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    Überzählige Brustwarzen

    Überzählige Brustwarzen sind auf eine unvollständige Rückbildung der Milchleiste beim Ungeborenen im Mutterleib zurück zu führen. Sie werden bei zwei bis drei Prozent der Neugeborenen entdeckt und können familiär gehäuft vorkommen. Ein Zusammenhang mit Nierenfehlbildung wird kontrovers diskutiert. Überzählige (akzessorische) Brustwarzen treten meist einseitig auf, gelegentlich auch mit einem Warzenhof und einzelnen Härchen. Der Fachausdruck hierfür ist Polythelie. Überzählige Brustwarzen kommen meist in unmittelbarer Nachbarschaft der Brust über dem Brustmuskel oder nahe der Achselhöhe, seltener am Bauch vor. Nach einer Entfernung wird das Gewebe feingeweblich untersucht, um Gewissheit über den gutartigen Befund zu bekommen.

    Wie werden akzessorische Brustwarzen entfernt?

    Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt. Das Gewebe wird schonend mit dem Skalpell entfernt, wobei Sie lediglich Bewegungen an der Hautoberfläche spüren. Um eine unscheinbare Narbe zu hinterlassen, wird das umliegende Hautweichteilgewebe gelöst. Die Wunde wird dann ohne jegliche Spannung mit feinen Fäden verschlossen und ein Verband angelegt. Die OP-Dauer des ambulanten Eingriffs beträgt ca. 15 Minuten. Im Anschluss werden Kontrolltermine vereinbaren. Sie erfahren im Anschlussgespräch alles zur Nachsorge und erhalten einen umfangreichen schriftlichen Bericht. Darüber hinaus wird Ihnen sicherheitshalber eine Notfall Tel.-Nr. ausgehändigt, über die Sie im Ernstfall den Chirurgen bzw. die Chirurgin 24 Stunden am Tag erreichen.

    Während des gesamten OP-Prozesses, also in der Vorbereitung sowie während der Durchführung und in der Nachbereitung haben Sie die Möglichkeit, mit einer Virtual-Reality-Brille unterhaltsame Kinofilme oder Ihre Lieblingsserien anzuschauen. Diese Ablenkung führt nachweislich zu einer geringeren Schmerzempfindlichkeit.

    Wie können Sie sich auf die Entfernung akzessorischer Brustwarzen vorbereiten?

    • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen Behandlungen sollten vor der Operation beantwortet sein.
    • Duschen Sie am Tag der Operation mit einer desinfizierenden Seife (z. B. HiBiScrub® Plus, Octenisan® Wash Lotion, Prontoderm® Shower Gel).
    • Schränken Sie Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein.
    • Die Einnahme hormonhaltiger Medikamente (Pille) ist gegebenenfalls vorübergehend einzustellen.
    • Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS, Thomapyrin®) müssen mindestens zehn Tage vor der Operation nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
    • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen mindestens vier Wochen vor der Operation abgesetzt werden.

    Was müssen Sie nach der Entfernung akzessorischer Brustwarzen beachten?

    • Regelmäßige Kontrollen Ihres Wohlbefindens und des Operationsergebnisses schließen sich an.
    • Duschen ist unmittelbar vor der Wundkontrolle ab dem 3. postoperativen Tag möglich.
    • Ab der dritten postoperativen Woche verhilft mehrfach tägliches Massieren für einige Minuten kreisförmig, sowie längs und quer zum Narbenverlauf mit fettenden Cremes (z. B. Bepanthen® Salbe oder Linola® Fett) zu unscheinbaren Narben.
    • Bücken, Heben schwerer Lasten, Schwimmen, Saunieren, Geschlechtsverkehr und sportliche Betätigungen sollten zwei Wochen lang vermieden werden, eventuell länger, wenn noch Schwellungen bestehen.
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    Zum Autor

    Privatdozent Dr. Stéphane Stahl

    “Wir liefern Ihnen umfangreiches Experten-Wissen, um gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Behandlungsweg auszuwählen.”

    Privatdozent Dr. med. Stéphane Stahl ist ehemaliger Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. Dr. Stahl studierte Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin. 2011 legte er die Europäische und 2012 die Deutsche Facharztprüfung für Plastische und Ästhetische Chirurgie ab. Es folgten weitere Facharztqualifikationen und Zusatzqualifikationen (u.a. Qualitätsmanagement, Medizindidaktik, Physikalische Therapie, Notfallmedizin, Laserschutzbeauftragte, Handchirurgie) sowie Preise und Auszeichnungen. 2015 habilitierte er sich im Fach Plastische und Ästhetische Chirurgie in Tübingen. Er ist ein erfahrener Mikrochirurg, gefragter Gutachter und regelmäßiger Referent auf Fachkongressen. Stéphane Stahl wurde nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren zum Mitglied der American Society for Aesthetic Plastic Surgery (ASAPS), eine der weltweit größten und einflussreichsten Fachgesellschaften für Ästhetische Chirurgie. Zu seinen Autorenschaften gehören u.a. zahlreiche Beiträge in angesehenen peer review Zeitschriften und chirurgischen Standardlehrwerken.

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