Das Geheimnis der Schönheit – was die Wissenschaft wirklich über Attraktivität weiß

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Diesen Satz höre ich oft. Und jedes Mal muss ich widersprechen. Nicht aus persönlicher Meinung, sondern auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Denn die Wissenschaft zeigt uns seit über 100 Jahren und in zahlreichen Studien: Attraktivität folgt objektiven Gesetzen.
Genau darüber habe ich kürzlich mit Katja Heinen bei SWR1 Rheinland-Pfalz gesprochen. Wir haben viele Fragen diskutiert, die mir auch in meiner täglichen Praxis begegnen.
Das vollständige Interview können Sie sich hier ansehen:
Schönheit ist kein Zufall
In meinem Buch „Wunderschön – warum wir dem Bann des Äußeren nicht entkommen“ habe ich über 800 Studien aus 13 Fachrichtungen ausgewertet. Von der Psychologie über die Dermatologie bis zur Zahnmedizin. Das Ergebnis ist klar: Es gibt objektive Merkmale, die Menschen kulturübergreifend als attraktiv wahrnehmen. Dazu gehören schöne Haut, gesunde Haare, gepflegte Zähne, Jugendlichkeit, Symmetrie, geschlechtstypische Merkmale und durchschnittliche Proportionen.
Das Wort „durchschnittlich“ überrascht viele. Aber genau das zeigt die Wissenschaft: Weder große Lippen noch schmale Lippen werden als attraktiv wahrgenommen, sondern der Mittelweg. Das ist auch der Maßstab, an dem ich meine Arbeit als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ausrichte.
Was in uns vorgeht, wenn wir attraktiven Menschen begegnen
Wenn wir einem attraktiven Menschen begegnen, passiert etwas Messbares in unserem Gehirn: Glückshormone werden freigesetzt, die Pupillen weiten sich, der Herzschlag beschleunigt sich. Die Forschung zeigt, dass dieser Effekt mit dem Naschen von Schokolade vergleichbar ist (nur ohne die Kalorien).
Was mich als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Attraktivitätsforscher dabei besonders fasziniert ist, dass es die Augen als Wahrnehmungsorgan seit 500 Millionen Jahren gibt. Die Sprache, mit der wir über innere Werte reden, aber erst seit 100.000 Jahren. Das Äußere ist somit tief in uns verankert und weit mehr als nur Oberfläche.
Schönheitsideale im Wandel? Weniger als man denkt
Immer wieder werde ich gefragt, ob sich Schönheitsideale nicht grundlegend verändert haben, Stichwort „Rubensfrauen“. Meine Antwort: Die grundlegenden Merkmale wie Jugendlichkeit und Symmetrie sind in keiner Epoche und keiner Kultur anders bewertet worden.
Und selbst beim oft zitierten Taille-Hüfte-Verhältnis zeigt sich: In immens vielen Kulturen weltweit wird ein Wert von 0,7 als am attraktivsten empfunden – unabhängig von der Körperfülle. Auch bei den Rubensfrauen lässt sich dieses Verhältnis nachweisen. Der Unterschied ist so gering, dass er durch Einatmen oder eine kleine Mahlzeit erklärbar wäre.
Warum ich manche Schönheitseingriffe ablehne
Mein klares Ziel ist es, die Attraktivität meiner Patienten zu verbessern. Wenn ich das nicht erreichen kann, lehne ich ab. Wenn die Risiken einer Schönheits-OP nicht verhältnismäßig mit dem Nutzen sind, lehne ich ab. Und wenn ich erkenne, dass der eigentliche Leidensdruck einen anderen Ursprung hat, wie etwa eine kürzliche Trennung oder psychische Belastung, dann ist das kein Fall für den Operationssaal.
Ein Eingriff in den Körper ist für mich keine Frage des Profits, sondern der medizinischen Verantwortung gegenüber meinen Patienten.
Ich habe jahrelang als Chefarzt für Plastische Chirurgie in den Fachbereichen Verbrennungschirurgie, Handchirurgie und Mikrochirurgie operiert. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass ein Eingriff immer dann richtig ist, wenn er dem Menschen wirklich dient. Nicht dem Trend, nicht dem Druck von außen, sondern einzig und allein dem Menschen.
Wann eine Schönheits-OP oder ein minimal-invasiver Eingriff sinnvoll ist
Die Wissenschaft zeigt klar, dass Jugendlichkeit, Kontur und Symmetrie die entscheidenden Merkmale für Attraktivität sind. Daraus ergeben sich in meiner täglichen Arbeit sehr unterschiedliche Wege, je nachdem, was die individuelle Situation erfordert.
Manche Patienten wünschen sich eine Straffung des Gesichts, bei der oberflächliche Eingriffe nicht ausreichen. In solchen Fällen kann ein Deep Plane Facelift sinnvoll sein, eine Technik, die tiefer liegende Gewebeschichten (SMAS) adressiert und besonders natürliche, langanhaltende Ergebnisse ermöglicht.
Andere kommen nach einer Schwangerschaft zu mir, bei der Bauch und Körperkontur sich trotz Sport und gesunder Ernährung nicht vollständig erholen. Hier kann eine Bauchdeckenstraffung (medizinisch Abdominoplastik) eine sinnvolle Option sein, die nicht nur überschüssige Haut entfernt, sondern auch die Bauchmuskulatur wieder vereint.
Wer hartnäckige Fettdepots an mehreren Körperzonen loswerden möchte, hat vielleicht von einer 360-Grad-Liposuktion gehört, einer Methode, die Bauch, Flanken und Rücken in einem Eingriff behandelt und so ein harmonisches Gesamtbild schafft.
Aber nicht jeder Weg führt über den Operationssaal. Für viele Patienten sind minimalinvasive Behandlungen der richtige erste Schritt. Biostimulatoren wie Sculptra® oder Radiesse® regen die körpereigene Kollagenproduktion an und verbessern Hautqualität und Volumen, ohne Skalpell und mit sehr überschaubaren Ausfallzeiten.
Was all diese Optionen gemeinsam haben: Sie sind kein Selbstzweck. Sie sind Werkzeuge. Ich setze sie nur dann ein, wenn sie medizinisch sinnvoll und dem Menschen wirklich dienlich sind.
Scham ist kein Ratgeber
In Deutschland ist der Gang zum Schönheitschirurgen noch immer mit Scham verbunden. Das erlebe ich täglich. Patientinnen, die sich vor mir rechtfertigen. Begleiter, die den selbstbestimmten Entschluss der Patientin in Frage stellen.
In anderen Ländern wie Brasilien oder Italien gilt die Pflege des äußeren Erscheinungsbildes als Ausdruck von Selbstrespekt und Würde. Ich respektiere jeden Menschen, der zu mir kommt und ich respektiere jeden, der sich gegen einen Eingriff entscheidet. Beides ist in Ordnung. Was nicht in Ordnung ist, ist eine Entscheidung, die nicht frei, nicht informiert und nicht selbstbestimmt ist.
Patienten überlegen lange, ob sie sich einer Schönheits-OP unterziehen
Untersuchungen zeigen, dass sich Menschen 3 bis 5 Jahre mit dem Gedanken beschäftigen einen Schönheitseingriff vornehmen zu lassen, bevor sie den Schritt wagen. Sie holen sich durchschnittlich die Expertise von 2 bis 5 Fachärzten ein. Wenn sie sich dann für eine OP in meiner Praxis entscheiden, fühle ich mich geehrt und nehme diese Verantwortung ernst.
Wenn Sie sich also gerade in diesem Entscheidungsprozess befinden und Fragen zum Ablauf einer OP oder möglichen Risiken und Nebenwirkungen haben, vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin in unserer Praxis. Meine Frau und ebenfalls hervorragende Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Dr. med. Adelana Santos Stahl, und ich sind jederzeit für Sie da. Nicht um Sie zu überreden, sondern um Sie ehrlich zu beraten.
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Möchten Sie mehr erfahren?
Wenn Sie sich fragen, welche Möglichkeiten es für Sie gibt oder ob ein Eingriff in Ihrem Fall überhaupt sinnvoll ist, dann ist ein persönliches Beratungsgespräch der richtige erste Schritt.
Bei Centerplast nehmen wir uns die Zeit, Ihre individuelle Situation zu verstehen. Kein Druck. Keine Standardlösungen. Sondern ehrliche, medizinisch fundierte Beratung.
Autor:
PD Dr. med. Stéphane Stahl
https://www.centerplast.de/ueber-uns/team/pd-dr-stephane-stahl/