Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Das Karpaltunnelsyndrom (auch KTS, Carpaltunnel-Syndrom oder CTS) ist eine Krankheit, bei der der Mittelhandnerv (Nervus medianus) am Handgelenk eingeengt ist. Der Mittelhandnerv verläuft von der Schulter bis zu den Fingerspitzen. Der Nerv vermittelt das Gefühl an Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und den hälftigen Ringfinger. Der Nerv durchquert dabei bestimmte räumlich begrenzte Stellen, an denen der Nerv einer Druckbelastung ausgesetzt sein kann. Die Engstelle am Handgelenk wird als Karpaltunnel oder Karpalkanal bezeichnet. Der Raum wird durch eine straffes Bindegewebsband (Retinaculum flexorum) und den Handwurzelknochen begrenzt. Der Mittelhandnerv zieht zusammen mit neun Sehnen durch diesen Tunnel. Nerven reagieren auf Druck, wie zum Beispiel nach längerem Überkreuzen der Beine, sehr empfindlich. Wenn aus unterschiedlichen Gründen der Platz im Karpaltunnel nicht ausreicht, kommt es zu Missempfindungen des Mittelhandnervs. Umgangssprachlich spricht man vom Einschlafen der Finger, in der Fachsprache von einer Brachialgia paraesthetica nocturna.

Wie häufig ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Das Karpaltunnelsyndrom zählt zu den Engpasssyndromen (periphere Nervenkompressions-Syndrome). In 90 Prozent aller Engpasssyndrome ist der Mittelhandnerv im Karpalkanal betroffen. 3,1 Prozent der Allgemeinbevölkerung leiden im Laufe des Lebens unter einem Karpaltunnelsyndrom. Die Druckschädigung der Mittelhandnerven am Handgelenk tritt bei 1,73 von 1000 Personen pro Jahr auf. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen (Pourmemari M.-H., et al., 2018, Muscle Nerve). In der Altersgruppe der 50-Jährigen ist die Häufigkeit am höchsten. Statistisch entwickelt einer von zehn Menschen irgendwann ein Karpaltunnelsyndrom (Bland J.D.P, et al., 2003, J Neurol Neurosurg Psychiatry).

Was sind die Symptome eines Karpaltunnelsyndroms?

Die Druckeinwirkung auf den Mittelhandnerv führt zunächst zu einem Taubheitsgefühl, die als Kribbeln oder Missempfindungen wie ein „Elektrisieren" beschrieben werden. Die Beschwerden treten bevorzugt nachts an Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und den hälftigen Ringfinger auf. Bei einem Karpaltunnelsyndrom ist das Gefühlsempfinden am Daumenballen und an den Fingerrücken normal. Anfangs treten die Symptome meist nachts im Liegen auf und stören so die Nachtruhe. Zur Linderung schütteln manche die Hand kräftig aus. Andere halten die Hand unter fließendes kaltes Wasser. Je länger der Nerv eingeengt ist, desto schwerer und nachhaltiger sind die Schäden. Im Verlauf treten auch Schmerzen im Handgelenk auf, die in den Arm oder die Hand ausstrahlen können. Wenn die Nervenimpulse nicht mehr an die entsprechenden Muskeln weitergeleitet werden können, kommt es zum Muskelabbau am Daumenballen. Der Daumenballen wirkt wie eingefallen im Seitenvergleich. Etwa 20 Prozent der Patienten mit einem Karpaltunnelsyndrom leiden ebenfalls unter einem Schnappfinger (Yunoki M., et al., 2019, Asian J Neurosurg).

Wie können Sie sich auf den Eingriff vorbereiten?

  • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen Behandlungen sollten im Vorfeld beantwortet sein.
  • Schränken Sie Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein!
  • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den 4 Wochen nach der Operation keine Flugreisen beruflich wie privat!
  • Legen Sie sich zu Hause Eiswürfel oder Kühlpads bereit zur Kühlung der Haut nach der Operation!

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

  • Der ambulante Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und dauert ca. 30 Minuten.

Was müssen Sie nach dem Eingriff beachten?

  • Das Hochlagern und Kühlen der Hand in den ersten 72 Stunden ist sehr wichtig.
  • Stündlich sollten mehrmalig vollständige Faustschluss- und Fingerstreckungübungen durchgeführt werden.
  • Die Hautfäden werden nach 10 bis 14 Tagen entfernt.
  • Postoperative klinische Kontrollen empfehlen sich am 3. postoperativen Tag und nach 1 und 2 Wochen.
  • Die selbstständige Narbenmassage ab der 3. postoperativen Woche mit rückfettender Salbe (z. B. Bepanthen® Wund- und Heilsalbe, Linola® Fett Creme) verhilft zu unscheinbaren weichen Narben.
  • Unterschiedliche leichte Berührungsreize der Fingerkuppen, wie das Erlernen der Blindenschrift, fördern die Erholung des Nervens.

Autorenhinweis

Autor: PD Dr. Stéphane Stahl. Es bestehen keine finanziellen Beziehungen zur Pharma- oder Medizinprodukteindustrien, die den o.g. Text beeinflusst haben könnten. Jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur für den persönlichen Gebrauch erlaubt. Alle auf dieser Internetpräsenz verwendeten Texte sind urheberrechtlich geschützt.

Haben Sie noch Fragen? – Nutzen Sie unser Schnell-Kontaktformular

Ihr Centerplast-Team um PD Dr. Stéphane Stahl und Dr. Adelana Santos Stahl berät Sie gern.

Nach oben
Button Focus Gesundheit Arztsuche Button Estheticon Button Jameda Button Qualitätssiegel myBody
Logo Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen Logo The American Society for Aesthetic Plastic Surgery Logo ICOPLAST Logo Sociedade Brasileira de Cirurgia Plástica Logo E.S.P.R.A.S Logo Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie Logo Deutsche Gesellschaft für ästhetische Botulinum- und Fillertherapie e.V. Logo Federation of European Societies for Surgery of the Hand