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Was ist eine Gynäkomastie beim Mann (Männerbrust)?

Die Gynäkomastie bezeichnet eine Vermehrung von Brustdrüsengewebe beim Mann. Äußerlich ist eine Schwellung der Brustwarze zu erkennen. Ab einer tastbaren Vergrößerung des Brustgewebes von zwei Zentimetern Durchmesser spricht man von einer Gynäkomastie. In den meisten Fällen lässt sich keine Ursache für die Gynäkomastie finden. Man spricht dann auch von einer idiopathischen Gynäkomastie. Die Behandlung der ersten Wahl der idiopathischen Gynäkomastie ist die operative Korrektur.

Was kostet die Entfernung einer Gynäkomastie?

Männliche Konturen der Brust können durch einen operativen Eingriff wiederhergestellt werden. Eine erste Kostenschätzung bekommen Sie auf unserer Kostenseite. Die Techniken und der Aufwand unterscheiden sich ja nach Ausprägung, Art des überschüssigen Gewebes (Brustdrüsengewebe, Fettgewebe, Haut) und dem Gesundheitszustand des Patienten. Eine genaue Preisangabe können wir Ihnen gerne im Anschluss an ein Beratungsgespräch machen.

Wann zahlt die Krankenkasse die Behandlung einer Gynäkomastie?

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass die Korrektur einer Gynäkomastie von der Krankenkasse bezahlt wird, wenn eine „krankheitswertige Entstellung“ vorliegt. Richter haben eine „krankheitswertige Entstellung“ wie folgt definiert:

  • Bei einer Entstellung muss eine erhebliche Auffälligkeit vorliegen, die erwarten lässt, dass Betroffene ständig viele Blicke auf sich ziehen (Bundessozialgericht, Urteil vom 28.02.2008, B 1 KR 19/07 R).
  • Die Auffälligkeit muss bereits bei flüchtiger Begegnung in alltäglichen Situationen quasi "im Vorbeigehen" bemerkbar sein (Bundessozialgericht, Urteil vom 28.02.2008, B 1 KR 19/07 R).
  • Eine Entstellung liege nicht vor, wenn die Körperstellen durch das Tragen angepasster Kleidung verdeckt werden können (Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 14.12.2017, L 5 KR 608/16).

Naturwissenschaftlich lassen sich die seelischen Folgen einer Entstellung gut belegen. Das Bundessozialgericht vertritt die Auffassung, dass psychische Probleme, die sich aus einer Deformität ergeben, vorrangig mit Mitteln der Psychotherapie oder Psychiatrie zu behandeln sind (Bundessozialgericht, Urteil vom 28.02.2008, B 1 KR 19/07 R).

Über die Kostenübernahme entscheidet die Krankenkasse beziehungsweise der medizinische Dienst der Krankenkassen. Die Entscheidungen sind von Fall zu Fall, von Versicherer zu Versicherer, von Bundesland zu Bundesland und von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die Argumentation der Versicherungsgesellschaften und der Richter stimmen oft nicht mit den Bedenken der Patienten und den Empfehlungen der Ärzte überein. Ärzte sprechen von einer Deformität (Abweichung von der normalen Form) und nicht von einer „krankheitswertige Entstellung“. Die Symmetrie oder Schmerzen beeinflussen die Entscheidungen der Krankenkassen nicht maßgebend. Der Antrag auf Kostenübernahme muss durch den versicherten Patienten gestellt werden. Der Antrag wird durch eine fachärztliche schriftliche Stellungnahme unterstützt. Die Ausstellung einer fachärztlichen Stellungnahme ist nur sinnvoll, wenn eine erhebliche Abweichung von der normalen Brustform vorliegt und, nach Ermessen des Plastischen Chirurgen eine Aussicht auf Erfolg besteht.

Besteht der seltene Verdacht auf eine bösartige Neubildung, muss eine Gewebeprobe entnommen werden. Hierfür ist ein Antrag auf Kostenübernahme nicht erforderlich.

Mehr erfahren Sie unter Leistungspflicht der Krankenkassen.

Welche Besonderheiten gibt es bei einer Gynäkomastie in der Pubertät?

Die Gynäkomastie tritt besonders häufig zwischen dem dreizehnten und dem vierzehnten Lebensjahr auf. Das sind wichtige prägende Jahre der Selbstfindung, in denen sich Geschlechterrollen und Geschlechtsreife entwickeln. Bei den meisten Jugendlichen bildet sich die Männerbrust nach einem Jahr zurück. Bleibt die Männerbrust länger bestehen, ist eine Besserung ohne eine Behandlung unwahrscheinlich. In einer wissenschaftlichen Untersuchung waren bis zu zwei Drittel der Jugendlichen mit Gynäkomastie übergewichtig oder fettleibig (Rosen H, et al., 2010, Ann Plast Surg). Bei Übergewicht bildet das überschüssige Fettgewebe mehr weibliche Hormone (Östrogen). Unter dem Einfluss weiblicher Hormone wächst das Brustdrüsengewebe. Überschüssiges Fett- und Brustdrüsengewebe führt zur Ausbildung einer Männerbrust. Die Gewichtsabnahme ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Wenn ein Übergewicht über mehrere Jahre bestanden hat, bleibt allerdings das Brustdrüsengewebe trotz Gewichtsabnahme bestehen. Kinder leiden unter den körperlichen Folgen von Übergewicht und den Hänseleien. Eine Gynäkomastie verstärkt das Unwohlsein und verringert das Selbstwertgefühl (Kinsella C Jr et al. 2012 Plast Reconstr Surg). Die Scham bewegt Jugendliche auf verschiedenen Wegen ihre Brust zu verstecken. So tragen Betroffene mehrere Hemden, wickeln die Brust in Plastikfolie oder Klebeband ein, gehen mit nach vorne gezogenen Schultern oder verschränkten Armen. Der Leidensdruck führt nicht selten zur Meidung sportlicher Aktivitäten wie Schwimmen und einem sozialen Rückzug. Daraus folgen haltungsbedingte Rückenschmerzen und depressive Stimmung. Da die einseitige Gynäkomastie besonders auffällig ist, ist die Belastung häufig größer. Eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung ist unzureichend, da die Ursache nicht behoben wird. Da die Gynäkomastie erwiesenermaßen mit einem hohen Leidensdruck einher geht und sich nach einer gewissen Zeit nicht zurückbildet, müsste eine lebenslange Psychotherapie durchgeführt werden.

Wie erkennt man eine Gynäkomastie?

Eine Gynäkomastie ist bei freiem Oberkörper deutlich sichtbar. Geringe Ausprägungen einer Gynäkomastie sind bei der Ansicht im Halbprofil, also bei fünfundvierzig Grad abgewendetem Oberkörper gut zu erkennen. Dabei bildet die abgewendete Brust die Körpersilhouette und die vorgewölbte Brustwarze sticht hervor. Beim Abtasten der Brust kann die Größe des Brustdrüsenkörpers unterhalb der Brustwarze eingeschätzt werden. Eine Ultraschalluntersuchung lässt eine genauere Untersuchung zu. Liegen Zweifel vor, kann zusätzlich eine Röntgenuntersuchung der Brust durchgeführt werden.

Kann sich eine Gynäkomastie zurückbilden oder wegtrainiert werden?

Überschüssiges Brustdrüsengewebe kann sich in den ersten zwölf Monaten teilweise zurückbilden. Nach diesem Zeitraum nehmen die derben Kollagenfasern und andere Eiweißablagerungen des Brustgewebes zu. Das feste Kollagengewebe bildet sich nicht von alleine zurück. Regelmäßiges intensives Training führt zum Abbau von Körperfettgewebe. Sport hat darüber hinaus sehr viele positive Auswirkungen auf alle Organsysteme. Eine Rückbildung des Brustdrüsengewebes kann durch Sport allerdings nicht erreicht werden.

Wann bildet sich eine Gynäkomastie in der Pubertät zurück?

Eine Gynäkomastie tritt bei ein bis zwei Drittel der Jungen zwischen dem zehntem und dem sechzehnten Lebensjahr auf. Bis zum siebzehnten Lebensjahr haben noch zehn Prozent der Jungen eine Gynäkomastie. Da Jugendliche mit einer Gynäkomastie häufig übergewichtig sind, wird zur Behandlung der Gynäkomastie häufig zu einer Gewichtsabnahme geraten. Eine Normalisierung des Körpergewichts ist für alle Organe von Vorteil. Die Schmerzen, die Scham und die psychische Belastung einer ausgeprägten Gynäkomastie können aber dadurch unnötig verlängert werden. Die stark gedehnte Haut der Brust und das überschüssige Brustgewebe werden durch eine Gewichtsabnahme nicht verbessert. Bei gesunden Jugendlichen mit einer Gynäkomastie, die länger als ein Jahr besteht, ist eine Operation zur Korrektur sinnvoll.

Welche Behandlungsmethoden einer Gynäkomastie gibt es?

Die Korrektur der Männerbrust ist eine der häufigsten plastischen Operationen bei Männern. Für ein gutes Ergebnis ist die Auswahl der richtigen Technik entscheidend. In der Regel ist eine Kombination mehrere Operationsverfahren sinnvoll. Überschüssiges Fettgewebe lässt sich am besten mit der Vibrationsmethode (SAFELipo-Technik) absaugen. Der vergrößerte feste Drüsenkörper lässt sich über einen kleinen unscheinbaren Schnitt am unteren Rande des Warzenhofs entfernen. Wenn nur sehr wenig Brustdrüsengewebe vorliegt, kann versucht werden den Hautschnitt am Rand des Warzenhofs zu umgehen. Die Erfahrung zeigt, dass die Kombination der Entfernung der Brustdrüse und der Fettabsaugung harmonische und sehr zufriedenstellende Ergebnisse liefert. Nach der Fettabsaugung mit der Vibrationsmethode schrumpf die Haut in den Monaten nach der Operation. In welchem Ausmaß sich die Haut zurückbildet, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab: Alter, dauerhafte Sonnenbestrahlung, Tabakrauchen, Veranlagung, Begleiterkrankungen, bestimmte Medikamente und Ausprägung der Umfangszunahme. Bei jungen gesunden Patienten kann versucht werden auf die zusätzliche Narbe der Straffung zu verzichten. Sollte nach einem halben Jahr noch ein störender Hautüberschuss bestehen, kann eine mäßige Straffung unkompliziert, ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Auch eine Teilrückbildung der Haut, bietet den Vorteil, dass eine kleinerer Hautschnitt zur Korrektur ausreicht. Zur Entfernung überschüssiger Haut gibt es je nach Ausprägung verschiedene Techniken. Etwas überschussige Haut kann um den Warzenhof herum entfernt werden. Bei großen und hängenden Brüsten ist eine Verlagerung beziehungsweise Verpflanzung der Brustwarze erforderlich.

Gibt es Medikamente gegen eine Gynäkomastie?

Ein Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen regt das Wachstum von Brustgewebe in der Pubertät an. Nach spätestens zwölf Monaten baut der Körper das Brustgewebe um, so dass es sich nicht mehr zurückbildet. Es gibt keine Medikamente die für die Behandlung der Gynäkomastie zugelassen sind. Eine gewisse Verbesserung konnte unter der Einnahme von Medikamenten, die zum Beispiel zur Behandlung des Brustkrebses zugelassen sind, beobachtet werden. Ob die Brustverkleinerung diesen Medikamenten zu verdanken ist, ist zweifelhaft. Ein Behandlungsversuch ist nur bei geringer Vergrößerung der Brust sinnvoll und hat nur in den ersten Monaten nach Auftreten der Gynäkomastie in der Pubertät Aussicht auf Erfolg. Die Medikamente müssen drei bis sechs Monaten eingenommen werden. Manchmal wird nach dem Absetzen der Medikamente eine Wiederkehr der Gynäkomastie beobachtet. Bisherige wissenschaftliche Studien haben eine geringe Anzahl von sehr unterschiedlichen Patienten untersucht und die Ergebnisse nicht mit anderen Behandlungsmethoden verglichen. Bei einer Gynäkomastie die länger als zwölf Monate besteht ist die Operation die Behandlung der ersten Wahl. Im Vergleich mit der beschriebenen Wirkung der Medikamente liefern Operationen schnellere, effektivere und ästhetisch bessere Ergebnisse. Zudem ist das Wiederkehren der Gynäkomastie nach einer Operation ausgeschlossen. Die Fettabsaugung und die Entfernung des Brustdrüsengewebes verbessern nachweislich die Lebensqualität der Patienten (Fagerlund A, et al., 2015, J Plast Surg Hand Surg).

Die hier erwähnten Medikamente hemmen die Wirkung weiblicher Hormone (Östrogen). Aromatasehemmer unterbinden die Umwandlung der Hormon-Vorstufen in aktive weibliche Hormone. Östrogenantagonisten blockieren die Signalübertragung weiblicher Hormone. Behandlungsversuche mit den folgenden Wirkstoffen wurden bereits beschrieben:

  • Tamoxifen (Östrogenrezeptorblocker): Dosierungen von 10 bis 20 Milligramm pro Tag. Nebenwirkungen von Tamoxifen nehmen mit dem Alter und der Behandlungsdauer zu. Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem: vermindertes sexuelles Verlangen, Hitzewallungen, Haarausfall, Gewichtszunahme, Thrombose, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, Depression, Angstzustände, Schweißausbrüche.
  • Clomiphen (Östrogenrezeptorblocker): Dosierungen von 50 Milligramm pro Tag.
  • Danazol (Unterdrückt die Tätigkeit der Hirnanhangsdrüse): Dosierungen von 2 Mal 200 Milligramm pro Tag.
  • Testolacton (Aromatasehemmer): Dosierungen von 450 Milligramm pro Tag.
  • Anastrazol (Aromatasehemmer): Dosierungen von 1 Milligramm pro Tag.

Hilft die Bestrahlung der Brust gegen eine Gynäkomastie?

Niedrig dosierte Röntgenstrahlung und Elektronenstrahlung werden für die Behandlung der Gynäkomastie eingesetzt. Die Anwendung beschränkt sich allerdings auf Patienten mit Prostatakrebs, die auf Grund Ihrer Hormonbehandlung eine Gynäkomastie entwickeln. Bei der Strahlentherapie kommen ionisierende Strahlung zu Anwendung. Die Strahlen spalten chemische Verbindungen auf. Hochtoxische freie Radikale entstehen, die zum Beispiel die Erbsubstanz von Zellen schädigen. In der Folge einer Strahlenbehandlung kann Krebs entstehen. Eine niedrig dosierte Bestrahlung der Brust erhöht das Risiko von Brustkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs und einer Verengung der Herzkranzgefäße (McKeown SR et al., 2015, Br J Radiol). Die Risiken einer Strahlenbehandlung werden von folgenden Parametern beeinflusst:

  • Je jünger der Patient, desto wahrscheinlicher ist, dass sich im Laufe des Lebens ein Krebs in der Folge der Bestrahlung entwickelt.
  • Der Körper von Kindern und Jugendlichen reagiert besonders empfindlich auf Strahlen.
  • Eine Stammnahe Strahlenbehandlung ist mit einem höheren Risiko verbunden als eine Behandlung der Hände oder der Füße.
  • Das Risiko einer hoch dosierten Bestrahlung zur Krebsbehandlung (über 50 Gray) ist höher als das Risiko einer niedrig dosierten Bestrahlung zur Behandlung einer gutartigen Gewebewucherung (3 bis 50 Gray).

Nach einer Strahlenbehandlung verändert sich das Körpergewebe nachhaltig. Auch Jahrzehnte nach einer Strahlenbehandlung muss im Falle einer Operation mit einem hohen Risiko von Wundheilungsstörungen gerechnet werden.

Gynäkomastie vorher nachher Bilder

Vorher nachher Bilder dürfen in Deutschland nicht im Internet gezeigt werden. Mehr erfahren Sie hier.

Hilft eine Kryolipolyse (Coolsculpting) bei einer Gynäkomastie?

Es gibt verschiedene nicht-invasive Verfahren zur Verminderung kleiner Fettansammlung des Körpers wie zum Beispiel:

  • die Kryolipolyse,
  • Ultraschall,
  • Radiofrequenz,
  • elektromagnetische Impulse und
  • die Laserlipolyse.

Diese Verfahren können nach mehrmaliger Anwendung zu einer leichten Verminderung des Fettgewebes führen. Eine Straffung der Haut oder eine Verminderung des Brustgewebes kann durch nicht-invasive Verfahren wie die Kryolipolyse nicht erreicht werden. Nicht-invasive Verfahren eignen sich ausschließlich zur Behandlung einer leichten Fettgewebsvermehrung der Brust (Pseudogynäkomastie).

Wie wird die Gynäkomastie in Stadien eingeteilt?

Es wurden zahlreiche Klassifikationen beschrieben, um die Gynäkomastie in Schweregrade einzuteilen. Die meisten Klassifikationen teilen die Gynäkomastie je nach Ausprägung in Rangordnungen auf (gering, mittelmäßig und stark ausgeprägt). Die Klassifikationen beschreiben die Größe der Brust, das Durchhängen der Brust und die Art des überschüssigen Gewebes (Brustgewebe, Fettgewebe, Haut). Die Klassifikationen werden nach dem Plastischen Chirurgen benannt, der die Einteilung veröffentlicht hat (Cohen, Tanner, Simon, Rohrich, Webster, Monarca, Waltho). Objektivierbare Werte wie die Größe, das Körpergewicht, der Brustumfang oder der Unterbrustumfang werden in den Klassifikationen nicht berücksichtigt. Wenige Klassifikationen unterteilen die Männerbrust in messbaren Größen (zum Beispiel kleiner als 250 Gramm, 250 bis 500 Gramm, mehr als 500 Gramm). Allerdings kann das überschüssige Brust- oder Fettgewebe erst nach der Entfernung und nicht bei der Untersuchung gewogen werden.

Die Klassifikation von Simon ist in Deutschland weit verbreitet. Sie hat jedoch zwei wesentliche Nachteile:

  • Die Einteilung ist von der subjektiven Bewertung des Untersuchers abhängig.
  • Die Einteilung lässt nur sehr eingeschränkt einen Rückschluss auf die jeweils angemessene Behandlungsmethode zu.

Klassifikation von Simon (Simon BE et al., 1973, Plast Reconstr Surg)

Stadium Beschreibung
I Gering sichtbare Vergrößerung der Brust ohne Hautüberschuss
IIa Moderate Vergrößerung der Brust ohne Hautüberschuss
IIb Moderate Vergrößerung der Brust mit wenig Hautüberschuss
III Weiblich geformte Brust mit Unterbrustfalte, Ptosis und deutlichem Hautüberschuss

Welche Ursachen gibt es für eine Gynäkomastie?

In etwa zwei Drittel der Fälle bleibt die Ursache einer Gynäkomastie ungeklärt. Der Ausdruck idiopathische Gynäkomastie beschreibt den Umstand, dass sich keine Ursache für eine Gynäkomastie finden lässt. Hormonähnliche Nebenwirkungen zahlreicher Medikamente sind die häufigste Ursache einer Gynäkomastie. Behandelbare Ursachen der Männerbrust betreffen überwiegend Patienten im mittleren (35 bis 65) und höherem (65 bis 80) Lebensalter. In diesen Fällen kann ein Ungleichgewicht bestimmter Hormone zu einem Wachstum der Brust führen. Das Ungleichgewicht beruht auf einer Verminderung männlicher Hormone (Testosteron) oder einem Anstieg weiblicher Hormone (Östrogene). Unterschiedliche Erkrankungen können die Testosteron Produktion in den Hoden beeinträchtigen. Auch die Signalübertragung männlicher Hormone kann im Fall einer seltenen Erbkrankheit gestört sein. Gewisse Tumoren können auch bei Männern Schwangerschaftshormone bilden. Diese Hormone (Prolaktin, humanes Choriongonadotropin, kurz hCG) fördern das Wachstum der Brust. Mehrere Untersuchungen sind notwendig, um die Ursachen einer Gynäkomastie aufzudecken. Die Untersuchungen werden von verschiedenen Fachärzten durchgeführt. Fachärzte für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie sind spezialisiert in der Untersuchung der Hormonwerte. Der Hoden wird durch Urologen untersucht. Radiologen führen die bildgebende Untersuchung der Brust und falls erforderlich der Bauchorgane oder des Gehirns durch. Fachärzte für Humangenetik gehen Hinweisen auf Erbkrankheiten nach.

Mögliche Ursachen einer Gynäkomastie

Ursachen Zugrunde liegende Erkrankung Erläuterung
Medikamente   Siehe „Welche Medikamente können eine Gynäkomastie auslösen?“
Funktionsstörung der Hoden 5α-Reduktasemangel Erbkrankheit, bei der die Bildung von Testosteron eingeschränkt ist.
  Androgenresistenz (Goldberg-Maxwell-Morris-Syndrom) Erbkrankheit, bei der die Signalübertragung von Testosteron beeinträchtigt ist.
  Anorchie Fehlen oder Unterentwicklung der Hoden.
  Hämochromatose Meist erblich bedingt erhöhte Aufnahme von Eisen im Körper, die zu Funktionsminderung der Hoden führt.
  Klinefelter Syndrom Angeborener Fehler im Erbgut.
  Kallmann Syndrom Angeborene Entwicklungsstörung des Gehirns.
  Hodentorsion oder Hodenverletzung Verdrehung des Hodens mit Gefahr des Funktionsverlustes.
  Virale Orchitis Hodenentzündung meist durch das Mumpsvirus mit Gefahr des Funktionsverlustes.
Tumore Bösartige Nebennierentumore Können Östrogene produzieren.
  Bösartige Magentumore Können hCG produzieren.
  Großzelliger Lungenkrebs Kann hCG produzieren.
  Gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse Kann Prolaktin produzieren.
  Bösartiger Nierentumor Kann hCG produzieren.
  Seltene Hodentumore (Leydig- oder Sertoli-Zelltumore) Meist gutartige Tumore die Hormone produzieren.
  Embryonale Tumore, (Teratokarzinom, Chorionkarzinom, oder gonadale Mischtumore) Können hCG produzieren.
  Brustkrebs beim Mann Wucherung von Brustgewebe.
Schilddrüsenerkrankung Schilddrüsenüberfunktion Kann zum Anstieg von Östrogenen führen.
  Schilddrüsenunterfunktion Kann zum Anstieg von Prolaktin führen.
Nierenerkrankung   Hormone werden nicht mehr ausgeschieden.
Lebererkrankungen   Unklar.
HIV (Menschliches Immunschwäche-Virus)   Funktionsminderung der Hoden.

Gynäkomastie oder Pseudogynäkomastie (Lipomastie)?

Die Pseudogynäkomastie (auch Lipomastie oder falsche Gynäkomastie genannt) ist eine Vermehrung von Fettgewebe der Brust. Patienten mit einer Pseudogynäkomastie haben in der Regel ein erhöhtes Körpergewicht (Body-Mass-Index). Beim Abtasten der Brust oder bei der Ultraschalluntersuchung findet sich kein vermehrtes Brustdrüsengewebe. Die Kontur der Brust wird bei der Pseudogynäkomastie durch eine Fettabsaugung korrigiert. Ob eine Straffung der Haut erforderlich ist, hängt von der Hautelastizität und dem Ausprägungsgrad der Pseudogynäkomastie ab.

Welche Medikamente können eine Gynäkomastie auslösen?

In etwa zwanzig Prozent der Fälle sind die Nebenwirkungen von Medikamenten die Ursache eine Gynäkomastie. Medikamente können auf verschiedenen Wegen eine Gynäkomastie verursachen:

  • sie können die Wirkung weiblicher Hormone nachahmen oder die Wirkung männliche Hormone hemmen,
  • sie erhöhen die Bildung oder stören den Abbau weiblicher Hormone (Östrogene, Prolaktin),
  • sie vermindern die Bildung männlicher Hormone (Androgene), oder
  • sie liefern einen Überschuss an Hormonvorläufern (zum Beispiel Testosteron oder Androstendion), die zu weiblichen Hormonen umgewandelt werden können.

Bei vielen Medikamenten ist der Mechanismus, der zur Ausbildung einer Gynäkomastie führt, noch nicht verstanden.

Medikamente, die eine Gynäkomastie auslösen können

Medikamenteneinsatz Wirkstoff Mechanismus der eine Gynäkomastie verursacht Häufigkeit in Prozent
Antibiotikum Ethianomide Unbekannt  
Antibiotikum Isoniazid Multifaktoriell  
Antibiotikum Metrodinazol Vermindert die Bildung männlicher Hormone  
Behandlund von Virenerkrankungen Antivirale Medikamente Unbekannt  
Behandlung der Schizophrenie Haloperidol Erhöht die Bildung von Prolaktin  
Behandlung der Schizophrenie Olanzapin Unbekannt  
Behandlung der Schizophrenie Risperdon Unbekannt 2 bis 3
Behandlung von Asthma Theophylline Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Amiodaron Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Amlodipin Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Captopril Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Diltiazem Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Digitoxin Kann die Wirkung von Östrogen nachahmen  
Behandlung von Bluthochdruck Enalapril Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Hydrochlorothiazid Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Methyldopa Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Nebivolol Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Nifedipin Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Nitrendipin Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Ramipril Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Reserpin Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Spironolacton Hemmt die Wirkung von Androgenen und Progesteron 9
Behandlung von Bluthochdruck Valsartan Unbekannt  
Behandlung von Bluthochdruck Verapamil Unbekannt  
Behandlung von Depressionen Amitriptylin Erhöht die Bildung von Prolaktin  
Behandlung von Depressionen Doxepin Erhöht die Bildung von Prolaktin  
Behandlung von Depressionen Duloxetin Unbekannt  
Behandlung von Depression Fluoxetine Unbekannt  
Behandlung von Depressionen Mirtazapin Unbekannt  
Behandlung von Depressionen Paroxetin Unbekannt  
Behandlung von Depressionen Venlafaxin Unbekannt  
Behandlung von Epilepsie Phenytoin Verstärkt die Wirkung von Östrogenen  
Behandlung von Epilepsie Valproinsäure Unbekannt  
Behandlung von Haarausfall Finasterid Vermindert die Bildung männlicher Hormone 3 bis 4
Behandlung von Haarausfall Minoxidil Unbekannt  
Behandlung von Pilzerkrankungen Ketoconazol Vermindert die Bildung männlicher Hormone 7 bis 8
Behandlung von Pilzerkrankungen Itraconazol Vermindert die Bildung männlicher Hormone  
Behandlung von Prostatakrebs Bicalutamid Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Behandlung von Prostatakrebs Flutamid Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Behandlung von Rheuma Penicillamine Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Behandlung von Schmerzen Cannabis Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Behandlung von Übelkeit Domperidon Unbekannt  
Behandlung von Übelkeit Metoclopramid Erhöht die Bildung von Prolaktin  
Beruhigungsmittel Diazepam Erhöht das Sexualhormon-bindende-Globulin  
Beruhigungsmittel Phenothiazid Erhöht die Bildung von Prolaktin  
Cholesterinsenker Pravastatin Vermindert die Bildung männlicher Hormone  
Cholesterinsenker Rosuvastatin Vermindert die Bildung männlicher Hormone 1 bis 2
Muskelaufbau Anabolika Vermindert die Bildung männlicher Hormone  
Narkosemittel Etomidate Erhöhen die Bildung von Östrogen  
Stärkungs- und Kräftigungsmittel Ginseng Unbekannt  
Unterdrückung der Abwehrkräfte Cyclosporin Multifaktoriell  
Unterdrückung der Abwehrkräfte Methotrexat Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Unterdrückung der Magensäure Omeprazol Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Unterdrückung der Magensäure Pantoprazol Hemmt die Wirkung von Androgenen  
Unterdrückung der Magensäure Ranitidin Hemmt die Wirkung von Androgenen  

Zu welchem Facharzt soll ich wegen einer Gynäkomastie gehen?

Immer mehr Patienten informieren sich im Internet. Viele Betroffene kommen daher gezielt zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zur Korrektur der Männerbrust. Das hat einen guten Grund: Die Techniken zur Korrektur der Gynäkomastie und zur Wiederherstellung der Brust sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Manche Patienten mit einer Männerbrust vertrauen sich zunächst ihrem Hausarzt an. Der Hausarzt überprüft, ob die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente die Ursache der Gynäkomastie sind. Gegebenenfalls bestimmt der Hausarzt Hormonwerte (follikelstimulierende Hormon: FSH, luteinisierendes Hormon: LH, Testosteron, Östradiol, Prolaktin, Sexualhormon-bindendes-Globulin: SHBG, humanes Choriongonadotropin: HCG). Bei Jugendlichen ist der Stellenwert einer Hormonuntersuchung umstritten, da die Ergebnisse bei 99% der jugendlichen mit einer Gynäkomastie keinen Krankhaften Befund aufweisen (Malhotra AK et al. 2018 Plast Reconstr Surg). Hormonspiegel schwanken je nach Tageszeit. Deshalb werden die Laborwerte morgens zum Zeitpunkt der maximalen Hormonausschüttung untersucht. Bei Auffälligkeit der Hormonwerte ist eine Untersuchung durch Fachärzte für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie sinnvoll. Normabweichungen der Hoden werden durch den Urologen untersucht (Tastuntersuchung und Ultraschall der Hoden). Wenn sich Hinweise auf eine Erbkrankheit ergeben, wird ein Humangenetiker das Erbgut untersuchen. Der Radiologe untersucht die Größe der Brustdrüse und die Beschaffenheit des Brustdrüsengewebes mit Hilfe des Ultraschalls oder einer Mammographie. Erkennt der Radiologe eine verdächtige Veränderung des Brustgewebes wird eine Gewebeprobe durch den Pathologen feingeweblich (histologisch) untersucht. Wenn die Laborwerte einen Tumor vermuten lassen, wird der Radiologe weitere Untersuchungen durchführen (Kernspintomographie der Hirnanhangsdrüse, Ultraschall oder Computertomographie des Bauches). Im unwahrscheinlichen Fall, dass ein Brustkrebs vorliegt, wird der Tumor durch den Frauenarzt mitbehandelt.

Sind Narben nach einer Gynäkomastie OP zu erkennen?

Die Narben, die eine Korrektur der Männerbrust hinterlässt, sind in der Regel sehr unscheinbar. Zur Entfernung von überschüssigem Fettgewebe ist ein drei Millimeter kurzer Hautschnitt am seitlichen Brustkorb erforderlich. Der Zugang erfolgt rechts und links leicht versetzt. So erwecken auch kleine und kaum sichtbare Narben nicht den Eindruck einer geplanten Operation. Das Brustdrüsengewebe wird über einen bogenförmigen Hautschnitt am Rande des Warzenhofs entfernt. Die Narbe zwischen dem Warzenhof und der Brusthaut ist meist kaum sichtbar. Bei einer mäßigen Straffung der Haut verbleibt eine kreisförmige Narbe um den Warzenhof. Die Entfernung stark hängender und schlaffer Haut nach erheblichem Gewichtsverlust macht eine Versetzung oder Verpflanzung der Brustwarze erforderlich. Hierbei müssen die ästhetischen Einheiten der Brust und die Hautspannungslinien berücksichtigt werden. Die quer verlaufenden Narben verblassen nach sechs bis neun Monaten.

Was sind die acht Vorteile einer Korrektur der Gynäkomastie?

  • Die Korrektur der Gynäkomastie kann eine normales Körperbild wiederherstellen.
  • Die Korrektur der Gynäkomastie hinterlässt in der Regel kaum ersichtliche Narben.
  • Die Entfernung der Brustdrüse verbessert oder beseitigt die Brustschmerzen.
  • Die Korrektur der Gynäkomastie kann die allgemeine Lebensqualität deutlich verbessern (Davanco RA, et al. 2009, Aesthet Plast Surg).
  • Die Korrektur der Gynäkomastie liefert schnellere, effektivere und ästhetisch bessere Ergebnisse als die medikamentöse Behandlung (Zavlin D, et al. 2017. Aesthetic Plast Surg).
  • Die meisten Eingriffe werden ambulant durchgeführt.
  • Die Operation geht mit einer geringen Abwesenheit von der Ausbildung oder der Arbeit einher.
  • Es besteht kein Risiko eines Wiederkehrens der Männerbrust.

Wie läuft die Operation einer Gynäkomastie ab?

Jede Operation wird mit der größten Sorgfalt vorbereitet. Das bedeutet, dass routinemäßig mehrere Sicherheitskontrollen stattfinden, um sicherzustellen, dass der Eingriff unter den bestmöglichen Voraussetzungen stattfindet. Der Chirurg vergewissert sich nochmal, dass alle Ihre Fragen beantwortet wurden. Am entkleideten Oberkörper markiert der Operateur das zu behandelnde Hautareal mit einem wasserfesten Stift. Der markierte Operationsplan dient der Kontrolle und besseren Orientierung während der Operation. Anschließend werden Sie in den Operationssaal geführt. Dort kümmert sich das Team bestehend aus Ihrem Chirurgen, einem chirurgischen Assistenten, dem Anästhesisten, einer OP-Schwester und einer technischen Assistentin sich um Ihr Wohl. Es wird darauf geachtet, dass Sie bequem auf einem speziell gepolsterten Operationstisch liegen. Etwas Hintergrundmusik kann Ihnen die Angst nehmen und Ihr Schmerzempfinden vermindern. Sie bekommen Medikamente, die Sie in einen leichten oder tiefen Schlaf versetzen. Während Sie schlafen wird das Operationsgebiet gründlich mehrmals desinfiziert. Sterile Erregerdichte Abdecktücher werden auf die Haut geklebt, um das Operationsfeld weiträumig zu allen Seiten hin zu schützen. Damit Sie auch über den Eingriff hinaus keine Schmerzen verspüren, wird ein langwirksames Betäubungsmittel eingebracht. Die Wasserlösung die in das Unterhautgewebe eingespritzt wird, enthält Adrenalin. Das verringert den Blutverlust und beugt der Ausbildung von Blutergüssen vor. Überschüssiges Fettgewebe wird mit sehr feinen Kanülen abgesaugt. Über einen bogenförmigen Hautschnitt am Rand des Warzenhofs wird das feste Drüsengewebe entfernt. Kleine Gefäße werden verödet. Bei Bedarf wird die überschüssige Haut entfernt. Die Wunden werden mit selbstauflösenden Fäden genäht. Es wird abschließend nochmals kritisch überprüft, ob ein ästhetisch ansprechendes und symmetrisches Ergebnis vorliegt. Schließlich wird ein steriler Verband angelegt und der Kompressionsmieder angepasst. Der Eingriff dauert je nach Ausprägung der Gynäkomastie eineinhalb bis zweieinhalb Stunden. Sie werden dann in einem Ruheraum gebracht, in dem Ihr Wohlbefinden kontinuierlich überwacht wird. Wenn es Ihnen gut geht, können Sie etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen. Bevor Sie nach Hause gebracht werden, bespricht der Operateur mit Ihnen den Verlauf der Operation. Ihnen wird ein ausführlicher Bericht ausgehändigt. Darin sind die Verhaltensmaßnahmen genau aufgeführt und die Termine der Kontrolluntersuchungen vermerkt. Der Bericht enthält auch die persönliche Rufnummer des Operateurs, der für Sie rund um die Uhr erreichbar ist. Am Abend nach der Operation meldet sich der Chirurg bei Ihnen, um sich nach Ihrem Befinden zu erkundigen.

Was erwartet Sie bei einem Beratungsgespräch über eine Gynäkomastie?

Um Ihre Erwartungen bestmöglich erfüllen zu können, werden im Rahmen des ersten Gesprächs Ihre Beschwerden erfasst (Schmerzen oder Empfindlichkeit der Brust, Unzufriedenheit mit dem Aussehen des Oberkörpers, Schamgefühl). In dem Gespräch sollten auch Beschwerden zum Ausdruck kommen, die ein Hinweise auf bestimmte Ursachen sein können (Verminderte Lust am Sex, Müdigkeit, Verstimmung, Veränderung des Körpergewichts). Die Körpergröße und das Körpergewicht sowie die Häufung bestimmter Erkrankungen in der Familie gehören zu einer gründlichen Erhebung wichtiger Informationen. Zur Einschätzung der Behandlungsrisiken werden die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmittel, das Rauchen von Tabakzigaretten oder E-Zigaretten und Allergien erfragt. Bei der Untersuchung werden die Größe und Form der Brust, sowie Verformungen des Brustkorbs oder der Wirbelsäule dokumentiert. Der Chirurg untersucht, ob überschüssige Haut vorhanden ist und schätzt die Elastizität der Haut ein. Bei der Tastuntersuchung wird die Größe des Brustdrüsengewebes ermittelt. Schließlich werden die Brust und die Position der Brustwarzen vermessen. Für die Operationsplanung und zur Qualitätskontrolle wird die Brust fotografiert. Gegebenenfalls empfiehlt Ihnen der Chirurg weitere Untersuchungen (Bestimmung von Hormonwerten, Ultraschall). Wenn alle erforderlichen Informationen vorliegen, empfiehlt Ihnen der Chirurg einen Behandlungsplan. Es ist sehr wichtig Ihre Erwartungen offen mit dem Chirurgen zu besprechen. Oft ist ein schlecht informierter Patient oder Chirurg die Ursache für ein unbefriedigendes Ergebnis, auch wenn es keine Komplikationen bei der Operation gibt. Die einzelnen Schritte der Operation, der Nachbehandlung und die Kosten werden Ihnen transparent und nachvollziehbar dargelegt. Für eventuelle später aufkommende Fragen, vereinbaren wir gerne auch ein Zweitgespräch. Wir freuen uns auf Sie!

Wie können Sie sich auf eine Brustverkleinerung vorbereiten?

  • Zur Ursachenklärung wird eine Blutuntersuchung und Vorstellung bei einem Facharzt für Endokrinologie sowie eine Ultraschall-Untersuchung von Brust und Hoden empfohlen.
  • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen Behandlungen sollten im Vorfeld beantwortet sein.
  • Schränken Sie Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein.
  • Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS, Thomapyrin®) müssen mindestens zehn Tage vor der Operation nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
  • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen mindestens 4 Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
  • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den sechs Wochen nach der Operation keine Flugreisen beruflich wie privat.
  • Bei ausgeprägten Formen übernimmt im Einzelfall die Krankenkasse die Operationskosten. Dann sollte zwei bis drei Monate vor dem geplanten Eingriff ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.
  • Vor der Durchführung ästhetischer Eingriffe sollte eine Folgekostenversicherung abgeschlossen werden.

Wie wird eine Brustverkleinerung beim Mann durchgeführt?

  • In aller Regel wird in Vollnarkose operiert. Damit verbunden ist ein stationärer Aufenthalt von ein bis drei Tagen.
  • Wunden werden mit selbstauflösenden Hautfäden genäht.
  • Der Eingriff dauert ca. 90 Minuten.

Was ist nach einer Brustverkleinerung beim Mann zu beachten?

  • Regelmäßige Kontrollen Ihres Wohlbefindens und des Operationsergebnisses schließen sich an.
  • Eine Oberkörperhochlagerung von etwa 30 Grad (auch beim Schlafen) über 5 Tage ist für die Abschwellung und Wundheilung förderlich.
  • Duschen ist unmittelbar vor der Wundkontrolle ab dem dritten postoperativen Tag möglich.
  • Zuvor angepasste Kompressionsmieder sollten kontinuierlich 6 Wochen lang getragen werden.
  • Narbenpflege (Narbenmassage, Sonnenschutz, Silikonauflage) ab der 3. postoperativen Woche verhilft zu unscheinbaren Narben.
  • Sport, Saunagänge, Schwimmen, schweres Arbeiten und Sonnenbäder sollten für mind. 6 Wochen gemieden werden.

Haben Sie noch Fragen? – Nutzen Sie unser Schnell-Kontaktformular

Ihr Centerplast-Team um PD Dr. Stéphane Stahl und Dr. Adelana Santos Stahl berät Sie gern.

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