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    Was ist eine Rhizarthrose?

    Ein Gelenkverschleiß ist eine Abnutzung des Gelenkknorpels, die schleichend, anfangs meist unbemerkt auftritt. Verschleißerscheinungen des Daumensattelgelenks, auch Rhizarthrosen genannt, können sehr schmerzhaft sein. In den meisten Fällen ist die Ursache unbekannt und eine gezielte Therapie nicht möglich. Ist die Knorpelschutzschicht verloren, wird die einwirkende Belastung nicht mehr gedämpft und gleichmäßig verteilt.

    Ein Knorpelschaden lässt sich leider bis dato nicht vollständig rückgängig machen. Zu Beginn können die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte durch spezielle Daumenschienen abgepuffert werden. Ibuprofen, Diclofenac oder das pflanzliche Weihrauchextrakt H15 werden häufig eingesetzt, da sie entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Wenn diese Maßnahmen nicht mehr helfen, kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Welche der unterschiedlichen operativen Behandlungen (z. B. Fettstammzellbehandlung, Denervierung, Resektionsarthroplastik) für Sie individuell die richtige ist, richtet sich nach Ihren Anforderungen und der Ausprägung des Verschleißes.

    Die Resektionsarthroplastik ist das Verfahren mit den meisten Erfahrungswerten. Über einen kleinen Zugang an der Außenseite des Daumenballens wird das verschlissene große Vieleckbein entfernt und das Gelenk mit Nahttechniken stabilisiert.

    Eigenfettbehandlung des Daumensattelgelenks

    Die Fettstammzelltransplantation ist eine neue minimal-invasive Behandlung des Gelenkverschleißes. Die Stammzelltherapie kann bei gering ausgeprägtem Gelenkverschleiß als Heilversuch durchgeführt werden, um einen größeren Eingriff wie die Resektionsarthroplastik aufzuschieben.

    Die Behandlungskosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Dennoch sind die positiven Ergebnisse der seit 2014 etablierten Eigenfettbehandlung der Rhizarthrose wissenschaftlich belegt [1]. In der Regel kann mit einer Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung für die Dauer von mindestens 12 Monaten gerechnet werden.

    Die Zellen können vom Bauch, den Oberschenkeln, dem Po oder von den Knien schonend abgesaugt werden. Das abgesaugte Fettgewebe wird mehrfach gereinigt und gefiltert. Anschließend werden die Zellen in das Daumensattelgelenk injiziert. Die Stammzellen aus dem Fettgewebe können sich zu Knorpelzellen entwickeln. Darüber hinaus können die Zellen zu einer Verbesserung der Gelenkschmiere führen.

    Wie können Sie sich auf den Eingriff vorbereiten?

    • Fragen zu möglichen Komplikationen der OP und alternative Behandlungen sollten im Vorfeld beantwortet sein.
    • Schränken Sie den Nikotin- und Alkoholkonsum unbedingt auf ein Minimum ein!
    • Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS, Thomapyrin®) müssen mind. 10 Tage vor der Operation abgesetzt werden (nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt).
    • Vitaminpräparate (A, E) & Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen mind. 4 Wochen vor der Rhizarthrose-OP abgesetzt werden.
    • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den 6 Wochen nach der Operation keine Flugreisen, beruflich wie privat!
    • Legen Sie sich in ihren eigenen 4 Wänden Eiswürfel / Kühlpads bereit, um die Haut nach der Daumensattelgelnks-OP zu kühlen!

    Wie wird der Eingriff durchgeführt?

    • Die ambulante Operation erfolgt in Armbetäubung oder Vollnarkose und dauert ca. 30 Minuten.

    Was müssen Sie nach dem Eingriff beachten?

    • Das Hochlagern sowie Kühlen der Hand in den ersten 72 Stunden ist sehr wichtig.
    • Eine Ruhigstellung wird für insgesamt 4 Wochen empfohlen (Palmare-Unterarm-Handgelekenks-Daumen-Gipsschiene mit freiem Interphalangeal Gelenk in Opposition und Abduktion des Daumen für 14 Tage; dann Mittelhand-Daumenschiene unter Freilassung des Interphalangealgelenkes für weitere 14 Tage).
    • Stündlich sollten mehrmals vollständige Faustschluss- und Fingerstreckungsübungen durchgeführt werden. Alle Gelenke außerhalb der Schiene müssen mehrmals pro Stunde und in vollem Umfang bewegt werden.
    • Eine Kapillardrainage aus Silikon wird ggf. am 1. postoperativen Tag entfernt, die Hautfäden werden nach ca. 10 – 14 Tagen entfernt.
    • Postoperative Kontrollen in der Praxis empfehlen sich am 1. und 3. postoperativen Tag sowie nach 1, 2 und 4 Wochen.
    • Die selbstständige Narbenmassage ab der 3. postoperativen Woche mit einer rückfettenden Salbe (z. B. Bepanthen® Wund- und Heilsalbe oder der Linola® Fett Creme) verhilft zu unscheinbaren und weichen Narben.
    • Eine Vollbelastung ist ab der 12. postoperativen Woche möglich.

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    Zum Autor

    Privatdozent Dr. Stéphane Stahl

    “Wir liefern Ihnen umfangreiches Experten-Wissen, um gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsweg auszuwählen.”

    Privatdozent Dr. med. Stéphane Stahl ist ehemaliger Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Dr. Stahl studierte Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin. 2011 legte er die Europäische und 2012 die Deutsche Facharztprüfung für Plastische und Ästhetische Chirurgie ab. Es folgten weitere Facharztqualifikationen und Zusatzqualifikationen (u.a. Qualitätsmanagement, Medizindidaktik, Physikalische Therapie, Notfallmedizin, Laserschutzbeauftragte, Handchirurgie) sowie Preise und Auszeichnungen. 2015 habilitierte er sich im Fach Plastische und Ästhetische Chirurgie in Tübingen. Er ist ein erfahrener Mikrochirurg, gefragter Gutachter und regelmäßiger Referent auf Fachkongressen. Stéphane Stahl wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren zum Mitglied der American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS), eine der weltweit größten und einflussreichsten Fachgesellschaften für Ästhetische Chirurgie. Zu seinen Autorenschaften gehören u.a. zahlreiche Beiträge in angesehenen peer review Zeitschriften und chirurgischen Standardlehrwerken.

    References[+]

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