Was ist eine Dorsalzyste?

Dorsalzysten werden auch als Mukoidzysten bezeichnet. Bei einem Verschleiß der Fingerendgelenke bildet sich vermehrt Gelenkflüssigkeit. Die Flüssigkeit kann zu einer Ausstülpung der Gelenkhaut führen. Die Zyste tritt als Schwellung am Fingerrücken in Erscheinung. Drück die Zyste auf das Nagelbett oder die Nagelwurzel kann es zu einer Verformung des Nagels kommen. Bleibt die Ursache für die Zystenbildung, also der Gelenkverschleiß bestehen, kann die Zyste wiederkehren. Ein schmerzhafter Gelenkverschleiß kann durch eine Versteifung des Fingerendgelenks behandelt werden. Bei einer Eröffnung der Zyste droht eine folgenreiche Gelenkentzündung.

Wie wird die Entfernung der Mukoidzyste durchgeführt?

Für eine optimale schonende Operationstechnik und um den Blutverlust zu minimieren und wird in Fingerblutleere operiert. Die ausgedünnte Haut wird spindelförmig entfernt. Die Entfernung des Stiels erfordert eine behutsame Präparation des Zystenstiels zwischen Kollateralband und Strecksehne. Kleinere Gefäße werden mit der bipolaren Technik verödet. Die Zyste wird entfernt. Störende Knochenanbauten (Osteophyten) werden geglättet. In der Regel ist eine Verschiebung des angrenzenden Gewebes (Lappenplastik) erforderlich.  Das angrenzende Gewebe wird gelöst, um in Beugestellung einen spannungsfreiben Verschluss der Wunde zu erreichen. Damit eine Verschiebung gelingt muss das Gewebe am Fingerrücken großräumig umschnitten werden.

Der Erfolg der Behandlung wird nicht nur an einer geringen Rezidivrate gemessen. Eine örtliche Gewebeverschiebung (Lappenplastik) ermöglicht tendenziell einen rascheren Heilungsverlauf der Wunde bei geringerer Entzündungsgefahr. Bei Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit des Endgelenks wird eine Versteifung empfohlen. Die Versteifung des Endgelenks schließt ein Wiederauftreten sicher aus. Die Einschränkungen durch eine Versteifung des kleinen Gelenkes sind bei beweglichem Mittel- und Grundgelenk vernachlässigbar.

Die Entfernung von Mukoidzysten des Fingerendgelenkes beugt einer spontanen Eröffnung vor und ermöglicht die Korrektur einer Nagelverformung. Die versehentliche Eröffnung der Dorsalzyste, zum Beispiel bei Gartenarbeiten, geht mit einer hohen Entzündungsgefahr einher. Die Entzündung einer verletzten Mukoidzyste kann zu schweren Gelenkentzündungen führen. Die Operation kann die Beweglichkeit erhalten. Das Risiko des Wiederkehrens einer Dorsalzyste nach einer Operation ist gering.

Gibt es Alternativen zur Operation einer Mukoidzyste?

Eine Vielzahl von Behandlungen mit sehr unterschiedlichen Erfolgsaussichten wurden beschrieben, von der Strahlentherapie bis zur chemischen Verätzung. Das Anstechen und Aufnehmen der Flüssigkeit mit einer Hohlnadel gilt heutzutage als obsolet. Nach einer Punktion tritt eine Zyste in dreißig bis Einhundert Prozent der Fälle wieder auf. Zusätzlich besteht eine hohe Entzündungsgefahr. Aufgrund der geringeren Häufigkeit des Wiederauftretens hat sich die chirurgische Entfernung durchgesetzt.

Wie können Sie sich auf die Entfernung der Mukoidzyste vorbereiten?

  • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen Behandlungen sollten vor der Operation beantwortet sein.
  • Schränken Sie Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein.
  • Blutverdünnende Medikamente (zum Beispiel ASS, Thomapyrin®) müssen mindestens zehn Tage vor der Operation nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
  • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen vier Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
  • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den vier Wochen nach der Operation keine Flugreisen beruflich wie privat.
  • Legen Sie sich zu Hause Eiswürfel oder Kühlpads bereit zur Kühlung der Haut nach der Operation.

Was müssen Sie nach der Entfernung eine Mukoidzyste beachten?

  • Ihr Wohlbefinden und das Ergebnis der Operation werden regelmäßig kontrolliert.
  • Das Hochlagern und Kühlen der Hand in den ersten drei Tagen fördert die Abschwellung und Wundheilung.
  • Führen Sie stündlich mehrfach vollständige Faustschluss- und Fingerstreckungsübungen durch.
  • Ab der dritten postoperativen Woche verhilft mehrfach tägliches Massieren für einige Minuten kreisförmig, sowie längs und quer zum Narbenverlauf mit fettenden Cremes (zum Beispiel Bepanthen® Salbe oder Linola® Fett) zu unscheinbaren Narben.
  • Die Hautfäden werden nach zehn bis vierzehn Tagen entfernt.

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Ihr Centerplast-Team um PD Dr. Stéphane Stahl und Dr. Adelana Santos Stahl berät Sie gern.

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