implantate gegen glatte Implantate ausgetauscht [12].

    Bei einer vorbeugenden Operation sollte das Nutzen-Risiko Verhältnis besonders sorgfältig abgewogen werden. Eine Vorbeugung ist sinnvoll, wenn das Risiko zu erkranken und die Schwere der Erkrankung größer sind als die Gefahr für Komplikationen bei der Operation. Eine Kapselentfernung erhöht zumindest theoretisch das Risiko der Entfernung oder des Austausches eines Implantats. Faktengestützte Zahlen aus aussagekräftigen Studien gibt es hierzu nicht. Die Entfernung eines Implantats oder der Austausch gegen glatte Implantate ohne Entfernung der Kapsel reduzieren das Risiko eines BIA-ALCL. Die Risiken einer Entfernung der Kapsel sind größer, wenn das Implantat unter dem Brustmuskel liegt, als wenn das Implantat über dem Brustmuskel liegt. Wurde auf einer Seite ein BIA-ALCL festgestellt, wird eine Implantatentfernung en-bloc auf beiden Seiten empfohlen [13].

    Bessern sich Breast Implant Illness (BII) Beschwerden nach einer Implantatentfernung en-bloc?

    Rückblickende Studien deuten darauf hin, dass 50 bis 74 Prozent eine Besserung erfahren [14]. Bei 30 bis 35 Prozent sind die Beschwerden nach einer Operation unverändert. Bei 10 bis 15 Prozent wurde eine Verschlechterung berichtet [15].

    Muss das Gewebe nach einer en-bloc Implantatentfernung untersucht werden?

    Bei der Untersuchung der entfernten Kapsel unter dem Mikroskop werden häufig Silikonpartikel nachgewiesen [16]. Dieser Nachweis bringt jedoch keine Konsequenzen mit sich. In über 82 Prozent der Fälle finden sich keine weiteren Auffälligkeiten. In seltenen Fällen, genau beziffert in 0,36 Prozent der Fälle, wird ein Brustkrebs nachgewiesen, ohne dass zuvor der Verdacht gestellt wurde [17]. Im Zweifel schicken wir grundsätzlich das Gewebe zur Untersuchung ein.

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    Zum Autor

    Privatdozent Dr. Stéphane Stahl

    “Wir liefern Ihnen umfangreiches Experten-Wissen, um gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsweg auszuwählen.”

    Privatdozent Dr. med. Stéphane Stahl ist ehemaliger Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Dr. Stahl studierte Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin. 2011 legte er die Europäische und 2012 die Deutsche Facharztprüfung für Plastische und Ästhetische Chirurgie ab. Es folgten weitere Facharztqualifikationen und Zusatzqualifikationen (u.a. Qualitätsmanagement, Medizindidaktik, Physikalische Therapie, Notfallmedizin, Laserschutzbeauftragte, Handchirurgie) sowie Preise und Auszeichnungen. 2015 habilitierte er sich im Fach Plastische und Ästhetische Chirurgie in Tübingen. Er ist ein erfahrener Mikrochirurg, gefragter Gutachter und regelmäßiger Referent auf Fachkongressen. Stéphane Stahl wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren zum Mitglied der American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS), eine der weltweit größten und einflussreichsten Fachgesellschaften für Ästhetische Chirurgie. Zu seinen Autorenschaften gehören u.a. zahlreiche Beiträge in angesehenen peer review Zeitschriften und chirurgischen Standardlehrwerken.

    References[+]

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