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    Was ist ein Überbein?

    Der medizinische Fachbegriff für das sogenannte Überbein ist Handgelenksganglion. Das Wort „Ganglion“ ist griechischer Herkunft und bedeutet „Gewebeknoten“. Ein Überbein wird als eine Vorwölbung am Handgelenk wahrgenommen. Überbeine sind gutartig und mit Abstand der häufigste Grund für eine Schwellung (Tumor) an der Hand [1]. Ein Ganglion ist ein mit Gelenkflüssigkeit gefüllter Gewebehohlraum, der eine Verbindung mit dem benachbarten Gelenk aufweist. Die Verbindung zum Gelenk wird als Stiel bezeichnet. Das als Überbein bezeichnete gutartige Geschwulst enthält eine zähe, durchsichtige, gelbliche Flüssigkeit. Die Flüssigkeit besteht unter anderem aus Hyaluronsäure (Hyaluronan). Frauen zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahr sind am häufigsten betroffen. Am Handgelenk treten Ganglien in sechzig bis siebzig Prozent der Fälle streckseitig auf. An dieser Stelle wird ein Handgelenksganglion auch als dorsales Ganglion bezeichnet. Liegt das Ganglion auf der Beugeseite spricht man von einem palmaren Handgelenksganglion. Gelegentlich werden die irreführenden Begriffe Synovialzyste oder Ganglionzyste verwendet. Eine Zyste ist ein Hohlraum, der mit einer Zellwand ausgekleidet ist. Die Hülle eines Überbeins ist anders beschaffen und hat einen gefüllten Hohlraum, der überwiegend aus Kollagen besteht. Ein Handgelenksganglion wird daher auch als Pseudozyste bezeichnet [2]. Der Begriff Bibelzyste rührt von der altertümlichen Methode, ein Ganglion durch einen festen Schlag mit einer Bibel zum Zerplatzen zu bringen. Umgangsprachlich wird ein Ganglion am Handgelenk Überbein genannt. Streng genommen ist der Begriff Überbein nicht korrekt. Bein ist von dem germanischen Wort „baina“ abgeleitet und bedeutet Knochen (siehe auch Schienbein, Elfenbein). Tatsächlich gibt es auch knöcherne Vorsprünge am Handrücken. Die knöchernen Gelenkanbauten zwischen den Mittelhandknochen und den Handwurzelknochen werden als „carpe bossu“ oder „carpal bossing“ bezeichnet.

    Wo kann ein Überbein entstehen?

    Ein Ganglion kann unter anderem am Handgelenk, aber auch an anderen Stellen wie am Knie oder am Sprunggelenk oberhalb des Fußes auftreten. Bei der gutartigen Geschwulstbildung muss differenziert werden, ob sie am Handgelenk oder an den Fingern aufkommt. Eine flüssigkeitsgefüllte Schwellung der Endgelenke der Zehen, Großzehen, Fingern oder Daumen ist eine Mukoidzyste. Ein Ganglion am Handgelenk wird im Volksmund als Überbein bezeichnet. Anders als Mukoidzysten, finden sich Überbeine überwiegend bei jungen Erwachsenen. Am häufigsten treten Überbeine am streckseitigen Handgelenk zwischen dem Kahnbein und dem Mondbein auf (sechzig bis siebzig Prozent der Fälle). In seltenen Fällen finden sich Überbeine entlang der beugeseitigen und speichenseitigen Handgelenksbeugesehne (Flexor carpi radialis Sehne, in dreizehn bis zwanzig Prozent der Fälle). Das Auftreten eines Ganglions in der Nähe des Daumensattelgelenks ist häufig mit einem Gelenkverschleiß vergesellschaftet [3]. Ganglien können auch in den Knochen auftreten. Man spricht dann von einem intraossären Ganglion. Die Behandlungsempfehlungen von Ganglien unterschieden sich daher je nach Entstehungsort.

    Welche Beschwerden bereitet ein Überbein?

    Ein Überbein wird zunächst als Beule an der Hand beziehungsweise am Handrücken wahrgenommen. Die gut abgrenzbare Schwellung kann sich mal hart, mal weich oder prall-elastisch anfühlen. Liegt das Überbein nahe der Pulsschlagader kann ein Pulsieren getastet werden. Die Schwellung bildet sich im Verlauf von Wochen oder Monaten aus. Oft wird die Vorwölbung am Handgelenk als unschön empfunden. Nicht selten gehen Überbeine auch mit dem Symptom des Schmerzes einher. In einer eigenen noch unveröffentlichten Studie an der Universitätsklinik und BG Klinik Tübingen gaben Patienten mit einem Handgelenksganglion folgende Beweggründe für eine Operation an:

    • 77 Prozent der Fälle: Schmerzen
    • 53 Prozent: schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen
    • 41 Prozent: ästhetische Gründe
    • 13 Prozent: Angst um eine bösartige Wucherung (bösartiger Tumor)

    Wie wird ein Überbein festgestellt (diagnostiziert)?

    Ein Chirurg mit der Zusatzbezeichnung Handchirurgie kann die Diagnose für ein Überbein in der Regel eindeutig stellen. Hierfür nimmt der Handchirurg das Ganglion in Augenschein und tastet es ab. Ein Überbein lässt sich durch eine sorgfältige Untersuchung von anderen weichen und harten Schwellungen z. B. der Sehnenscheiden unterscheiden. Bei der Durchleuchtung mit einer Taschenlampe (Diaphanoskopie) leuchtet ein Überbein hell auf. Falls dennoch Zweifel bestehen kann eine Ultraschall-Untersuchung hilfreich sein. Ein Überbein, das äußerlich nicht zu erkennen ist und nur durch eine Kernspin-Untersuchung aufgedeckt wird, nennt sich ein okkultes Handgelenksganglion. Intraossäre Ganglien, also flüssigkeitsgefüllte Hohlräume eines Knochens, lassen sich durch eine computertomographische Untersuchung nachweisen.

    Welcher Arzt hilft bei einem Überbein weiter?

    Bei jeder körperlichen Untersuchung, Beratung und natürlich Behandlung sind unter anderem die Ausbildung und die Erfahrung des Arztes von großer Bedeutung. Das Hörensagen und ein freundlicher Umgang sind ebenso wichtig. Die fachliche Kompetenz ist für einen medizinischen Laien schwer einzuschätzen. Daher gibt es die spezielle und geschützte Berufsbezeichnung Handchirurg. Das Fachgebiet der Handchirurgie umfasst die Erkennung und das Behandeln von Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen und Tumoren der Hand. Fachlich werden Ganglien den gutartigen Tumoren der Hand zugeordnet. Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie dürfen nach einer weitergehenden zweijährigen Ausbildung die Zusatzbezeichnung Handchirurgie erlangen. Eine weitere fachliche Auszeichnung ist das Zeugnis des Europäischen Fachverbandes für Handchirurgie (Federation of European Societies of Surgery of the Hand, kurz FESSH). Dieses Zeugnis wird nach dem Bestehen einer mehrtätigen umfassenden schriftlichen und mündlichen Prüfung verliehen.

    Was sind die Ursachen für die Entstehung eines Überbeins?

    Es wird angenommen, dass eine vermehrte Belastung des Handgelenks zu einer erhöhten Bildung von Gelenkschmiere (Synovia) führt. Die Flüssigkeit führt an einer Schwachstelle zu einer Ausstülpung der Gelenkkapsel (weiche Gelenkhäute) am Handgelenk. Die möglichen Ursachen, die zur Ausbildung eines Überbeines führen, sind ungeklärt. Je nach betroffenem Gelenk werden Ganglien gerne mit unterschiedlichen Ursachen in Verbindung gebracht und unterschiedliche Beschwerden werden festgestellt. Ein Überbein wird oft in Folge einer Verletzung oder Überbelastung sowie durch chronische Reizzustände beobachtet. In manchen Fällen kann es in zeitlichem Zusammenhang mit einer Arthrose in Erscheinung treten. Es besteht zudem die Theorie, dass sich die als Ganglien bezeichneten gutartigen Weichteiltumore v.a. bei Menschen mit einem schwachen Bindegewebe entwickeln. Die genauen Ursachen konnten jedoch bis heute nicht belegt werden. Die zeitliche Verknüpfung von zwei Ereignissen impliziert nicht notwendigerweise einen ursächlichen Zusammenhang. Die Beobachtung eines Überbeins nach einem Unfall, einem Sturz oder einer Prellung ist nicht ausreichend, um mit Gewissheit von einer Ursache-Wirkungs-Beziehung auszugehen. Ein ursächlicher Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder rheumatischen Erkrankungen ist nicht gesichert. Beim Rheuma kommt es gelegentlich zu einer Schwellung des Sehnengleitgewebes. Diese Schwellung wird auch als Sehnenscheidenhygrom bezeichnet. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Handgelenksganglien und Sehnenscheidenhygromen.

    Überbein ohne OP behandeln

    Selbstverständlich informieren sich Patienten zunächst über Alternativen zu einer OP und möchten die Antworten auf ihre Fragen zu möglichen Methoden der konservativen Behandlung eines Überbeins finden. Im Internet findet sich eine große Auswahl von Hausmitteln und Heilversprechen zur Therapie eines Überbeins. Von einer ungewöhnlichen Behandlungsmethode stammt der veraltete Begriff Bibelzyste, der früher für Handgelenksganglien benutzt wurde. Er ist auf die Methode zurückzuführen, ein Ganglion mit dem kräftigen Schlag einer Bibel zum Platzen zu bringen. Hiervon wird aber dringend abgeraten. Die Erfahrung dürfte sehr schmerzhaft sein, wobei das Ganglion mit hoher Wahrscheinlichkeit an der gleichen Stelle wiederkehrt.

    Auch homöopathische Mittel werden zur Behandlung von Ganglien angeboten. Die Blüten der Arnica Pflanze haben eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung. Arnica Globuli D6 haben eine Potenz beziehungsweise Verdünnung von 1:1.000.000. Das entspricht der Verdünnung von zwei Voltaren Tabletten in einer Badewanne. Arnica wird in höheren Konzentrationen in Salben angewendet. Die sogenannte Pferdesalbe enthält unter anderem Arnica. Andere Bestandteile der Pferdesalbe sind Kampfer, Menthol, Methylsalicylat (Aspirin ähnlicher Wirkstoff) und Rosmarin. Ein häufiger Inhaltsstoff von Zugsalben (Ichthammol) soll die Heilung von entzündlichen Hauterkrankungen positiv beeinflussen. Betonit, der wesentliche Wirkstoff von Heilerden, vermindert die schädliche Wirkung von Schimmelpilzgiften (Aflatoxine). Wissenschaftliche Untersuchungen zu der Wirkung von Homöopathie, Salben, Heilerden oder einer speziellen Ernährung auf Handgelenksganglien wurden nicht veröffentlicht.

    Auch der Nutzen von Kälte- oder Wärmeanwendung, bestimmter Übungen oder Massagen ist nicht belegt. Gleiches gilt für die Behandlung mit Ultraschall oder Laser. Bandagen können, wenn sie langfristig getragen werden, zu einer Gelenkeinsteifung sowie einem Muskel und Knochenschwund führen. Eine positive Wirkung von Bandagen oder Pflastern auf Überbeine ist wissenschaftlich nicht belegt. Untersuchungen zu Spritzenbehandlungen wie die Aspiration bzw. Punktion zum Absaugen gefüllter Zysten wurden bereits veröffentlicht. Daher ist bekannt, dass der Nutzen von Spritzen einer chirurgischen Behandlung weit unterlegen ist. Das Entzündungsrisiko für das Gelenk, wenn es minimal-invasiv mit einer Spritze behandelt wird, ist nicht unerheblich. Entzündungen der Gelenke sind schwer zu behandeln. Bleibende Bewegungseinschränkungen und leichte bis starke Schmerzen sind häufig die Folge von Gelenkentzündungen.

    Was hilft wirklich? Der Vergleich mit allen konservativen Therapien und anderen nicht-operativen Behandlungsmethoden zeigt, dass Überbeine am seltensten nach einer operativen Entfernung wieder auftreten. Nach sorgfältiger Entfernung über einen kleinen Hautschnitt erfahren Betroffene in der Regel eine deutliche Beschwerdelinderung.

    Wie wird ein Überbein entfernt?

    Vor der Ganglion-OP wird nochmal sichergestellt, dass alle Ihre Fragen von A-Z beantwortet wurden. Der Chirurg vergewissert sich vor jedem Eingriff, dass die bestmöglichen Voraussetzungen für eine offene Operation gegeben sind. In der Hand liegen wichtige und feine Strukturen wie Gefäße, Nerven und Sehnen sehr nah beieinander. Optimale Sichtverhältnisse sind die wichtigste Grundvoraussetzung für die Ganglion-Operation, insbesondere in der Handchirurgie. Bei dem Eingriff kommt das Verfahren der Blutleere zur Anwendung. Die Blutleere verhindert, dass Blut die Sicht versperrt und minimiert den Blutverlust. Hierfür wird vor der Operation eine Gummibinde (Esmarch-Binde) von den Fingerspitzen bis zum Oberarm gewickelt. Anschließend bläst sich eine Blutdruckmanschette auf, damit kein Blut zurückströmt, nachdem die Gummibinde entfernt wurde. Um zu vermeiden, dass der Druck am Oberarm als unangenehmes Kribbeln oder Taubheitsgefühl empfunden wird, erhält das Armnervengeflecht eine örtliche Betäubung. So ist gewährleistet, dass Sie keine Schmerzen verspüren. Eine Vollnarkose ist für den operativen Eingriff nicht notwendig.

    Die Haut wird vor der operativen Behandlung mehrfach mit einer Alkohollösung desinfiziert. Sterile Tücher sorgen dafür, dass das gesamte Gebiet keimfrei bleibt. Mit einer Lupenbrille sieht der Spezialist der plastischen Chirurgie das Gewebe in zwei- bis vierfacher Vergrößerung. Die bei solchen Operationen notwendigen kleinen Hautschnitte (meist reicht lediglich ein einziger präziser Schnitt) wird so klein wie möglich und so groß wie notwendig gewählt, damit nichts übersehen wird. Die Ausrichtung des Schnitts berücksichtigt die Verlaufsrichtung der anatomischen Strukturen der jeweiligen Region. Der Schnitt muss so gewählt werden, dass die sich später ausbildende Narbe die Beweglichkeit des Handgelenks auch bei der Entfernung großer Ganglien nicht beeinträchtigt. Zur Planung wird der Schnitt gelegentlich vor der Operation mit einem Stift auf die Haut gezeichnet. Mit einer speziellen Pinzette, durch die ein Wechselstrom fließt, werden kleinere Gefäße verschweißt. Nerven und Gefäße werden mit schonenden mikrochirurgischen Techniken von dem Überbein und seiner Verbindung zum Gelenk befreit. Nachdem die Aussackung vollständig entfernt ist, wird das Gelenk und die Wunde sorgfältig mit feinen Fäden wieder verschlossen.

    Nachdem das Handgelenk verbunden wurde, können Sie sich in unserem Ruheraum erholen. Dort wird Ihnen erklärt, worauf Sie in den folgenden Tagen achten sollten und es werden Termine zu Kontrolluntersuchungen vereinbart. Sie bekommen einen Brief mit, in dem alle Einzelheiten der Operation aufgeführt sind. Im Notfall ist der Chirurg nach der Operation ständig erreichbar. Der Eingriff dauert circa zwanzig Minuten. Unter Berücksichtigung der Vorbereitung und der anschließenden Nachsorge sollten Sie zwei bis drei Stunden Zeit einplanen.

    Kann man ein Ganglion arthroskopisch (durch eine Gelenkspiegelung) entfernen?

    Ja, Überbeine können mit der Schlüsselloch Technik (Arthroskopie, Gelenkspiegelung) entfernt werden. Hierbei werden vier kleine Schnitte am Handrücken gesetzt, durch die feine Instrumente eingebracht werden. Zum Vergleich wird bei der konventionellen Methode das Überbein mit dem Skalpell über einen etwa zwei Zentimeter langen Schnitt entfernt. Da die Hautschnitte der Schlüsselloch Technik jeweils vier bis fünf Millimeter lang sind, trägt das Verfahren nicht zur Verminderung der Narbenbildung bei. Der technische und zeitliche Aufwand der Schlüssellochmethode ist jedoch weitaus größer [4]. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Überbein wiederkehrt und die Risiken beider Verfahren unterscheiden sich nicht [5].

    Welche Risiken bestehen bei einer Entfernung eines Überbeines?

    Mögliche Komplikationen bei Eingriffen am Handgelenk sind Verletzungen von Gefäßen und Nerven, eine Wundheilungsstörung, ein Bluterguss, eine Entzündung oder das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS). Die Komplikationsraten bisher veröffentlichter Studien schwankt zwischen 0 und 17 Prozent bei der chirurgischen Entfernung von Überbeinen [6]. In einer eigenen Studie, die an der Universitäts- und BG Klinik Tübingen durchgeführt wurde, trat bei 70 Patienten keine einzige Komplikation auf.

    Wie können Sie sich auf die OP bei einem Überbein am Handgelenk vorbereiten?

    • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen der OP und alternativen Behandlungen sollten vor der Operation beantwortet sein.
    • Schränken Sie im Vorfeld der Ganglion-OP den Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein.
    • Blutverdünnende Medikamente (z.B. ASS, Thomapyrin®) sollten mindestens 10 Tage vor der OP (selbstverständlich nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt) abgesetzt werden.
    • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen vier Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
    • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den vier Wochen nach der Operation keine Flugreisen ein, beruflich wie privat.
    • Legen Sie sich zu Hause Eiswürfel oder Kühlpads bereit zur Kühlung der Haut nach der Operation.

    Was müssen Sie nach der Entfernung eines Überbeins beachten?

    • Ihr Wohlbefinden und das Ergebnis der Ganglion-OP werden regelmäßig kontrolliert.
    • Das Hochlagern und Kühlen der Hand in den ersten drei Tagen nach der Überbein-OP fördert die Abschwellung und Wundheilung.
    • Führen Sie stündlich mehrfach vollständige Faustschluss- und Fingerstreck-Übungen durch.
    • Die Hautfäden werden anschließend nach ca. 10 bis 14 Tagen entfernt.
    • Ab der 3. postoperativen Woche verhilft mehrfach tägliches Massieren für einige Minuten – kreisförmig, sowie längs und quer zum Narbenverlauf mit fettenden Cremes (zum Beispiel Bepanthen® Salbe oder Linola® Fett) – zu unscheinbaren Narben.

    Kann ein Überbein nach einer OP wiederkehren?

    Bei einer eigens durchgeführten Nachuntersuchung von 70 Patienten an der Universitäts- und BG Klinik Tübingen kehrte das Überbein bei acht Prozent der Patient erneut auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Überbein wiederkehrt schwankt in wissenschaftlichen Studien zwischen acht und zehn Prozent [7].

    Tumore an Hand und Fingern

    Weichteiltumore an der Hand sind häufig und meist gutartig. Die Hand ist ein feines Uhrwerk mit vielen Strukturen auf engstem Raum: Muskel, Sehnen, Sehnenscheiden, Bänder, Haut, Blutgefäße und Nerven. In all diesen Geweben können sich Zellen ungehemmt vermehren. Beide Hände entsprechen zwei Prozent der gesamten Körperoberfläche. Die Hände machen nur 1,2 Prozent des gesamten Körpergewichts aus. An der Hand finden sich jedoch fünfzehn Prozent aller Weichteiltumore des Körpers.

    Was sind Riesenzelltumore?

    Riesenzelltumore sind schmerzfreie Schwellungen der Hand oder der Finger in der Nähe von Sehnenscheiden. Betroffene Patienten sind meist zwischen dreißig und fünfzig Jahre alt. Der Tumor kann sich in die Gelenke und den Knochen ausbreiten. In diesem Fall ist es sehr schwierig den Tumor restlos zu entfernen. Bei einem Verdacht sollten bildgebende Verfahren wie Röntgen und Kernspin-Untersuchungen durchgeführt werden. Die Operation ist die Behandlung der ersten Wahl. Das entfernte Gewebe ist typischerweise von gelb-braun bis grau-weißer Farbe mit einer Läppchen-artigen und weichen Struktur.

    Was sind vaskuläre Malformationen?

    Vaskuläre Malformationen sind Fehlbildungen der Gefäße, die am gesamten Körper entstehen können. Die Gefäßfehlbildungen werden nach der Strömungsgeschwindigkeit des Blutflusses unterteilt. Fehlbildungen der Gefäße mit hoher Strömungsgeschwindigkeit transportieren sauerstoffreiches arterielles Blut vom Herzen. Fehlbildungen mit niedriger Strömungsgeschwindigkeit transportieren sauerstoffarmes venöses Blut zum Herzen. Die meisten Gefäßfehlbildungen sind teilweise arteriell und teilweise venös. An der Körperoberfläche machen sich Fehlbildungen durch eine bläuliche Verfärbung der Haut bemerkbar. Arterielle Gefäßfehlbildungen zeichnen sich durch ein tastbares Pulsieren und eventuell ein Strömungsgeräusch aus. Gefäßfehlbildungen betreffen überwiegend Kinder und Jugendliche.

    Was sind Schwannome?

    Schwannome sind gutartige Tumore der Nervenscheiden. Die Schwellung entsteht durch ein ungehemmtes Wachstum von Zellen, die den Nerv umhüllen. Sie treten bei Erwachsenen mittleren Alters auf. Sie verursachen Schmerzen oder Gefühlsstörungen. Bei Berührung kann ein elektrisierender Schmerz ausgelöst werden. Schwannome lassen sich durch eine Operation vom betroffenen Nerv entfernen.

    Was sind Glomustumore?

    Der Glomustumor ist eine gutartige Fehlbildung des Glomuskörperchens. Glomuskörperchen dienen der Regulation der Hauttemperatur an den Händen und befinden sich überwiegend unter den Nägeln. Fünf-und-siebzig Prozent der Glomustumore treten in der Hand unter den Fingernägeln auf. Glomustumore machen nur ein Prozent aller Handtumore aus. Sie sind häufiger bei Frauen im Alter zwischen dreißig und fünfzig Jahren zu finden und treten spontan auf. Glomustumore machen sich typischerweise durch punktuell eng begrenzte Schmerzen und eine Empfindlichkeit auf Kälte bemerkbar. Unter dem Nagel zeigen sich Verfärbungen des Nagelbettes. Gelegentlich treten auch Nagelverformungen auf.

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    Zum Autor

    Privatdozent Dr. Stéphane Stahl

    “Wir liefern Ihnen umfangreiches Experten-Wissen, um gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsweg auszuwählen.”

    Privatdozent Dr. med. Stéphane Stahl ist ehemaliger Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Dr. Stahl studierte Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin. 2011 legte er die Europäische und 2012 die Deutsche Facharztprüfung für Plastische und Ästhetische Chirurgie ab. Es folgten weitere Facharztqualifikationen und Zusatzqualifikationen (u.a. Qualitätsmanagement, Medizindidaktik, Physikalische Therapie, Notfallmedizin, Laserschutzbeauftragte, Handchirurgie) sowie Preise und Auszeichnungen. 2015 habilitierte er sich im Fach Plastische und Ästhetische Chirurgie in Tübingen. Er ist ein erfahrener Mikrochirurg, gefragter Gutachter und regelmäßiger Referent auf Fachkongressen. Stéphane Stahl wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren zum Mitglied der American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS), eine der weltweit größten und einflussreichsten Fachgesellschaften für Ästhetische Chirurgie. Zu seinen Autorenschaften gehören u.a. zahlreiche Beiträge in angesehenen peer review Zeitschriften und chirurgischen Standardlehrwerken.

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