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Brustvergrößerung mit Implantaten

Sie wünschen sich eine fülligere Brust, die zu Ihnen passt? Die Brustvergrößerung mittels Implantat gehört zu den klassischen Eingriffen der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie.

Wissenswertes über Brustimplantate

Implantate werden nach ihrer Form, Größe, Außenwand und Füllmaterial ausgesucht. CE- und FDA-Zertifizierungen zeugen von der Einhaltung europäischer bzw. amerikanischer Qualitätsnormen. Für die Auswahl des richtigen Implantates sollten Ihre Veränderungswünsche und Ihre individuellen anatomischen Verhältnisse berücksichtigt werden.

Brustimplantate werden in der Regel über einen wenige Zentimeter großen Zugang im Bereich der geplanten Unterbrustfalte eingebracht. Alternative Zugänge sind die Achselhöhle oder am Rand des Warzenhofes. Sie können unter oder über den großen Brustmuskeln bzw. unter die Brustdrüsen platziert werden.

Wie können Sie sich auf eine Brustvergrößerung mit Implantaten vorbereiten?

  • Alle Ihre Fragen zu möglichen Komplikationen und alternativen Behandlungen sollten im Vorfeld beantwortet sein.
  • Schränken Sie Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum ein!
  • Die Einnahme hormonhaltiger Medikamenten (Pille) ist gegebenenfalls vorübergehend einzustellen.
  • Blutverdünnende Medikamente (z. B. ASS, Thomapyrin®) müssen mindestens 10 Tage vor der Operation nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
  • Vitaminpräparate (A, E) und Nahrungsergänzungsmittel (Omega-3-Fettsäuren, Johanniskraut-Präparate usw.) müssen mindestens 4 Wochen vor der Operation abgesetzt werden.
  • Operationen schränken die Flugreisetauglichkeit ein. Planen Sie daher in den 6 Wochen nach der Operation keine Flugreisen beruflich wie privat!

Wie wird eine Brustvergrößerung mit Implantaten durchgeführt?

  • Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose im Rahmen eines ambulanten Eingriffs.
  • Die Wunde wird überwiegend mit selbstauflösenden Hautfäden genäht.
  • Je nach Befund werden Drainageschläuche in die Wunde eingelegt, die nach kurzer Dauer wieder entfernt werden können.
  • Der Eingriff dauert ca. 60 Minuten.

Was müssen Sie nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten beachten?

  • Ihr Wohlbefinden und das Ergebnis der Operation werden regelmäßig kontrolliert.
  • Achten Sie auf eine Hochlagerung des Oberkörpers von 30 Grad in den ersten fünf Tagen, auch beim Schlafen. Das sorgt für eine bessere Abschwellung und Wundheilung.
  • In den ersten sechs Wochen sollten Sie auf dem Rücken schlafen. Das vermindert das Risiko, dass die Implantate verrutschen oder sich verdrehen.
  • Ab dem dritten postoperativen Tag können Sie vor der Wundkontrolle in der CenterPlast Saarbrücken duschen.
  • Tragen Sie die zuvor angepassten Stütz-BHs kontinuierlich sechs Wochen lang.
  • Massieren Sie mehrfach täglich für einige Minuten die Narbe ab der dritten postoperativen Woche. Benutzen Sie eine fettende Creme, wie zum Beispiel Bepanthen® Salbe oder Linola® Fett. Achten Sie auf kreisförmige, sowie längs und quer zur Narbe verlaufende Bewegungen. Diese Maßnahmen verhelfen zu einer unscheinbaren Narbe.
  • Vermeiden Sie Bücken, Heben schwerer Lasten, Schwimmen, Saunieren, Geschlechtsverkehr und sportliche Betätigungen vier Wochen lang. Wenn noch Schwellungen bestehen, ist eventuell eine längere Schonung ratsam.

Wie wähle ich das richtige Brustimplantat aus?

Bei der Auswahl des richtigen Implantates sind Entscheidung bezüglich der Form, der Projektion (Implantatdicke), der Oberfläche (Außenwand), des Füllmaterials, des Festigkeitsgrades, des Herstellers und der Größe zu treffen.

Formen des Implantates

  • Anatomische oder tropfenförmige Implantate: natürliche Form, Risiko des Verdrehens des Implantates, anatomische Implantate haben daher eine raue Oberfläche
  • Runde Implantate: fülliges Dekolleté.
  • Implantatdicke
  • Mittlere Projektion: natürlichsten Ergebnisse.
  • Hohe Projektion: tendenziell eine volle Form.
  • Außenwand des Implantates
  • Silikonhülle mit glatter Oberfläche: tendenziell kleinerer Zugang, Risiko einer Kapselkontraktur erhöht.
  • Silikonhülle mit rauer Oberfläche: haftet besser am Gewebe, Voraussetzung für die Verwendung anatomischer Implantate, Risiko eines ALCL erhöht.
  • Füllmaterial des Implantates
  • Silikon: in der Regel formstabil, Risiko von Faltenbildung geringer.
  • Physiologische Kochsalzlösung: gering formstabil, Risiko von Faltenbildung erhöht.
  • Festigkeitsgrade des Implantates
  • Geringe Festigkeit: natürlichere Form, geringere Projektion.
  • Hohe Festigkeit: unnatürliche Form besonders im Liegen, hohe Projektion.

Hersteller des Implantates

Allergan, Inc. (USA, Gründung 1948), Establishment Labs S.A. (USA, Gründung 2004, Motiva®), Mentor (USA, Gründung 1969), GC Aesthetics PLC (Deutschland, Gründung 2015 mit Übernahme von Nagor Ltd. (UK, Gründung 1979) sowie Eurosilicone (Frankreich, Gründung 1995), Polytech Health & Aesthetics (Deutschland, Gründung 1986, B-Lite®), Sebbin (Frankreich, Gründung 1986).

Größe des Implantates

Abhängig vom Alter, Größe und Gewicht, Brustkorbumfang und Form des Brustkorbes. Grob orientierend entsprechen 130 bis 150ml einer Brustvergrößerung von einer Körbchengröße (Cup). In den USA werden am häufigsten 300 bis 350ml und in Deutschland 250 bis 300ml verwendet. Durchschnittliche Körbchengrößen unterscheiden sich von Land zu Land und wobei im Allgemeinen mit zunehmendem Körpergewicht auch die Körbchengröße zunimmt.

Welche Routineuntersuchungen sind nach einer Brustvergrößerung mit Implantat notwendig?

Die FDA empfiehlt eine Kernspintomographie Untersuchung drei Jahre nach der Operation und anschließend alle zwei Jahre. Die Kernspintomographie kann Rupturen erkennen, die auch bei der körperlichen Untersuchung eines Arztes unentdeckt bleiben würden.

Wege (Zugänge) über die Implantate eingebracht werden können

Hautschnitt Vorteile Nachteile
Unterbrustfalte Gute Übersicht.

Platzierung des Implantates unter dem Brustmuskel möglich.

Einsatz eines anatomischen Implantates möglich.

Implantatwechsel über denselben Zugang möglich.

Stillfähigkeit nicht beeinträchtigt.
Narbe im Liegen oder bei kleinen Brüsten auch im Stehen zu erkennen.
Rand des Warzenhofes Unscheinbare Narbe Bei kleinen Brustwarzen o. großen Implantaten nicht möglich.

Stillfähigkeit u. U. beeinträchtigt.

Ggf. Gefühlsminderungen der Brustwarze.

Weitere Narbe bei Implantatwechsel in der Unterbrustfalte.
Achselhöhle Keine Narbe an der Brust selbst.

Bei einer Tendenz zu Narbenwucherungen ratsam.

Bei geringer bis moderater Vergrößerung von kleinen Brüsten vorteilhaft.

Stillfähigkeit nicht beeinträchtigt.
Präzise Platzierung des Implantates erschwert.

Risiko asymmetrischer Unterbrustfalten erhöht.

Schlüssellochtechnik mit eingeschränkter Übersicht.

Gefahr einer Schädigung von Hautnerven des Armes und von Lymphgefäßen

Beeinträchtigt die Untersuchung von Wächterlymphknoten zur Erkennung und Behandlung von Brustkrebs.

Weitere Narbe bei Implantatwechsel in der Unterbrustfalte.

Teure Ausrüstung erforderlich.
Bauchnabel Keine Narbe an der Brust selbst.

Stillfähigkeit nicht beeinträchtigt.
Nur Wassergefüllte Implantate möglich.

Schlüssellochtechnik mit eingeschränkter Übersicht.

Weitere Narbe bei Implantatwechsel in der Unterbrustfalte.

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Das Brustimplantat-assoziierte anaplastische Großzell-Lymphom (BIA-ALCL)

Ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des anaplastischen Großzell-Lymphoms (ALCL) und Brustimplantaten gilt als gesichert. Alternative Verfahren (Brustvergrößerung mit Eigenfett) sollten daher in Betracht gezogen werden.

Die meisten Fälle anaplastischer Großzell-Lymphome traten bei Implantaten mit angerauter (texturierter) Oberfläche auf. Aus diesem Grund wurde die CE-Zertifizierung texturierter Implantate des Herstellers Allergan am 17.12.2018 nicht verlängert. Am 5.04.19 wurden in Frankreich texturierte Implantate der folgenden Hersteller verboten: Allergan Inc., Laboratoire Arion, Nagor Ltd., Eurosilicone, Polytech Health & Aesthetics, Sebbin.

Was ist das Brustimplantat-assoziierte anaplastische Großzell-Lymphom (BIA-ALCL)?

Das BIA-ALCL ist kein Krebs des Brustgewebes selbst, sondern eine Form von Blutkrebs, die die weißen Blutkörperchen betrifft. Wenn das BIA-ALCL früh erkannt wird, ist es gut heilbar. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung erforderlich sein.

Was sind die Symptome des BIA-ALCL?

Das erste Symptom des BIA-ALCL ist eine Schwellung der Brust, die im Durchschnitt acht Jahre nach dem Einsetzen der Brustimplantate auftritt (Spannweite von zwei bis 28 Jahre nach der Operation). Die Schwellung ist auf eine Ansammlung von Flüssigkeit zurückzuführen, die das Implantat umgibt. Diese Flüssigkeit kann dazu führen, dass die Brust über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen deutlich größer wird. Es können auch Knoten in der Brust oder in der Achselhöhle, eine Festigkeit der Brust oder Schmerzen auftreten. Das BIA-ALCL ist in der Regel gut behandelbar und heilbar, wenn Patientinnen sich unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Symptome behandeln lassen.

Wie hoch ist das Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten an BIA-ALCL zu erkranken?

Das Risiko kann je nach Außenwand des Implantates wie folgt unterteilt werden:

  • Bei glatter Oberfläche: 0,0001% (1:704.000)1
  • Bei feiner rauer Oberfläche (mikrotexturierte Implantate, Siltex® und ähnliche): 0,001% (1:82.000)
  • Bei grober rauer Oberfläche (makrotexturierte Implantate, Biocell® und ähnliche): 0,031% (1:3.200)
  • Bei einer Polyurethan Beschichtung: 0,035% (1:2.800)

1 Hamdi M, Association Between Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma (BIA-ALCL) Risk and Polyurethane Breast Implants: Clinical Evidence and European Perspective. Aesthet Surg J. 2019 Jan 31;39(Supplement_1):S49-S54.

Wie ist das Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten an BIA-ALCL zu erkranken einzuordnen?

  • Risiko einer Ruptur eines Implantats über einen Zeitraum von 10 Jahren: 8,7% (1:11.5).
  • Risiko einer Kapselkontraktur über einen Zeitraum von 10 Jahren: 13,5% (1:7.4).
  • Risiko einer Nachoperation über einen Zeitraum von 10 Jahren: 31,6% (1:3).
  • Risiko über das gesamte Leben betrachtet einer Frau an Brustkrebs zu erkranken: 12,5% (1:8).
  • Risiko für das Wiederkehren von Brustkrebs nach Brustamputation bei Brustkrebs: 5% bis 8% (1:12.5-20).
  • Risiko über das gesamte Leben betrachtet bei einem Autounfall tödlich zu verunglücken: 0,15% (1:645).
  • Risiko einer Lebensgefährlichen Komplikation bei einer ästhetischen Operation: 0,002% (1:50.000).
  • Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten an einem fortgeschrittenem BIA-ALCL mit Lymphknotenmetastasen zu erkranken: ca. 0,0004% (1:250.000).
  • Risiko nach einer Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten an einem BIA-ALCL zu erkranken, dass nicht innerhalb von 3 Monaten ausbehandelt ist: 0,0002% (1:500.000)

(Quelle: Calobrace MB, et al. Long-Term Safety of Textured and Smooth Breast Implants. Aesthet Surg J. 2017 Dec 13;38(1):38-48)

Gibt es Todesfälle die auf das BIA-ALCL zurückzuführen sind?

Seitdem die Krankheit vor fast 20 Jahren erstmals gemeldet wurde, gab es weltweit 16 bestätigte Todesfälle. Wenn das BIA-ALCL frühzeitig erkannt wird, bevor es sich zu einem Lymphom entwickelt, ist es gut behandelbar und heilbar, indem das Implantat und die umgebende Narbe oder Kapsel entfernt werden.

Welche Handlungsempfehlungen gibt es für Patientinnen mit texturierten Brustimplantaten?

Jede Frau sollte ihre Brüste regelmäßig abtasten. Nach dem 30. Lebensjahr sollten die Brüste und Achselhöhlen jährliche durch den Frauenarzt abgetastet werden. Nach dem 50. Lebensjahr wird eine jährliche Mammographie empfohlen. Ultraschall oder MRT Untersuchungen können notwendig sein, wenn die Mammographie Untersuchung nicht aussagekräftig genug ist. Eine sofortige Untersuchung durch den Plastischen Chirurgen ist erforderlich, wenn sie eine Veränderung der Größe, des Gefühls oder der Form ihrer Brüste feststellen.

Warum werden Implantate mit einer rauen Oberfläche eingesetzt?

Hierfür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens deuten Untersuchungen darauf, dass Kapselkontrakturen (Ausbildung von festem Narbengewebe um das Implantat herum) seltener bei rauen Oberflächen im Vergleich zu glatten Oberflächen auftreten. Zweitens haben alle Tropfen- oder anatomisch geformte Implantate eine raue Oberfläche, damit Sie nicht verrutschen. Einige Chirurgen sind der Ansicht, dass diese Implantate zu einer natürlicheren Form führen.

Wie wird das BIA-ALCL behandelt und wie ist die Prognose?

Aktuelle Empfehlungen zur Behandlung des BIA-ALCL sehen eine beidseitige Kapselresektion (Entfernung des gesamten Narbengewebes) und die Entfernung der Brustimplantate vor. Solche Eingriffe werden von plastischen Chirurgen auch durchgeführt, wenn ein Implantat beschädigt ist oder sich eine Kapselkontraktur entwickelt hat. Die Mehrheit der Patientinnen benötigen keine zusätzliche Behandlung. Hat sich das BIA-ALCL jedoch auf die Lymphknoten oder das angrenzende Gewebe ausgebreitet, kann eine Chemotherapie oder Bestrahlung erforderlich sein.

Sollten Patientinnen ihre Implantate wegen des Risikos von BIA-ALCL entfernen lassen?

Weder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch die Deutsche Fachgesellschaften oder die US-amerikanische Behörde Food and Drug Administration (FDA) empfehlen eine vorbeugende Entfernung der von Implantaten mit rauer Oberfläche. Es gibt jedoch Frauen, die sich aus Sorgen um das BIA-ALCL für die Entfernung ihrer Implantate entscheiden.

Welche Möglichkeiten gibt es eine schöne Brustform zu erhalten, wenn aus Sorgen um das BIA-ALCL Implantate entfernt werden sollen?

  • Austausch der Implantate gegen Implantate mit einer glatten Oberfläche.
  • Einen Brustaufbau durch eine Eigenfettbehandlung die in der Regel dreimalig wiederholt werden muss.
  • Eine Bruststraffung.

Sollten Frauen mit Brustimplantaten auf das BIA-ALCL untersucht werden?

Es gibt keinen Bluttest, der ein BIA-ALCL nachweisen könnte. Nach Expertenmeinung benötigen Frauen, die keine Veränderung der Brust aufweisen keine zusätzlichen Untersuchungen. Wenn aber eine Patientin eine Veränderung ihrer Brüste bemerkt hat, wie zum Beispiel eine Schwellung oder einen Knoten - sollte sofort eine Untersuchung, Bildgebung und Beratung bei einem plastischen Chirurgen veranlasst werden. Wenn sich Flüssigkeit um das Implantat herum befindet, sollte die Flüssigkeit unter Ultraschallkontrolle abgesaugt und zur Analyse eingeschickt werden.

Wie entsteht das BIA-ALCL?

Plastische Chirurgen, Wissenschaftlicher und die Hersteller von Implantaten befassen sich intensiv mit dieser Frage. Mögliche Risikofaktoren sind die Implantatoberfläche und chronische Entzündungen (Keime mit dem Namen Ralstonia picketti, pseudomonas, brevundimonas). Da in einigen Regionen der Welt (zum Beispiel Asien) nur sehr wenige Fälle gemeldet wurden, wird auch eine erbliche Veranlagung als begünstigender Faktor diskutiert. Möglicherweise müssen verschiedene Faktoren zusammenkommen, damit ein BIA-ALCL nach einiger Zeit entsteht.

Wird von der Benutzung von Implantaten mit rauen Oberflächen abgeraten?

Die CE-Zertifizierung texturierter Implantate des Herstellers Allergan wurde am 17.12.2018 nicht verlängert. Am 5.04.19 wurden in Frankreich texturierte Implantate der folgenden Hersteller verboten: Allergan Inc., Laboratoire Arion, Nagor Ltd., Eurosilicone, Polytech Health & Aesthetics, Sebbin. Amerikanische und Deutsche Fachgesellschaften raten nicht von der Benutzung solcher Implantate ab. Patientinnen in Deutschland können sich für den Einsatz dieser Implantate nach einer vollumfassenden Aufklärung über Risiken und Alternativen entscheiden.

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Brustimplantatkrankheit oder “Breast Implant Illness (BII)”

Was ist die Brustimplantatkrankheit oder “Breast Implant Illness (BII)”?

Schätzungsweise wurden Weltweit 2017 1,5 Millionen Brustvergrößerungen mit Implantaten durchgeführt. Dennoch ist die Brustimplantatkrankheit eine seltene und noch ungenügend erforschte Erkrankung. Andere Bezeichnungen für die Brustimplantatkrankheit sind „autoimmune/inflammatory syndrome induced by adjuvants (ASIA)“ oder “Silicone Implant Incompatibility Syndrome (SIIS)”. Ein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und sehr uneinheitlichen Beschwerden wird seit circa dreißig Jahren diskutiert. Zu diesem Beschwerdebild gehören unter anderem Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Brustschmerzen, Haarausfall, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Lichtempfindlichkeit, Verdauungsbeschwerden, Nachtschweiß, Hautausschläge, Gewichtszunahme, Herzrasen, Körpergeruch, Angst, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, neurologische und hormonelle Probleme. Diese Beschwerden werden unabhängig vom Hersteller der Brustimplantate, von der Oberfläche des Implantates (raue Oberfläche oder glatte Oberfläche) und dem Füllmaterial (physiologische Kochsalzlösung oder Silikon) beschrieben. Auf sozialen Medien gibt es dazu zahlreiche Berichte.

Was ist Silikon?

Silikone sind künstlich hergestellte Verbindungen. Die Verbindungen bestehen aus kettenartig aneinandergereihtem Silizium (Si) verbunden mit Sauerstoff (O) und zwei organische Kohlenwasserstoffgruppen. Silizium ist nach Sauerstoff und Eisen das dritthäufigste Element auf der ganzen Erde. In der Natur kommt Silizium in Verbindung mit Sauerstoff als Kieselerde (Siliziumdioxid) vor. Siliziumdioxid, auch E551 genannt, ist als Zusatzstoff auch für Öko-Lebensmittel zugelassen. E551 kommt in Instant-Kaffee, Scheibenkäse, geriebener Käse, Gewürzpulver, Tütensuppen oder Kochsalz vor. Das Einatmen von Siliziumdioxid als Feinstaub kann es zu einer Quarzstaublunge und einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke (Caplan-Syndrom) führen. Es handelt sich hierbei um Berufserkrankungen bei Bergleuten, Steinmetzen oder Gussputzer. Silikon kommt in Deodorants, Haut- und Haarpflegemittel, Salben, Gleitmittel und Backformen vor. In der Medizin kommt Silikon bei Herzschrittmachern, Herzklappen, künstlichen Gelenken und Brustimplantaten vor. Medizinisches Silikon wird bei der Herstellung von Antioxidantien, Farbstoffen und Weichmachern befreit.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Silikon und bestimmten Autoimmunerkrankungen?

In den frühen 90er Jahren gab es mehrere Fallberichte, die Silikonimplantate mit Bindegewebserkrankungen, Krebs und Autoimmunerkrankungen in Verbindung brachten. Der Einsatz von Silikonimplantaten wurde 1992 in den USA gestoppt. Eine US-amerikanische Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation (National Academy of Medicine) hat nach der Auswertung von 1078 wissenschaftlichen Berichten ein Risiko verneint (Bondurant S, Enster V, Herdman R. Safety of Silicone Breast Implants. Washington, DC: National Academy Press; 1999). 2006 hat die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel (Food and Drug Administration, FDA) Silikonimplante wieder zugelassen. Ursächliche Zusammenhänge werden in der Medizin nach den Hill Kriterien untersucht.

Gibt es eine Untersuchung, um eine Brustimplantatkrankheit oder “Breast Implant Illness” zu bestätigen?

An einem solchem Test wird intensiv geforscht. Es gibt jedoch Laboruntersuchungen um bestimmte Autoimmunerkrankungen nachzuweisen. Bei Patientinnen mit einer Brustimplantatkrankheit (BII) können sowohl die Untersuchungen auf eine Autoimmunerkrankung wie auch alle anderen Blutuntersuchungen normal sein.

Werden Patientinnen mit einer Brustimplantatkrankheit oder “Breast Implant Illness” durch die Entfernung des Implantates geheilt?

Die Verbesserung nach der Entfernung der Brustimplantate können ausbleiben, vorübergehend oder dauerhaft sein. Es gibt keine Studie, die Nachweist, dass eine Implantatentfernung mit Kapselentfernung besser wäre als ohne Kapselentfernung.

Was kann getan werden, wenn der Verdacht einer Brustimplantatkrankheit (Breast Implant Illness) besteht?

Es gibt keine Möglichkeit den Zusammenhang der Beschwerden mit den Brustimplantaten zu beweisen oder zu widerlegen. Wir empfehlen eine Beratung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie. Lässt sich eine Autoimmunerkrankung nachweisen, wird unter Umständen eine medikamentöse Behandlung empfohlen. Ein Implantat Entfernung mit der Kapsel (en-bloc) oder ohne kann jederzeit durchgeführt werden.

Wie groß ist das Risiko für eine Brustimplantatkrankheit (Breast Implant Illness)?

Da der Zusammenhang (noch) nicht als gesichert gilt, kann aktuell nicht von einem Risiko gesprochen werden. Nach bestem Wissen und Gewissen gibt es keinen Hinweis aus hochwertigen Studien über einen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Autoimmunerkrankungen.

Was ist eine Entfernung eines Brustimplantates en-bloc?

Hierbei wird das Implantat in einem Stück mit der Kapsel entfernt. Für die Entfernung en-bloc ist ein größerer Zugang im Bereich der Unterbrustfalte erforderlich. Eine Entfernung des Implantates en-bloc geht mit einem höheren Risiko einer Verletzung der Rippen, der Muskel oder der Lunge einher.

 

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Zusammenhang zwischen Silikonimplantaten und bestimmten Autoimmunerkrankungen

Hill Kriterien zur Untersuchung von Ursachen Erläuterung Beispiel Breast Implant Illness Quellen
Assoziationsstärke Je häufiger eine Erkrankung nach einem Ereignis beobachtet wird, desto wahrscheinlicher der ursächliche Zusammenhang. Nach einem Essen im Restaurant bekommen alle Gäste Bauchschmerzen. Eine Lebensmittelvergiftung ist wahrscheinlich. Zusammenfassende Studien mehrerer Untersuchungen (Meta-Analysen) kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Qualität der Studien ist insgesamt noch unzureichend. Janowsky EC, et al. 2000. N Engl J Med 342(11):781–790.Balk EM, et al. 2016. Ann Intern Med 164:164-175.Colaris MJL, et al. Immunol Res. 2017 Feb;65(1):120-128.
Maß an Übereinstimmung Wenn sich die Schlussfolgerungen von Unterschiedlichen Studien, in unterschiedlichen Ländern, zu unterschiedlichen Zeitenpunkten gleichen, ist ein ursächlicher Zusammenhang wahrscheinlich. Klimaforscher auf der ganzen Welt sind sich einig – der CO2-Ausstoß ist für den Klimawandel verantwortlich. Die Schlussfolgerungen der Untersuchungen widersprechen sich, wobei aktuell die Stimmen überwiegen, die einen Zusammenhang verneinen. Perkins LL, et al. 1995. Ann Plast Surg 35:561–570 Hochberg MC, et al. 1996. Curr Top Microbiol Immunol 210:411–417. Wong O. 1996. Regul Toxicol Pharmacol 23:74–85. Whorton D, Wong O (1997) et al. West J Med 167:159–165. Janowsky EC, et al. 2000. N Engl J Med 342:781–790 Rubio-Rivas M, et al. Clin Rheumatol. 2017 Mar;36(3):569-582.
Spezifität Wenn es keine anderen Risikofaktoren gibt, ist ein Zusammenhang wahrscheinlich. Wenn eine neue Uhr mit neuer Batterie bei sachgerechtem Umgang nach einem Tag stehen bleibt, handelt es sich wahrscheinlich um ein Verarbeitungsfehler. Die beschriebenen Beschwerden sind sehr unterschiedlich und treten bei einer Vielzahl von Erkrankungen auf. Die Ursachen und Auslöser von Autoimmunerkrankung sind noch ungenügend erforscht. Colaris MJL, et al. Immunol Res. 2017 Feb;65(1):120-128.
Zeitlicher Zusammenhang Die Häufung einer Erkrankung zu einer bestimmten Zeit nach einem schädigenden Einfluss, macht einen ursächlichen Zusammenhang wahrscheinlich. Wenn Bauchschmerzen vor oder Wochen nach einem Restaurantbesuch auftreten, ist eine Lebensmittelvergiftung unwahrscheinlich. Der Dauer bis zu den Beschwerdebildern variiert in den wissenschaftlichen Berichten von ein bis 15 Jahren. Pavlov-Dolijanovic S et al. 2017. Rheumatol Int 37(8):1405–1411
Biologischer Gradient Wenn ein Zusammenhang besteht, sollte ein schädigender Einfluss über eine lange Zeit mit einer höheren Erkrankungswahrscheinlichkeit einhergehen. Je mehr Zigaretten jemand raucht, desto stärker steigt das Risiko eines Lungenkrebses. Unterschiedliche Erkrankungshäufigkeiten bei einseitigen oder beidseitigen Brustimplantaten, Kochsalzimplantaten, Herzschrittmachern oder kleinen Gelenkprothesen konnte nicht festgestellt werden.  
Plausibilität Das Vorhandensein einer biologischen Erklärung unterstützt eine ursächliche Erklärung. UV-Strahlen können das menschliche Erbgut schädigen und daher auch Hautkrebs verursachen. Fremdkörper werden im Organismus von den Abwehrzellen erkannt und lösen eine Immunabwehr aus.  
Kohärenz Übereinstimmende Beobachtungen von Laborversuchen und Beobachtungen bei Patienten sprechen mit höherer Wahrscheinlichkeit für einen ursächlichen Zusammenhang. Die schädliche Wirkung von Feinstaub kann im Tierversuch und in verkehrsintensiven Räumen übereinstimmend beobachtet werden. Untersuchungsergebnisse am Menschen und Untersuchungen im Labor sind sehr unterschiedlich.  
Experiment Die Beseitigung des Risikofaktors sollte die Häufigkeit der Krankheit verringern. Wenn ein Raucher aufhört zu rauchen, nimmt die Wahrscheinlich an Lungenkrebs zu erkranken ab. Eine vorübergehende Besserung der Beschwerden konnte bei 38 Patienten nach Implantatentfernung festgestellt werden. Rohrich RJ et al (2000) et al. Plast Reconstr Surg 105(7):2529–2537
Analogie Ähnliche Risikofaktoren sollten zu ähnlichen Erkrankungen führen. Da Rauchen zu Lungenkrebs führt, ist ein Einfluss bei der Entwicklung eines Blasenkrebs wahrscheinlich. Silikonimplantate an anderen Körperstellen stehen nicht in dem Verdacht Erkrankungen auszulösen. Das ALCL ausgenommen, ist bisher keine Erkrankung bekannt, die durch Silikon verursacht wird.  

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